Neuer Transporter bringt buntkicktgut-Kinder in Weingarten zu Fußball und Begegnungen
An der PH Weingarten steht seit dem 15.10.2026 ein neuer Ford-Transit-Transporter von buntkicktgut Oberschwaben-Allgäu im Mittelpunkt. Der Bus soll Kinder und Jugendliche zuverlässig zu Trainings, Fußballspielen und Turnieren bringen. Auch gemeinsame Ausflüge werden damit möglich, und die Organisation weiterer Aktivitäten wird ein gutes Stück leichter.
Finanziert wurde die Anschaffung mit Spenden von insgesamt 37 Unternehmen aus der Region. Zu den Unterstützern gehören unter anderem das Kompetenzzentrum Borek und Raumgestaltung Ravensburg. Viele der betreuten Kinder und Jugendlichen kommen aus sozial benachteiligten Familien oder leben in Unterkünften. Für sie ist es keineswegs selbstverständlich, allein zu Trainingsorten oder Veranstaltungen zu gelangen. Mobilität ist für den Verein deshalb kein Nebenthema, sondern ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit.
Ein Bus für Fußball und Begegnungen
Mit dem Transporter soll die Teilnahme am Fußball und an Turnieren einfacher werden. Gleichzeitig schafft er Raum für Begegnungen außerhalb des Sportplatzes: Ausflüge, gemeinsame Unternehmungen und weitere Vereinsaktivitäten lassen sich unkomplizierter auf die Beine stellen. Der Weg zum Training wird damit nicht nur kürzer, sondern überhaupt erst machbar.
Martin Borek erklärte, das Projekt ermögliche Menschen, Integration neu zu erleben. Nicole Wieland sagte, die Unterstützung solle den Kindern Wege zu den Angeboten erleichtern und das Miteinander fördern. Zwei Gedanken, die ziemlich genau beschreiben, worum es bei buntkicktgut geht: nicht bloß um den Ball, sondern um die Menschen, die ihn gemeinsam über den Asphalt jagen.
buntkicktgut nutzt Fußball zur interkulturellen Verständigung und Integration. Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft treiben gemeinsam Sport und entwickeln soziale Kompetenzen. Teamgeist, Fairness und gegenseitiger Respekt stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Möglichkeit, selbst mitzugestalten. Junge Menschen werden in die Gestaltung der Vereinsangebote einbezogen; der Ansatz ist also nicht von oben herab, sondern „bottom-up“ – mit Jugendlichen gemeinsam entwickelt und partizipativ umgesetzt.
Street Soccer, Liga-Rat und ein Camp für Mädchen
buntkicktgut ist ursprünglich ein Münchner Projekt zur interkulturellen Verständigung und Integration. Seit 25 Jahren organisiert die Initiative Straßenfußball und gilt europaweit als einzigartiges Beispiel in diesem Bereich. Jungen Menschen unterschiedlicher kultureller und nationaler Herkunft soll eine sinnvolle und gesunde Freizeitbeschäftigung geboten werden; zugleich geht es um soziales und kulturelles Lernen.
buntkicktgut Oberschwaben/Allgäu ist Teil dieser buntkicktgut-Familie und setzt das Konzept im Landkreis Ravensburg um. Der Verein möchte eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ermöglichen und Begegnungen über kulturelle und soziale Grenzen hinweg schaffen. Das Projekt wirkt außerdem präventiv im Hinblick auf Jugendkriminalität und den Umgang mit Gewalt.
Auf der Website finden sich unter anderem Hinweise auf einen Liga-Rat zur Mitgestaltung der Zukunft, neue Trikots, Street-Soccer-Workshops, das Street Sisters Camp für Mädchen und Winter-Liga-Spieltage. Dazu kommen Interviews mit Teilnehmerinnen sowie mehrtägige Fußballveranstaltungen. Durch den neuen Bus können solche Angebote besser erreicht und gemeinsame Aktivitäten einfacher umgesetzt werden.
Kontakt zu buntkicktgut Oberschwaben/Allgäu gibt es in der Liebfrauenstraße 24, 88250 Weingarten, per E-Mail an s.pahl@buntkicktgut.de oder telefonisch unter +49 151 53338292.
Sport als Teil einer größeren Integrationsarbeit
In einen größeren Zusammenhang passt das Programm „Integration durch Sport“ (IdS), das seit über 30 Jahren vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) unterstützt wird. In Hessen liegt der Schwerpunkt auf Basisarbeit. Gefördert und begleitet werden Vereine, Verbände und Multiplikator*innen, die sich mit Integration und interkultureller Arbeit im Sport befassen möchten oder bereits in diesen Bereichen aktiv sind.
Das Programm verfolgt einen intersektionalen Ansatz und nimmt neben Integration auch Inklusion, Kinderarmut und Queerness in den Blick. Angeboten werden Beratungen für Vereine, Verbände, Sportkreise, Kommunen und Integrationsnetzwerke. Hinzu kommen die Ausbildung zur interkulturellen Übungsleiter-C-Lizenz und Weiterbildungen zu interkultureller Kompetenz, etwa „Fit für die Vielfalt“-Seminare.
Vereine, Verbände und Sportkreise können außerdem finanzielle Förderung für interkulturelle beziehungsweise integrative Arbeit erhalten. Verschiedene Akteure der Integrationsarbeit und zu Vielfaltsthemen werden miteinander vernetzt. Zu den zentralen Anliegen zählen die interkulturelle Öffnung des Sports, die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen am und im organisierten Sport sowie ein gleichberechtigter Umgang zwischen allen Beteiligten.
Auch das ehrenamtliche Engagement von Menschen mit Migrationsgeschichte soll gestärkt werden. Nachhaltige Integrationsstrukturen und Netzwerke der Integrationsarbeit gehören ebenfalls dazu; weitere Vielfaltsdimensionen werden durch den intersektionalen Ansatz berücksichtigt. Vor Ort gibt es Beratung zu den Möglichkeiten und Fördergrundsätzen des Programms. Der neue Bus in Weingarten fährt derweil schon mal los.
