Protestmonat September: Studierende und Zivilgesellschaft mobilisieren gegen den AfD-Rechtsruck
Wer heute, am 25.09.2026, am Campus der Uni Magdeburg unterwegs ist, kommt an diesem politischen September kaum vorbei. Seit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sind bundesweit Zehntausende auf die Straße gegangen. Die Kampagnenplattform Campact spricht von fast 150.000 Menschen in rund 20 Städten. Aufgerufen hatte die Initiative „Prüf“, die ein Verfahren zur Prüfung eines AfD-Verbots fordert.
Auch in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München waren die Kundgebungen groß. In Berlin-Mitte meldete die Polizei bei mehreren Demonstrationen eine „niedrige fünfstellige Teilnehmerzahl“, Campact kam insgesamt auf 32.000 Teilnehmende. Die größte Berliner Veranstaltung war ein Sternmarsch aus sieben Demonstrationszügen mit Abschluss am Roten Rathaus. Eine zunächst separate Kundgebung am Potsdamer Platz mit dem Titel „Schutz der Demokratie und Menschenrechte – Klare Kante gegen Rechts“ schloss sich an. Die AfD veranstaltete parallel eine eigene Kundgebung mit ihrer Spitzenkandidatin Kristin Brinker.
In Düsseldorf beteiligten sich laut Polizei und Veranstaltern etwa 20.000 Menschen am Protestzug „Kein Schritt zurück! Gegen die AfD und rechte Hetze“. In Hamburg zogen nach Angaben der Veranstalter etwa 25.000 Menschen unter dem Motto „Zeit zum Handeln – Freiheit muss verteidigt werden“ durch die Innenstadt. Weitere Proteste gab es unter anderem in Leipzig, Magdeburg, Mainz und Saarbrücken.
Ein September voller Gegenprotest
Für den gesamten September 2026 sind bundesweit Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen, Informationsveranstaltungen und Treffen angekündigt. Die Themen reichen von Rechtsextremismus, AfD und Rassismus über Antisemitismus und Queerfeindlichkeit bis zum Sozialabbau. Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wählen neue Landtage. Laut der zugrunde liegenden Terminübersicht lag die AfD in beiden Ländern in Umfragen vorn; am 6. September gewann sie in Sachsen-Anhalt demnach historisch.
Die Übersicht wird laufend ergänzt und täglich aktualisiert. Angaben erfolgen ohne Gewähr, kurzfristige Änderungen sind möglich. Als weitere Informationsquelle wird „demokrateam.org“ genannt. Online beginnt das Programm bereits früh im Monat: Am 8. September um 19 Uhr findet das deutschlandweite Neuentreffen „AfD Verbot Jetzt“ statt, Anmeldung per E-Mail an mitmachen@afd-verbot.jetzt. Am 13. September um 17 Uhr geht es um „Verwaltung für Demokratie – erste Hilfe für Verwaltungsmitarbeitende“. Am 15. September um 18 Uhr folgt „Du lachst ja gar nicht mehr – Wie Rassismus krank macht“, Kontakt: cw@stiftung-gegen-rassismus.de. Für den 17. September um 14 Uhr ist das Training „Werde Stammtischkämpfer*in! Schnell und gezielt kontern auf antifeministische und queerfeindliche Parolen!“ angesetzt; Anmeldung unter christian.diehl@gew-rlp.de.
Die AfD wird bundesweit vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Die Landesverbände in Thüringen und Sachsen-Anhalt gelten als gesichert rechtsextremistisch. Nach dem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt schlug Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Prüfung eines möglichen Verbotsverfahrens vor.
Von Baden-Württemberg bis Thüringen
In Baden-Württemberg verteilen sich die Termine auf Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen, Ravensburg, Heilbronn, Ludwigsburg, Pforzheim, Lörrach, Öhringen, Reutlingen, Müllheim, Konstanz, Schorndorf und Emmendingen sowie weitere Städte. Am 5. September gibt es Kundgebungen in Karlsruhe, Offenburg, Stuttgart und Lahr. Am 7. September folgen Aktionen in Karlsruhe, Balingen, Ludwigsburg und Heidelberg zum AfD-Verbotsverfahren und zu den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt. Am 12. September stehen Veranstaltungen unter anderem in Stuttgart, Freiburg, Heidelberg, Ludwigsburg, Lörrach, Nürtingen, Öhringen und Ravensburg auf dem Plan. Der 17. September bringt die Kundgebung „Der AfD entgegentreten“ in Karlsruhe und Treffen der Omas gegen Rechts in Karlsruhe, Schwäbisch Hall und Stuttgart. Aktionen sind am 19. September in Achern, Bühl und Stuttgart geplant. Am 26. September gibt es den bundesweiten Aktionstag für den Sozialstaat in Stuttgart sowie weitere Veranstaltungen in Freiburg, Rastatt, Emmendingen und Schorndorf. Vom 27. bis 30. September laufen Antifa-Orientierungswochen in Heidelberg, dazu kommen Treffen in Stuttgart und Freiburg.
