Am 27. April 2026 fand in Nürnberg das Auftakttreffen des Projekts KIDaS statt, bei dem vier Projektpartner und der Projektträger zusammenkamen. Ziel des Treffens war es, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und die nächsten Schritte des Projekts abzustimmen. Das Projekt, das über 1,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Fördermaßnahme „DigiNutzenDat“ gefördert wird, fokussiert sich auf die Entwicklung einer KI-gestützten Datenplattform für soziale Dienstleistungen.

In Deutschland beziehen über zwei Millionen Menschen Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII (SGB XII). Die soziale Landschaft ist jedoch von erheblichen Problemen geprägt: lange Wartezeiten auf Unterstützung, unpassende Angebote, fragmentierte Informationssysteme und unvollständige Daten. Dies erschwert nicht nur die Verwaltungsprozesse, sondern führt auch zu einem hohen manuellen Koordinationsaufwand für Sozialarbeiter, die soziale Dienstleistungen vermitteln müssen. KIDaS soll diese Herausforderungen angehen, indem es Leistungsträger, Leistungserbringer und Leistungsempfänger miteinander vernetzt und die Koordination sozialer Dienstleistungen verbessert.

Technologische Innovationen für soziale Herausforderungen

Die verantwortungsvolle Entwicklung der benötigten Technologien liegt in den Händen der Universität Kassel, unter der Leitung von Prof. Jan Marco Leimeister. Das Projekt sieht den Einsatz spezialisierter KI-Agenten vor, die als Web-Crawler und „Service-Sonar“ fungieren, um Bedarfe und Versorgungslücken im sozialen Bereich zu identifizieren und zu analysieren. Diese Innovation soll den Wissensaustausch zwischen den Beteiligten fördern und dabei Wertorientierung, Transparenz, Fairness und Akzeptanz gewährleisten.

Die Projektleitung wird von Dr. Mahei Manhai Li und Antonia Tolzin übernommen. In enger Zusammenarbeit mit der ANLEI-Service GmbH soll die praktische Umsetzung des Projekts erfolgen. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) koordiniert das Projekt, während Dataciders PRODATO GmbH als Industriepartner fungiert. Zu den Value Partnern zählen unter anderem der Landeswohlfahrtsverband Hessen und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Ethische Überlegungen zur KI in der Sozialen Arbeit

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in die soziale Arbeit wirft wichtige ethische Fragen auf, die auch im Rahmen von KIDaS adressiert werden. In einem Dossier, das Informationen zu grundlegenden und ethischen Fragestellungen der KI bereitstellt, wird auf die gesellschaftliche Relevanz von KI seit der Einführung von Technologien wie ChatGPT hingewiesen. Ethische Perspektiven, einschließlich Transparenz, Diskriminierung und Selbstbestimmung, sind entscheidend für die Akzeptanz von KI-Anwendungen in der Sozialen Arbeit.

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Des Weiteren beschäftigt sich das Forschungsprojekt „Kann ein Algorithmus im Konflikt moralisch kalkulieren (KAIMo)“ mit der Digitalisierung im Kinderschutz. Der Deutsche Ethikrat analysiert die Auswirkungen von KI auf das menschliche Selbstverständnis und die Gesellschaft. Auch verschiedene Initiativen, wie der KI-Campus und Projekte zur Förderung von Kompetenzen älterer Menschen, zeigen das breite Spektrum an Einsatzmöglichkeiten und Herausforderungen der KI-Technologie.

Mit der Entwicklung der KIDaS-Plattform wird ein bedeutender Schritt hin zu einer verbesserten sozialen Versorgung in Deutschland gemacht. Die geplante Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre, und es bleibt abzuwarten, wie sich die in KIDaS implementierten KI-Lösungen auf den sozialen Sektor auswirken werden. KIDaS könnte Vorreiter für ähnliche Projekte sein, die darauf abzielen, soziale Dienstleistungen effizienter und zugänglicher zu gestalten. Experten und Sozialarbeiter sind nun gefordert, die Chancen und Risiken der neuen Technologie zu evaluieren und verantwortungsvoll zu handeln.