Am 23. April 2026 fand an der Universität Rostock der erfolgreiche Abschluss der Erprobung des Verbundprojekts ModularShipAssist statt. Die Tests, die auf der Wassersportanlage der Universität durchgeführt wurden, hatten das Ziel, eine automatisierte und kooperative Schiffsassistenz im Hafen zu entwickeln. Im Rahmen des Förderaufrufs „Innovative Hafentechnologien“ wurde ein modulares Assistenzsystem entwickelt, das die sichere, effiziente und emissionsarme Unterstützung von Schiffsmanövern ermöglicht.
Das besagte System basiert auf elektrisch angetriebenen Schub- und Schleppermodulen sowie einer mobilen Kommandozentrale. Diese innovative Technologie eröffnet modulare Kombinationsmöglichkeiten für komplexe Manöver großer Schiffe. Partnerschaften bestehen mit dem Institut für Automatisierungstechnik der Universität Rostock, J.M. Voith SE & Co. KG und der Technischen Universität Hamburg. Assoziierte Partner wie die Hamburg Port Authority und die Hafenlotsenbrüderschaft Hamburg sind integrale Bestandteile dieses Vorhabens.
Herausforderungen der modernen Hafenlogistik
Das Projekt adressiert die Herausforderungen, die sich aus dem steigenden Verkehrsaufkommen und höheren Schiffskapazitäten ergeben. Innovative Lösungen sind gefragt, um den Anforderungen der modernen Hafenlogistik gerecht zu werden. Eine nachhaltige Entwicklung der Hafeninfrastruktur ist notwendig, um autonom fahrenden und unbemannten Schiffen die nötige Unterstützung bei Wende-, An- und Ablegemanövern zu bieten, wie auch im Bericht von rt.uni-rostock.de erläutert wird.
Die Steuerung der Assistenzsysteme erfolgt unter Berücksichtigung der Anforderungen von Lotsen oder Kapitänen. Dabei wurde ein intuitives Handhaben ermöglicht. Umfangreiche Simulationsverfahren wurden entwickelt, um das Systemverhalten realistisch abzubilden und zu optimieren. Diese Technologien stellen einen entscheidenden Schritt in Richtung einer weitreichenden Automatisierung in der Schiffsassistenz dar.
Technologischer Fortschritt in der maritimen Industrie
Die technologische Entwicklung hin zu hochautomatisierten Systemen wird ebenso von einem ansteigenden Bedarf an Assistenzsystemen für autonomes Fahren auf dem Wasser begleitet. Dies wird auch durch DLR bestätigt, wo sich das Institut für Systems Engineering für zukünftige Mobilität mit der Sicherstellung von automatisierten Schifffahrts- und Hafenmanagementsystemen beschäftigt.
Eine vertiefte Digitalisierung ist notwendig, um den verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden. So müssen Assistenzsysteme dazu in der Lage sein, Positions- und Kraftanforderungen digital zu empfangen sowie selbständig auf hydrodynamische Einflüsse zu reagieren. Zudem wird die Notwendigkeit betont, dass diese Systeme den wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen der Häfen genügen müssen.
Umfassende Tests sollen sicherstellen, dass die entwickelten Systeme einsatzbereit sind. In diesem Zusammenhang spielt das Testfeld e-Maritime Integrated Reference Platform (eMIR) eine zentrale Rolle. Es deckt ein Seegebiet von Brunsbüttel bis Helgoland ab, um hochautomatisierte Assistenzsysteme unter realen Bedingungen zu erproben.
Abschließend danken die Projektverantwortlichen Dr. Juliane Lanz und Ulf-Peter Schlötels für ihre Unterstützung der Erprobung. Die Erkenntnisse aus dem Projekt liefern wichtige Impulse für zukünftige Entwicklungen im Bereich der autonomen Schifffahrt und intelligenten Hafeninfrastruktur. Damit wird das Fundament für eine nachhaltig sich entwickelnde maritime Zukunft weiter gefestigt.