Prof. Dr. Maren Wöbbeking, die seit Dezember 2025 Juniorprofessorin für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht an der Ruhr-Universität Bochum ist, setzt sich intensiv mit der Schnittstelle zwischen Recht und Digitalisierung auseinander. Ihre akademische Laufbahn begann mit einem Studium der Rechtswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen. Dort war sie nicht nur wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Gerald Spindler, sondern promovierte auch im Jahr 2023 mit einem interdisziplinären Thema, das die Bereiche Informatik und Computerlinguistik mit allgemeinem Vertragsrecht vereinte. Diese herausragende Arbeit wurde dank eines Stipendiums der Studienstiftung des Deutschen Volkes gefördert und mit dem Fakultätspreis der Juristischen Fakultät ausgezeichnet, wie news.rub.de berichtet.
Im Rahmen ihrer Forschung war Wöbbeking an renommierten Institutionen tätig, darunter ein Forschungsaufenthalt am Information Society Project der Yale Law School und ihre Rolle als Visiting Researcher am Berkman Klein Center for Internet & Society an der Harvard Law School. Nach dem Abschluss ihres Referendariats am OLG Braunschweig im Jahr 2024, das Stationen beim Bundesjustizministerium und dem Bundesverfassungsgericht beinhaltete, arbeitete sie bis Mitte Dezember 2025 als Postdoc an der Universität Osnabrück.
Forschungsschwerpunkte und interdisziplinärer Austausch
Prof. Wöbbeking hat sich insbesondere auf Urheberrecht und Digitalwirtschaftsrecht spezialisiert, mit einem klaren Fokus auf Themen rund um Künstliche Intelligenz (KI). Ihre Forschung beschäftigt sich mit zentralen Fragen zur Nutzung sowie Haftung im Kontext von KI, und sie betont die Notwendigkeit des interdisziplinären Austauschs in ihrer Arbeit. Sie ist als Teil des Organisationsteams der „Law and AI Research Group“ aktiv und plant eine Zusatzausbildung zu KI, Digitalisierung und Recht in Kooperation mit der Fakultät für Informatik.
In ihrer Lehrtätigkeit ist sie zudem in die deutsch-französischen Bachelor- und Master-Studiengänge im Wirtschaftsrecht integriert, die durch die deutsch-französische Hochschule gefördert werden. Kürzlich hat sie eine Vorlesung für französische Studierende an der Partneruniversität in Tours gehalten, um das Verständnis für die rechtlichen Aspekte der Digitalisierung zu schärfen.
Aktuelle Diskurse zur Digitalisierung und Recht
Die Diskussion über die Herausforderungen und Chancen, die die Digitalisierung mit sich bringt, ist aktueller denn je. Während einer Veranstaltung mit dem Titel „Digitalisierung und Recht“, organisiert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), wurden zahlreiche wissenschaftliche Perspektiven auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz erörtert. Experten wie Prof. Daniel Braun von der Philipps-Universität Marburg und Prof. Indra Spiecker gen. Döhmann beleuchteten Fragen zu Legal Tech, Datenschutz und den notwendigen gesetzlichen Anpassungen in einer zunehmend digitalisierten Welt.
Besonders bedeutend waren die Diskussionsinhalte, die sich mit den Möglichkeiten und Risiken der digitalen Transformation beschäftigten. Die Rolle von KI bei der Verständigung von Rechtsvorschriften und die Herausforderungen im Hinblick auf Vertrauen in Algorithmen standen im Mittelpunkt. Es wurde betont, wie wichtig es ist, Rechte in einer sich rasch verändernden digitalen Landschaft zu verteidigen.
Die Veranstaltung fand als Livestream auf YouTube statt und war ein Teil des Digitaltags, der dazu dient, das Bewusstsein für die Digitalisierung und deren rechtliche Implikationen zu schärfen. Kontaktperson für weitere Informationen ist Cornelia Lossau von der DFG. Die Entwicklungen in dieser Rechtsdisziplin sind dynamisch und schreiben das Kapitel über die Beziehung zwischen Technologie und Recht weiter, wobei Stimmen wie die von Prof. Wöbbeking von zentraler Bedeutung sind.