Am 8. Mai 2026 hat das Zentrum für Neuroendokrine Tumoren des Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N) die renommierte ENETS-Zertifizierung erhalten. Damit gehört es zu den nur 15 spezialisierten Zentren für neuroendokrine Neoplasien (NEN) in Deutschland. Dies ist ein bedeutender Schritt in der Qualitätssicherung und unterstreicht die Expertise in der Behandlung dieser komplexen Tumorerkrankungen.

Die Zertifizierung wurde ein Jahr nach der Gründung des Zentrums erreicht, was den strukturierten Aufbau und die enge Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) widerspiegelt. Patienten können sich direkt an das NEN-Zentrum wenden, um Abklärungen und Therapieplanungen vornehmen zu lassen.

Herausforderung bei der Diagnostik

Neuroendokrine Tumoren entstehen aus neuroendokrinen Zellen, die in zahlreichen Organen vorkommen, am häufigsten jedoch im Magen-Darm-Trakt. Ihre Diagnostik gestaltet sich als besonders herausfordernd, da diese Tumoren oft langsam wachsen und unspezifische Symptome hervorrufen. Dies erfordert individuelle Therapieansätze, die Faktoren wie Tumorart, Hormonaktivität, Krankheitsstadium und Wachstumsdynamik berücksichtigen.

Das interdisziplinäre Team des Zentrums setzt sich aus Spezialisten der Gastroenterologie, Onkologie, Endokrinologie, Chirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin und Pathologie zusammen. Ziel ist es, die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Aktuelle Therapiestandards, innovative Behandlungskonzepte sowie Zugang zu klinischen Studien werden den Patienten geboten.

Patientenbeteiligung und Selbsthilfe

Patientenbeteiligung spielt im NEN-Zentrum eine zentrale Rolle. Die enge Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Neuroendokrine Tumoren (NeT) e.V. ist hierbei besonders erwähnenswert. Dieses Netzwerk ist die größte Selbsthilfeorganisation für Patienten mit neuroendokrinen Neoplasien im deutschsprachigen Raum und zählt zu den größten Selbsthilfegruppen dieser Erkrankung in Europa. Betroffene können von verschiedenen Unterstützungsangeboten profitieren, wie z. B. Gesprächen, schriftlichen Informationen sowie regionalen Austauschgruppen.

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Das Netzwerk informiert darauf abzielend Ärzte und Pflegepersonal über neuroendokrine Neoplasien, um eine frühzeitige Diagnosestellung zu fördern. Zu den häufigen Diagnosen innerhalb dieses Netzwerks gehören Neuroendokrine Neoplasie, Neuroendokriner Tumor, Neuroendokrines Karzinom (NEC) und Karzinoid. Die Patienten-Seminare, die in enger Zusammenarbeit mit der NeT-Regionalgruppe Schwaben stattfinden, bieten Raum für Fragen und den Austausch unter Betroffenen.

Selbsthilfegruppen als wichtige Stütze

Selbsthilfegruppen sind für Tumorpatienten von großer Bedeutung. Sie ermöglichen den Austausch von Erfahrungen und können neue Wege im Umgang mit der Diagnose NET eröffnen. Diese Gruppen bieten zudem wertvolle Informationen zu spezifischen Themen von Interesse. Einige Gruppen hosten sogar Internet-Patientenforen, die den Austausch von Gedanken, Ideen und Ratschlägen fördern.

Die Herausforderungen, die mit neuroendokrinen Tumoren einhergehen, erfordern eine umfassende Unterstützung und ein starkes Netzwerk. Das neu zertifizierte NEN-Zentrum in Niedersachsen und Organisationen wie das Netzwerk NeT e.V. stellen sicher, dass Patienten die notwendigen Ressourcen und Hilfe erhalten, die sie benötigen, um ihre Erkrankung bestmöglich zu bewältigen.

Für weitere Informationen sind die Kontaktstellen der Standorte Hannover (MHH) und Göttingen (UMG) angegeben, um den betroffenen Patienten und ihren Familien eine direkte Anlaufstelle zu bieten.