Ein neues Forschungsprojekt, das an der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit der New York University und der Hokkaido-Universität durchgeführt wird, hat kürzlich große Aufmerksamkeit erregt. Unter dem Titel „Rauschen oder Signal? Informationsgenauigkeit am Rande des Jamming-Zustands“ zielt das Projekt darauf ab, die biophysikalischen Eigenschaften sowohl biologischer als auch synthetischer Materialien zu untersuchen. Es soll Methoden entwickelt werden, um die Signalübertragung in Zellmaterialien besser zu verstehen. Dieses innovative Vorhaben wird über das Human Frontiers Science Program (HFSP) für drei Jahre mit insgesamt rund 1,2 Millionen US-Dollar gefördert, was die Einzigartigkeit und den interdisziplinären Ansatz des Projekts unterstreicht.

Leiter des Forschungsprojektes ist Prof. Dr. Timo Betz, der am Institut für Biophysik der Universität Göttingen tätig ist. Ein zentraler Aspekt der Forschung ist das Verständnis darüber, wie Zellen, die bei der Signaltransduktion oft mit großen Molekülen dicht gepackt sind, ihre chemischen Reaktionsnetzwerke anpassen. Hierbei wird insbesondere untersucht, wie die molekulare Verdichtung innerhalb der Zellen die Wirkungsweise von Enzymen beeinflusst. Dies ist relevant, da sich die Moleküle nahe einer kritischen „Stauschwelle“ befinden, was zu Kollisionen führt und die Signalübertragung behindern kann.

Signaltransduktion und deren Einflussfaktoren

Der Forschungsfokus liegt auf den physikalischen Eigenschaften des Zytoplasmas und deren Auswirkungen auf Signalwege in lebenden Zellen. Die Signaltransduktion ist ein komplexer Prozess, der sowohl durch extrazelluläre als auch intrazelluläre Stimuli ausgelöst werden kann. Zu den extrazellulären Stimuli gehören Hormone, Wachstumsfaktoren und Neurotransmitter, die Signalmoleküle darstellen können, darunter sowohl ganze Proteine als auch kleine organische Moleküle wie Serotonin. Umweltstimuli, wie Licht oder mechanische Reize, spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle bei der Aktivierung der Signaltransduktion.

Zusätzlich sind intrazelluläre Stimuli, wie Calciumionen (Ca2+), oft Bestandteile der Signaltransduktionskaskaden und tragen zu den komplexen Reaktionen bei, die in den Zellen ablaufen. Diese Prozesse sind entscheidend für das Verständnis, wie lebende Systeme ihre Reaktionsnetzwerke modifizieren und auf verschiedene Signale reagieren.

Innovative Ansätze und internationale Zusammenarbeit

Die Förderung des HFSP ist besonders bedeutend, da sie dazu beiträgt, risikoreiche und unkonventionelle Forschungsansätze zu unterstützen, die über die traditionellen Förderprogramme hinausgehen. Das Programm fördert nicht nur innovative Grundlagenforschung, sondern auch den internationalen Austausch zwischen Wissenschaftlern, was für die Weiterentwicklung des Wissens über Signaltransduktion in biologischen Systemen von großer Bedeutung ist.

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Interessierte können sich direkt an Prof. Dr. Timo Betz wenden, um mehr über die Fortschritte des Projektes zu erfahren. Für Kontakte stehen folgende Informationen zur Verfügung: Telefon: (0551) 39-26921, E-Mail: timo.betz@phys.uni-goettingen.de, und die Website ist www.betzlab.uni-goettingen.de.