Am 22. Mai 2026 beginnt die Europäische Woche gegen den Krebs, vom 25. bis 31. Mai, und die Forschungsgemeinde ist bereit, neue Fortschritte vorzustellen. Besonders hervorzuheben ist das Forschungsprojekt CHEM-SCAN der Universität Bielefeld, das die Reaktionen von Tumorzellen auf Therapien untersucht und die Ursachen der Chemoresistenz beleuchtet. Hintergrund ist die Herausforderung, dass viele Tumoren nicht auf Chemotherapien reagieren oder sich resistent entwickeln, insbesondere bei metastasierten Krebsformen. Der Projektleiter, Prof. Dr. Jan Schulte am Esch (Allgemein- und Viszeralchirurgie) sowie Prof. Dr. Thomas Huser (Biomolekulare Photonik), führen das Team und nutzen eine innovative bildgebende Technologie, die es ermöglicht, die Reaktionen auf Einzelzellebene in Echtzeit zu beobachten. Dies könnte die Grundlage für personalisierte Behandlungsansätze bilden.

Das Ziel des CHEM-SCAN-Projekts ist es, präzisere Vorhersagen über die Wirksamkeit von Medikamenten zu treffen und herauszufinden, warum manche Tumoren auf Therapien ansprechen und andere nicht. Dazu werden Tumorzellen aus Gewebeproben von Patient*innen entnommen und in dreidimensionalen Zellkulturen nachgebildet. Diese Sphäroide ermöglichen ein realistischeres Abbilden von Tumorstrukturen und deren Verhalten. Langfristig sollen so Tests im Labor helfen, die geeignetsten Behandlungsmethoden für verschiedene Patientengruppen auszuwählen. Das Projekt wird über vier Jahre mit etwa drei Millionen Euro im Pathfinder-Programm des Europäischen Innovationsrates (EIC) gefördert und umfasst Partner wie die Medizinische Fakultät OWL, die Universität Wien und KU Leuven.

Innovative Bildgebungstechnologien

Zusätzlich zu den Arbeiten in Bielefeld hat ein internationales Forscherteam, darunter das National Cancer Institute und das Helmholtz Zentrum München, neue Fluoreszenzbildgebungsmethoden entwickelt. Diese ermöglichen es, Tumoren, Lymphgefäße und Blutgefäße simultan sichtbar zu machen, was während Operationen entscheidend ist. Der Patient erhält hierfür einen Fluoreszenzfarbstoff, der gezielt an Krebszellen bindet und diese zum Leuchten bringt. Diese Technik könnte die Präzision bei der Entfernung von Tumoren erhöhen, ohne angrenzendes gesundes Gewebe zu schädigen. Bislang waren nur wenige solcher Farbstoffe für den menschlichen Einsatz verfügbar, aber die Fortschritte in der Fluoreszenztechnologie versprechen hier eine rasche Anwendung in der klinischen Routine.

Die neuentwickelten Farbstoffe erzeugen Bilder in der Kurzwelleninfrarot (SWIR)-Region, was herausragende Schärfe und gleichzeitige Sichtbarkeit verschiedener Gewebearten ermöglicht. Diese Fortschritte könnten in den nächsten Jahren für den klinischen Einsatz optimiert werden. Die Ergebnisse wurden bereits in dem renommierten Fachmagazin Nature Methods veröffentlicht.

Die Rolle der Krebsforschung in Deutschland

In Deutschland wird seit über 50 Jahren intensiv an Krebs geforscht. Neben Universitäten und Universitätskliniken beteiligen sich auch außeruniversitäre Einrichtungen wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft an der Krebsforschung. Die Finanzierung dieser Projekte kommt von verschiedenen öffentlichen Institutionen, darunter das Bundesministerium für Gesundheit und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Auch die Europäische Union und private Förderer spielen eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Forschungsinitiativen. Dennoch bleibt die Finanzierung für klinische Studien oft eine Herausforderung, da Krankenversicherungen selten einen Beitrag leisten, da Forschungsfragen nicht zu ihrem regulären Leistungsumfang zählen.

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Mit dem Fortschritt der Forschung, wie im CHEM-SCAN-Projekt und den neuen Fluoreszenztechnologien dargestellt, stehen die Chancen gut, dass die Krebsbekämpfung in den kommenden Jahren neue Höhen erreichen könnte, was die Verbesserung der Lebenserwartung und Lebensqualität von Patient*innen anbelangt.

Für weiterführende Informationen zu diesen spannenden Entwicklungen können Sie die Artikel bei Universität Bielefeld, Dekade gegen Krebs und Krebsinformationsdienst nachlesen.