Der Boom im Bereich des Quantencomputings wird weiterhin durch neue Bildungsangebote unterstützt. Ab dem Wintersemester 2023/2024 wird an der Universität des Saarlandes der Masterstudiengang „Quanteninformationstheorie“ (Quantum Information Theory, QIT) eingeführt. Der englischsprachige Studiengang zielt darauf ab, Studierende umfassend auf die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts vorzubereiten.

Der Studiengang hebt sich durch seinen mathematischen Schwerpunkt hervor und richtet sich sowohl an Bachelorabsolventen aus Physik, Mathematik und Informatik als auch an Interessierte ohne tiefere Physikkenntnisse. Die Bewerbungsfrist für eine Aufnahme endet am 30. Juni.

Studieninhalte und Ziele

Das Curriculum fokussiert auf die Software-Seite des Quantencomputings sowie auf die theoretischen Grundlagen der Informationsverarbeitung in Quantensystemen. Studierende werden mit den Grundlagen der Quanteninformatik vertraut gemacht und erlernen die Programmierung von Quantencomputern. Weitere Themen sind die Unterschiede zu klassischen Computern und die Mathematik, die hinter den Quantenalgorithmen steht.

Wahlpflichtmodule erlauben es den Studierenden, sich auf spezielle Bereiche wie Quantenkomplexität und Fehlerkorrektur zu spezialisieren. Die frühe Einbindung in aktuelle Forschungsfragen ist durch die enge Anbindung an das Zentrum für Quantentechnologien und Kooperationen mit führenden Forschungseinrichtungen, wie dem Forschungszentrum Jülich, gegeben.

Praktische Erfahrungen werden durch betreute Praktika in Wissenschaft und Industrie ermöglicht. Den Absolventen werden vielversprechende Karrierewege in der Quantencomputing-Industrie, IT- und Cybersicherheitsbranche, sowie in der Softwareentwicklung und Datenanalyse eröffnet.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Vergleich mit anderen Programmen

Die Technische Hochschule Deggendorf bietet ebenfalls einen Masterstudiengang im Bereich Quantencomputing an. Dieser richtet sich an Studierende mit einem Hintergrund in Informatik, Physik oder Technik. Hier liegt der Fokus darauf, komplexe Probleme effizienter zu lösen, als es mit herkömmlichen Computern möglich ist. Quantencomputer sollen in der Lage sein, große Datenmengen in Minuten auszuwerten, was nicht nur für Prognosen und Kryptographie von Bedeutung ist, sondern auch für die Pharmakologie.

Das Programm an der TH Deggendorf wird ebenfalls in englischer Sprache angeboten und beinhaltet Aspekte des High-Performance Computing, wobei die Studierenden lernen, Software für Hoch- und Höchstleistungsrechner zu entwickeln.

Ausblick auf die Zukunft

Einen weiteren innovativen Studiengang für Quantenwissenschaften in Deutschland bietet die Technische Universität München (TUM) in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität an. Der Masterstudiengang in Quantum Science & Technology stellt die Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften, Ingenieur- und Mathematikwissenschaften dar. Hier lernen die Studierenden, Quanteneffekte wie Superposition und Verschränkung zu nutzen, um komplexe Probleme zu lösen.

Die TUM bietet Wahlmöglichkeiten in drei Fokussierungsrichtungen an: Experimental Quantum Science & Technology, Theoretical Quantum Science & Technology und Quantum Computing. Absolventen der TUM sind somit bestens für Positionen in der Hochtechnologie-Industrie oder in Start-ups qualifiziert und können bei Bedarf ihre wissenschaftliche Laufbahn durch eine Doktorarbeit fortsetzen.

Insgesamt bedeutet die Einführung dieser Masterstudiengänge eine wichtige Entwicklung in der Ausbildung von Fachkräften für die wachsenden Herausforderungen und Möglichkeiten im Bereich der Quantentechnologien und des Quantencomputings.