Am 27. April 2026 feierten die Fakultäten für Mathematik, Informatik, Rechtswissenschaft sowie Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität in Hagen eine beeindruckende Alumnifeier. Was die Feier besonders machte, war die Vielfalt der Absolventinnen und Absolventen, die aus unterschiedlichen Altersgruppen und mit ganz verschiedenen beruflichen sowie persönlichen Hintergründen stammten. Prorektorin Prof. Claudia de Witt hob in ihrer Rede die Bedeutung individueller Lebenswege und Bildungsbiografien hervor und betonte, dass jeder akademische Werdegang einzigartig ist.
Ein prägnantes Beispiel für diese Vielfalt war Sophia Weixler, eine Absolventin und Ordensschwester, die ihren nicht geradlinigen akademischen Weg schilderte. Weixler hat einen Bachelor in Rechtswissenschaften abgeschlossen, steht kurz vor dem Abschluss ihres Masters und ist zudem im Europäischen Forschungspogramm (EJP) eingeschrieben. Die Flexibilität des Fernstudiums erlaubte es ihr, ihr Studium mit anderen Verantwortungen zu verbinden, was sie als entscheidend für ihren Erfolg ansieht.
Wert der Gemeinschaft
Während der Feier betonte Prof. de Witt auch den Gemeinschaftsgedanken unter den Absolvent:innen, der in diesem besonderen Rahmen auch spürbar wurde. Begegnungen in einem persönlichen Umfeld sind für viele Teilnehmer:innen von unschätzbarem Wert. De Witt sprach zudem über die Verantwortung, die mit dem Wissen verbunden ist, das die Absolvent:innen erworben haben: Dieses Wissen soll dazu dienen, anderen zu helfen und gesellschaftliche Fragen zu beantworten. Die Bedeutung von Disziplin und Eigenverantwortung im Fernstudium wurde ebenfalls betont.
Bürgermeisterin Karin Köppen zollte den Absolvent:innen Respekt und unterstrich die Rolle der FernUniversität als „Möglichkeitsraum“, der aktiv genutzt wird und das Konzept des lebenslangen Lernens fördert. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Hagener Sängerin Joy Bach, die eine besondere Atmosphäre schuf und emotional bewegte Momente bot.
Erfahrungen der Absolvent:innen
Insgesamt rund 70 Absolventinnen und Absolventen feierten Anfang Mai ihren Abschluss, wobei sie auch aus den Fakultäten für Kultur- und Sozialwissenschaften sowie Psychologie kamen. Ein eindrucksvolles Zeugnis der Reichweite dieser Bildungsinstitution gab Beatrix Martin, die für ihren Master in Europäischer Geschichte mit ihrer Mutter 700 Kilometer vom Bodensee anreiste und das Fernstudienzentrum in Bregenz als ihre erste Anlaufstelle nannte.fernstudi.net berichtet, dass auch Manuela Wienhauer nach einer Weltreise ihren Master in eEducation erfolgreich abschloss und während dieser Zeit ihre digitalen Kompetenzen ausbaute.
Die Veranstaltung zeichnete sich nicht nur durch die Ehrung der Absolventen aus, sondern auch durch den herzlichen Austausch zwischen Eltern und Kindern, wobei viele individuelle Bildungserfolge gefeiert wurden. Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer bezeichnete die FernUniversität als „Chancen-Uni“ und Bildungsdezernentin Martina Soddemann betonte die Kooperation zwischen der Stadt Hagen und der Hochschule mit dem Ziel, Absolventen in lokalen Unternehmen zu fördern.
Fernstudium in Deutschland
Das Fernstudium bietet nicht nur individuelle Freiräume, sondern auch eine Lösung für viele, die Karriere und Studium miteinander vereinbaren müssen. Über 250.000 Menschen sind aktuell in Deutschland im Fernstudium eingeschrieben, wobei Fernstudierende etwa 9 Prozent der gesamten Studierendenzahl ausmachen. Der Anstieg der Fernstudierenden wird teilweise auf die Corona-Jahre zurückgeführt, die den Ausbau von Online-Angeboten forcierten. Wie ingenieur.de erklärt, hat sich die Zahl der Fernstudierenden zwischen 2006 und 2022 fast vervierfacht.
Ein Großteil der Fernstudiengänge konzentriert sich auf Wirtschaftswissenschaften, mit einem Angebot von 355 Studiengängen. Die durchschnittlichen Semesterbeiträge belaufen sich auf 2.207 Euro, wobei die Gesamtkosten eines Fernstudiums oft über 10.000 Euro liegen können. Es ist wesentlich, dass Fernstudierende in Hochschulstatistiken gesondert ausgewiesen werden, um ein realistisches Bild der Studienlandschaft zu erhalten und Verzerrungen zu vermeiden.
Die Alumnifeier der FernUniversität in Hagen ist somit nicht nur ein Zeugnis für den individuellen Schwerpunkt jedes einzelnen Absolventen, sondern auch ein Beleg für die Relevanz und den Wandel, den das Fernstudium in der deutschen Hochschullandschaft hervorgebracht hat.