Am 10. April 2026 wurde der Chemiker Prof. Frank Glorius in Leipzig mit der angesehenen Wilhelm-Ostwald-Medaille ausgezeichnet. Diese Verleihung war Teil der Öffentlichen Frühjahrssitzung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Gleichermaßen geehrt wurde die Professorin Helma Wennemers von der ETH Zürich. Die Wilhelm-Ostwald-Medaille, die 1978 anlässlich des 125. Geburtstags von Wilhelm Ostwald ins Leben gerufen wurde, erkennt herausragende wissenschaftliche Leistungen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften an. Ostwald, der für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Katalyse 1909 den Nobelpreis für Chemie erhielt, hat mit seinen Forschungen die Grundlagen der modernen Chemie gelegt.
Prof. Frank Glorius, geboren 1972 in Walsrode, ist seit 2007 Professor am Organisch-Chemischen Institut der Universität Münster. Er hat sich zu einer prägende Persönlichkeit in der modernen organischen Chemie und der Katalyseforschung entwickelt. Seine innovativen Arbeiten haben internationale Anerkennung gefunden und neue Konzepte in der Synthesechemie hervorgebracht. Glorius wird zu den weltweit meistzitierten Forschenden im Fach Chemie gezählt. Bereits zuvor erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, was seine Bedeutung und den Einfluss seiner Forschung unterstreicht.
Wissenschaftlicher Werdegang
Glorius studierte Chemie an der Leibniz Universität Hannover und schloss sein Diplom 1997 ab. Ein Forschungsaufenthalt an der Stanford University (1995/1996) sowie eine Promotion 2000 an der Universität Basel bei Andreas Pfaltz folgten. Nach weiteren Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und einer Postdoc-Position an der Harvard University bei David A. Evans trat er 2004 eine C3-Professur für Chemie an der Philipps-Universität Marburg an.
Seit 2022 ist Glorius zudem Dekan des Fachbereichs Chemie und Pharmazie an der Universität Münster und setzt sich aktiv für die Förderung der Chemieforschung ein. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Katalyse für organische Synthese, asymmetrische Organokatalyse sowie die Entwicklung von Metall-Organischen Netzwerken (MOFs).
Anerkennungen und Auszeichnungen
Die Liste der Auszeichnungen, die Glorius während seiner Karriere erhalten hat, ist beeindruckend. Diese umfasst den Alfried Krupp-Förderpreis, den ERC Independent Researcher Starting Grant und die Otto-Roelen-Medaille, um nur einige zu nennen. Seine Leistungen wurden auch international gewürdigt, was sich durch Mitgliedschaften in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien und Akademien zeigt, einschließlich der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Academia Europaea.
Die Wilhelm-Ostwald-Medaille ist nicht nur eine Anerkennung seiner bisherigen Arbeiten, sondern auch ein Hinweis auf die bedeutende Tradition, die der Chemiker Wilhelm Ostwald hinterlässt. Ostwald, geboren am 2. September 1853 in Riga, war ein Pionier der physikalischen Chemie und hat mit seiner Forschung zahlreiche Konzepte in der Chemie revolutioniert. Sein Erbe lebt weiter, besonders durch die Anerkennung von Wissenschaftlern wie Glorius, die durch ihre Innovationen und Entdeckungen die Grenzen der Chemie erweitern.