Forschende der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben bahnbrechende Erkenntnisse über den Einbau von Proteinen in Bakterienzellmembranen gewonnen. Diese Ergebnisse, veröffentlicht im EMBO-Journal, beleuchten spannende Details über biochemische Prozesse, die sich in prokaryotischen und eukaryotischen Zellen ähnlich entwickeln.

Die Zellmembranen vieler Organismen enthalten eine Vielzahl von Proteinen, die essentielle Funktionen erfüllen, darunter Transport und Signalübertragung. Diese Proteine sind komplex strukturiert, was entscheidend für ihre Funktionalität ist. Eine zentrale Frage, die die Forschenden beschäftigt, ist die Art und Weise, wie von Ribosomen hergestellte Proteine zu den Zellmembranen transportiert werden und dort eingebaut werden.

Mechanismen des Proteineinbaus

Prof. Dr. Alexej Kedrov von der HHU betont, dass hydrophobe Proteine spezielle Mechanismen benötigen, um in die Membran integriert zu werden. Die bisherige Annahme war, dass dieser Einbau über das Lateral Gate des Sec-Translokons erfolgt. Neueste Studien zeigen jedoch einen alternativen Einbauweg, der über die Rückseite des Translokons (back-of-Sec) in Eukaryoten verläuft. Die Frage bleibt, ob dieser Mechanismus auch in Bakterien vorhanden ist.

Im Rahmen der Forschungsarbeiten haben die Wissenschaftler Ribosomen-Membranproteinkomplexe an der HHU hergestellt und diese anschließend mithilfe der Kryoelektronenmikroskopie an der LMU untersucht. Diese technischen Ansätze ermöglichen es, den vollständigen Weg von Membranproteinen vom Ribosom bis zur Zellmembran nachzuvollziehen. Max Busch, Doktorand der HHU, berichtet, dass die Ergebnisse zur Klärung von Faltungsprozessen von Membranproteinen beitragen und Erkenntnisse über deren evolutionäre Entwicklung liefern.

Zukünftige Forschungsziele

Die Arbeitsgruppe verfolgt das Ziel, weitere Untersuchungen zur Membranproteininsertion durchzuführen und die Rolle des damit verbundenen Proteinmetabolismus weiter zu erforschen. Durch diese umfassenden Analysen erhoffen sich die Forschenden tiefere Einblicke in grundlegende biochemische Abläufe, die für das Verständnis der Zellbiologie von Bedeutung sind.

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Die Ergebnisse dieser Studien könnten weitreichende Implikationen für die Biotechnologie und Medizin haben, da sie möglicherweise neue Ansätze zur Modifikation von Bakterien im Hinblick auf medizinische Anwendungen eröffnen.

Die Originalpublikation, die sich mit diesen Themen beschäftigt, ist: Max Busch et al., EMBO-Journal (2026).