Die Freie Universität Berlin lädt im Sommersemester 2026 zu einer aufschlussreichen Gesprächsreihe ein, die sich mit der zentralen Thematik des Republikanismus beschäftigt. Unter dem Titel „Die Entdeckung des Republikanismus – Zur Beziehung von Bürgerschaft und Demokratie“ wird ab dem 4. Mai ein offener Austausch über die Grundlagen und Herausforderungen demokratischer Bürgerschaft stattfinden. Demografische Und gesellschaftliche Veränderungen, wie sie in der heutigen Zeit zu beobachten sind, stehen dabei im Fokus.
Das Veranstaltungsformat, moderiert von Prof. Stefan Gosepath und Peter Siller am Institut für Philosophie, richtet sich nicht nur an Studierende und Forschende, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt der Reihe steht das Verständnis und die Gestaltung von Bürgerschaft in einer Demokratie angesichts vielfältiger gesellschaftlicher Herausforderungen. Die Diskussion beleuchtet den „bürgergesellschaftlichen Republikanismus“ als eine Denktradition, die neu interpretiert und vor dem Hintergrund aktueller Bedrohungen für die Demokratie erörtert wird, wie fu-berlin.de berichtet.
Termine und Referenten
Die Gesprächsreihe beginnt am 4. Mai mit einem Vortrag von Thea Dorn, die über die Bedingungen und Erwartungen an Bürgerschaft sprechen wird. Dorn, eine bekannte Schriftstellerin und Moderatorin des „Literarischen Quartetts“, hat auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin gewirkt.
Am 15. Juni wird Prof. Steffen Mau eine Diskussion über die Gleichwertigkeit der Bürgerschaft führen und sich mit den Arenen der Ungleichheit beschäftigen. Mau ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Max-Planck-Instituts für Politik- und Sozialwissenschaft in Göttingen.
Den Abschluss der Reihe am 13. Juli bildet ein Vortrag von Prof. Hartmut Rosa. Er wird über demokratische Öffentlichkeit und die bürgerschaftlichen Resonanzräume referieren. Rosa ist Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt.
Der Republikanismus: Geschichte und Werte
Der Republikanismus, der mit der amerikanischen Revolution als dominierende politische Ideologie in den USA etabliert wurde, legt großen Wert auf persönliche Freiheit, Grundrechte und die Selbstregierung des Volkes. Diese Aspekte bilden nach rwi.uzh.ch die Grundlage für eine funktionierende Republik. Bürgertugend, verstanden als aktive Teilhabe an politischen Prozessen, ist ein essentielles Element. Aristoteles sah diese Tugend als zentral für die Freiheit an.
Die Gründerväter der USA, darunter Thomas Jefferson und Benjamin Franklin, betonten die Bedeutung eines tugendhaften Volkes für den Bestand der Republik. In der Unabhängigkeitserklärung wird die Gleichheit aller Menschen und die Idee von unveräußerlichen Rechten, wie das Streben nach Glück, hervorgehoben. Die Legitimität staatlicher Gewalt basiert auf dem „consent of the governed“, womit das Recht des Volkes, seine Regierung zu ändern oder abzuschaffen, unterstrichen wird.
Darüber hinaus sind das Volkssouveränitätsprinzip und die damit verbundene Gewaltenteilung, inspiriert von Montesquieu, grundlegende Aspekte der modernen republikanischen Staatsform. Der Republikanismus hat sich weiterhin entwickelt und wird in verschiedenen Ausprägungen unter anderem mit kommunitaristischen, zivilgesellschaftlichen und deliberativen Vorstellungen verbunden, wie wikipedia.org anmerkt. Die Gespräche an der Freien Universität Berlin adressieren diese historischen und aktuellen Dimensionen des Republikanismus.