In Bayern reichen die angekündigten Orte von München, Nürnberg, Augsburg, Erlangen, Ingolstadt, Rosenheim, Bamberg, Bayreuth, Regensburg, Landshut und Passau bis Forchheim, Fürth, Freilassing, Kaufbeuren, Cham, Dachau, Würzburg und Herzogenaurach. Am 6. September finden Kundgebungen gegen den Rechtsruck in Augsburg, Rosenheim und München statt, außerdem Veranstaltungen in Altötting, Mühldorf, Schweinfurt, Cadolzburg und weiteren Städten. Der 12. September bündelt Aktionen in München, Nürnberg, Erlangen, Bamberg, Bayreuth, Regensburg, Fürth, Eging am See und Mömlingen. In München heißt es am 17. September „Gegen den Sozialabbau!“, parallel gibt es Veranstaltungen in Augsburg, Bayreuth und Landshut. Demokratie- und Protestveranstaltungen folgen am 19. September in München, Emskirchen, Erlangen, Cadolzburg, Nürnberg, Marktredwitz und Reichenbach. Am 26. September steht der Aktionstag für den Sozialstaat in Nürnberg an, dazu CSD-Veranstaltungen in Landshut und Herzogenaurach. Am 29. September gibt es in Nürnberg eine Kundgebung gegen sozialen Kahlschlag.
Berlin ist den ganzen Monat über mit Veranstaltungen und Plena der Studierenden gegen Rechts, antifaschistischen Treffen und Kundgebungen dabei. Vom 1. bis 4. September geht es gegen rechtsextreme Strukturen, unter anderem in Alt-Blankenburg, Pankow und Gropiusstadt, außerdem gibt es Aktionstrainings. Am 5. September sind gemeinsame Anreisen zum Demokratie-Festival in Magdeburg und zu einer Antifa-Demonstration in Halle geplant, daneben ein Gesundheits- und Demokratiefest in Berlin. Am 6. September folgt eine Kundgebung gegen die AfD in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt, am 7. September Aktionen am Brandenburger Tor und weitere Veranstaltungen zu den Wahlergebnissen. Mehrere Demonstrationen gegen Queerfeindlichkeit und für Demokratie, darunter „PRÜF Berlin“ am Potsdamer Platz, stehen am 12. September an. Am 18. September gibt es eine Kundgebung gegen AfD und NPD sowie eine Lichterkette für Solidarität und Demokratie. Gemeinsame Anreisen zu CSD-Veranstaltungen und Protest gegen den „Marsch für das Leben“ sind für den 19. September vorgesehen. Am 26. September trifft sich der bundesweite Aktionstag für den Sozialstaat am IG-Metall-Haus. Am 27. und 30. September folgen weitere Erinnerungs- und Plenumsveranstaltungen.
Brandenburg meldet wiederkehrende Termine in Werder (Havel), Oranienburg, Potsdam, Frankfurt (Oder), Cottbus, Storkow, Rathenow, Luckenwalde, Angermünde, Bernau, Bad Belzig, Hennigsdorf und Jüterbog. Vom 3. bis 12. September läuft die Aktionswoche „Weltoffenes Werder“. Am 5. und 6. September reisen Menschen aus Potsdam, Werder und Berlin zum Demokratie-Festival in Magdeburg; zugleich gibt es ein Protestcamp in Bitterfeld-Wolfen. Der 12. September bringt „PRÜF Brandenburg“ in Potsdam, das Festival „Weltoffenes Werder“, Veranstaltungen in Cottbus und Angermünde sowie einen CSD in Rathenow. CSD-Termine in Bad Belzig, Hennigsdorf und Jüterbog sowie ein Stadtevent in Falkensee sind für den 19. September angesetzt. Am 22. September folgt ein Workshop zum Massenselbstschutz in Bernau, am 23. September eine Kundgebung gegen einen AfD-Bürgerdialog in Werder. Stolpersteinverlegungen finden am 25. September in Birkenwerder und Hohen Neuendorf statt, ein CSD am 26. September in Bernau. Am 27. September ist Protest gegen die AfD in Angermünde angekündigt.
In Bremen öffnen sich am 1., 8., 15., 22. und 29. September die Plena der Studierenden gegen Rechts an der Universität. Am 2. September gibt es ein
