Am 30. Juni 2026 wurde ein neues Kooperationsgebäude für Biodiversitätsforschung auf dem Forschungscampus Dahlem eingeweiht. Dieses von der Freien Universität Berlin und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) initiierte Projekt versteht sich als ein bedeutender Schritt zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs und der interdisziplinären Forschung im Bereich Biodiversität.

Die Eröffnung fand im Beisein von rund 100 Gästen statt und wurde von Dr. Ina Czyborra, der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin, zelebriert. Mit der finanziellen Unterstützung von insgesamt 24 Millionen Euro, aufgeteilt in 12 Millionen Euro vom Bund und der Freien Universität Berlin, wurde das Gebäude als ein Ort für intensive Forschung konzipiert.

Ziele und Ausstattung

Das Hauptziel des neuen Forschungsgebäudes besteht darin, die Wechselwirkungen zwischen Biodiversität, Ökosystemen und globalen Umweltveränderungen besser zu verstehen. Auf einer Fläche von etwa 2.200 Quadratmetern wird der Neubau Platz für rund 135 Forschende bieten. Ausgestattet mit modernen Laboren, Büros sowie Besprechungs- und Begegnungsräumen, erfüllt das Gebäude höchste Umweltstandards. Es wird geplant, eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) in Gold zu erhalten.

Ein besonderes Highlight des Neubaus ist die Kunstinstallation „A Biological Clock“ von Ursula Damm. Diese visuelle Darstellung von Rhythmen von Wasserflöhen und Chaoborus-Mücken befindet sich im zentralen Lichthof und ergänzt das innovative Konzept des Gebäudes.

Forschungsfokus und innovative Ansätze

Im Kontext der wissenschaftlichen Aktivitäten wird besonders die Forschungsgruppe des Departments Biodiversität und Mensch (BIOP) hervorzuheben sein. Ihr Fokus liegt auf der Wechselwirkung von Biodiversität und Mensch in einer sich verändernden Welt. Die Gruppe verfolgt partizipative Methoden, die das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik beleuchten.

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Die aktuelle Forschung dieser Gruppe konzentriert sich auf drei wesentliche Themen: die Analyse raum-zeitlicher Veränderungen der biologischen Vielfalt mittels Citizen Science, die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit sowie die Operationalisierung des Ökosystemansatzes zur Bewertung politischer Instrumente in landwirtschaftlichen Ökosystemen. Ziel ist es, wirksame Strategien und Instrumente zum Schutz der Biodiversität zu entwickeln, was auch die Einführung einer Citizen Science Strategie 2030 für Deutschland umfasst.

Darüber hinaus wird das Community-Forschungsforum sMon ins Leben gerufen, um Biodiversitätstrends in Deutschland genauer zu untersuchen. Auch wird das Community-Netzwerk NFDI4Biodiversity und der Lebendige Atlas Natur Deutschland aufgebaut, um nationale und internationale Biodiversitätsziele aktiv umzusetzen.

Zusammenfassend bietet das neue Kooperationsgebäude nicht nur eine moderne Infrastruktur für die Biodiversitätsforschung, sondern auch die Möglichkeit, innovative Forschungsansätze zu verfolgen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. Dies wurde auch von UFZ betont, das die Wichtigkeit einer solchen Einrichtung für die Biodiversitätsforschung unterstreicht.