Am 4. Juni 2026 wurde in Freiberg das Richtfest für das neue zentrale Bohrkern- und Probenarchiv gefeiert. Das Projekt, ein Gemeinschaftsunternehmen der TU Bergakademie Freiberg und des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, markiert einen wichtigen Schritt in der Geowissenschaft. Professorin Jutta Emes, die Rektorin der TU Freiberg, nahm an der Feier teil und unterstrich die Bedeutung des neuen Archivs für die Forschung und Lehre.

Der Neubau an der Lessingstraße wird ab dem Jahr 2027 die sächsischen Bohrkernbestände und geologischen Befunde beherbergen. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf 22,5 Millionen Euro, die durch Steuermittel gemäß dem Haushaltsbeschluss des Sächsischen Landtags finanziert werden. Unter der Regie des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB) entstehen hier auf rund 4.700 Quadratmetern wichtige Einrichtungen für die wissenschaftliche Arbeit.

Eine Bibliothek der Geowissenschaften

Das zentrale Bohrkernarchiv wird eine zentrale Anlaufstelle für die Unterbringung aller Bohrkerne und Gesteinsproben der sächsischen Landesgeologie sowie der TU Bergakademie Freiberg. Geplant ist die Erschließung, Erhaltung und Nutzung dieser Bestände, die aus 150 Jahren Kartierungsarbeiten und Bodenschatzerkundungen stammen.

Das Archiv wird über ca. 160 Kilometer Kernmaterial verfügen, untergebracht auf etwa 2.000 Paletten und in mehr als 12.000 Kleinladungsträgern. Dazu kommen Handstücksammlungen und Bohrkerne, die regelmäßig durch neue Proben, etwa von der Wismut GmbH, ergänzt werden. Diese Nutzung der Proben trägt dazu bei, kostengünstige Gesteinsuntersuchungen zu ermöglichen und vermeidet kostenintensive neue Bohrungen, was auch einen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit Ressourcen darstellt.

Wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung

Das Archiv ist nicht nur als montanwissenschaftliche „Bibliothek“ für Lehre und Forschung von Bedeutung, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung des Geo- und Montanbereichs. Aktuell wird auch die digitale Aufarbeitung analoger Amtsdokumente vorangetrieben, um eine effiziente Recherche spezieller Proben oder Dokumente über das Landwirtschaft- und Umweltinformationssystem für Geodaten (LUIS) zu ermöglichen.

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Die Pläne sehen auch die Schaffung von Arbeitsräumen mit Probentischen, Laboren und einem Vortragssaal vor. Dies wird die Forschung und die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaft stärken, sodass das Archiv eine zentrale Rolle in der Geowissenschaft des Freistaates Sachsen einnehmen wird.

Das neue Archiv in Freiberg ist somit ein bedeutendes Projekt, das nicht nur die Sammlung und Nutzung geologischer Daten revolutionieren wird, sondern auch die Fachbereiche Lehre, Forschung und Wirtschaft nachhaltig miteinander verknüpfen soll. Das Land Sachsen investiert hier in die Zukunft der Geowissenschaften.