Die Universität Hamburg hat fünf neue Forschungsprojekte vorgestellt, die sich mit drängenden Herausforderungen des Klimawandels auseinandersetzen. Eines der zentralen Projekte, „ART for LIFE“, zielt darauf ab, die Resilienz von Fichtenwäldern zu erhöhen. Mit einer Förderung von 1,1 Millionen Euro durch das europäische LIFE-Programm, welches insgesamt 5,7 Millionen Euro für die Aufforstung bereitstellt, wird die Umwandlung konventioneller Fichtenwälder in Mischwälder in den Vordergrund gerückt. Dr. Elke Fischer, die das Projekt leitet, plant auch Analysen von Waldbodenstoffen und die Simulation verschiedener Bewirtschaftungsstrategien. Dies steht im Kontext der Erkenntnisse zahlreicher Studien, die den entscheidenden Einfluss von Wäldern auf das Klima hervorheben. Laut einer Studie der ETH Zürich binden Wälder nämlich erhebliche Mengen CO2 und sind von großer Bedeutung im Kampf gegen die Erderwärmung.

Wälder fungieren nicht nur als Kohlenstoffsenken, sondern sie besitzen auch physikalische Eigenschaften, die das Klima beeinflussen, wie Verdunstungskühle und die Reflexion von Sonnenlicht. Die strategische Aufforstung wird als entscheidend erachtet, um die maximale Kühlungseffizienz zu erreichen. So zeigten die Forschungen, dass insbesondere Tropenwälder, wie jene im Amazonasbecken, das höchste Kühlungspotenzial besitzen. In nördlicheren Breiten hingegen können Wälder die Umgebungstemperaturen erhöhen, was die positiven Effekte als CO2-Speicher mindern könnte. Diese Informationen unterstreichen, dass der Standort von Aufforstungsprojekten entscheidend ist, nicht nur die Anzahl der gepflanzten Bäume.

Weitere Forschungsinitiativen

Ein weiteres Projekt an der Universität Hamburg ist „RING“, welches mit vier Millionen Euro gefördert wird. Das Vorhaben hat sich die Erforschung der Rotationsbewegungen der Erde auf die Fahnen geschrieben und wird von Prof. Dr. Heiner Igel von der LMU München geleitet. Die Entwicklung hochpräziser Sensoren zur Messung der Erdrotation ist ein zentraler Bestandteil dieses Projekts, das auch die Expertise von Hamburger Wissenschaftlern einbezieht.

Ein drittes bemerkenswertes Projekt, „Global Climate Minds“, zielt darauf ab, internationale Masterstudierende in den Klimawissenschaften zu unterstützen. Hierfür stehen bis zu 750.000 Euro zur Verfügung und es ist Teil des Exzellenzclusters „Climate, Climatic Change and Society“ (CLICCS). Das Programm beinhaltet ein strukturiertes Onboarding sowie Mentoring und Karriereförderung.

Zusätzlich wurde ein Förderungsprogramm ins Leben gerufen, das mit 445.500 Euro die Etablierung nachhaltiger wissenschaftlicher Stellenmodelle zum Ziel hat. Dr. Linda Jauch leitet dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit der Hamburger Behörde für Wissenschaft und German U15 e. V.

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Zu den innovativen Maßnahmen an der Universität gehören außerdem die Humboldt-Forschungsstipendien für Postdoktoranden. Dazu zählen Dr. Marco Pelucchi, der bei Prof. Dr. Christian Brockmann forscht, und Dr. Francesco Binotto, der bei Prof. Dr. Stephan Schmid tätig ist. Diese Stipendien werden von der Alexander von Humboldt-Stiftung bereitgestellt und fördern Early Career Researcher.

Die Rolle der Wälder im Klimawandel

Die Bedeutung der Wälder als CO2-Speicher kann nicht genug betont werden. Studien haben ergeben, dass Wälder pro Hektar etwa 108 Tonnen Kohlenstoff speichern. Allerdings zeigen die aktuellen Klimaveränderungen, dass Schutz bestehender Wälder ebenso wichtig ist, da diese durch Dürren, Feuer und Insekten bedroht sind. Deutschland verzeichnete seit 2018 eine Rückkehr seiner Wälder als CO2-Quelle, konnte sich aber 2025 wieder erholen und Kohlenstoff aufnehmen. Dies zeigt, dass die Herausforderungen durch den Klimawandel komplex sind und eine umfassende Strategie erfordern, die sowohl Aufforstung als auch Erhalt bestehender Waldflächen umfasst.

Es ist evident, dass Aufforstungsprojekte strategisch geplant werden müssen, um eine möglichst große Wirkung im globalen Klimaschutz zu erzielen. Sie sind kein Ersatz für die dringend notwendige Dekarbonisierung, aber in Kombination mit dem Schutz bestehender Wälder können sie ein Teil der Lösung sein, um die Erderwärmung zu bremsen. Laut den Analysen könnte Aufforstung die globale Durchschnittstemperatur nur um maximal 0,25 Grad Celsius senken. Diese Erkenntnisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, klimaschonende Maßnahmen zu koordinieren und zu intensivieren.

Die Universität Hamburg hat mit ihren neuen Projekten einen Schritt in die richtige Richtung unternommen, um gleichzeitig Forschung und Bildung im Bereich Klimawissenschaften zu fördern und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die den Herausforderungen des Klimawandels entgegenwirken. Die Förderung durch diverse Programme zeigt auch das Engagement, die wissenschaftliche Karriere der kommenden Generation zu unterstützen.

Uni Hamburg berichtet, dass …

Tagesschau stellt fest, dass …