In den Räumlichkeiten der Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde fand vor kurzem ein aufschlussreicher Vortrag zum Thema Plattenbau statt, an dem über 50 Gäste teilnahmen. Die Bauingenieurin Angelika Mettke, die seit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Bereich Plattenbau und dessen Wiederverwendung hat, referierte über die Bedeutung dieses oft unterschätzten Baubestands für die Zukunft. Der Titel ihres Vortrags lautete: „Plattenbau – wertvoller Baubestand für die Zukunft“.
Mettke erläuterte die Ursprünge des seriellen Bauens, die bis in die 1920er und 1930er Jahre zurückreichen. Dabei wurden konkrete Projekte vorgestellt, die zeigen, wie Plattenelemente in ihrer ursprünglichen Form wiederverwendet werden können. Zudem sprach sie über die bauliche Beschaffenheit der Platten und deren Mehrwert für Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und Bewohner. Besonders wichtig war die Diskussion über die Vorteile des Rück- oder Umbaus von Platten im Vergleich zum Abriss, insbesondere in Bezug auf die stadtplanerischen Veränderungen und die soziale Verträglichkeit.
Nachhaltigkeit und serielles Bauen
Die Themen Nachhaltigkeit und serielle Bauweisen wurden in der Veranstaltung ausführlich behandelt. Mettke hob hervor, dass Plattenbau-Elemente nachhaltig für Neu- oder Umbauten eingesetzt werden können. Auch die aktuelle Thematik des seriellen Bauens, das im Zusammenhang mit der Industrialisierung des Bauens steht, wurde angesprochen. Laut DABonline umfasst dieses Konzept vorgefertigte Bauteile und verspricht nachhaltiger sowie ressourcenschonender zu sein. Angesichts der Wohnungs- und Facharbeiterkrisen gewinnen serielle Bauweisen zunehmend an Interesse, insbesondere im Wohnungs- und Schulbau.
Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, wie der Sanierungsbedarf des bestehenden Gebäudebestands, erfordern neue Ideen und Ansätze. Unter den präsentierten Beispielen nach dem Vortrag war das Fazit von Angelika Mettke eindrücklich: „Die Platte ist unsere Schatzkammer.“ Dies verdeutlicht den hohen Wert, der diesen Elementen beigemessen wird, sowohl hinsichtlich der praktischen Anwendung als auch der historischen Bedeutung.
Ein umfassender Austausch fand nach dem Vortrag statt, der das starke Interesse der Anwesenden an der Thematik unterstrich. Mettkes Ansatz zur Wiederverwendung von Plattenbau-Elementen bietet nicht nur eine Lösung für bestehenden Wohnraum, sondern fördert auch den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Der Dank der Veranstalter galt auch den Kooperationspartnern, insbesondere der Offenen Hochschule der BTU und der Wohnungsgenossenschaft Finsterwalde.