In der Welt der Hochschulbildung stehen innovative Lehrmethoden und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend im Fokus. Ein Paradebeispiel ist Till Hagemann, der 2025 mit dem TU-Lehrpreis in der Kategorie „Beste studentische Lehre“ ausgezeichnet wurde. Seine Reise begann im Jahr 2018, als er im Master Luft- und Raumfahrttechnik an der Technischen Universität Braunschweig zu studieren begann. Hagemann hat sich über die Jahre nicht nur als Tutor an verschiedenen Instituten engagiert, sondern auch als Lehrer, der es versteht, auf Augenhöhe mit seinen Studierenden zu arbeiten.

Seine Erkenntnis über die Herausforderungen, die insbesondere Erstsemester häufig bewältigen müssen, prägt seine Lehrphilosophie. Er weiß, dass viele Studierende zu Beginn ihres Studiums oft überfordert sind und Schwierigkeiten haben, den Anschluss zu finden. Aus Hagemanns Sicht ist gute Lehre mehr als bloßes Wissen zu vermitteln. Es ist entscheidend, eine unterstützende Atmosphäre zu schaffen und Beziehungen zu den Studierenden aufzubauen, viele von denen im Laufe der Zeit zu Freunden wurden. Er beschreibt die Merkmale schlechter Lehre als mangelndes Interesse, fehlenden Augenkontakt und das Ignorieren der Studierenden.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Lehre

Hagemann erkennt die bedeutende Rolle, die Künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung spielt. Dennoch betont er, dass KI keine persönliche Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden ersetzen kann. In diesem Kontext ist die Untersuchung des Einsatzes von KI in der Hochschullehre von großem Interesse. Diese befasst sich mit verschiedenen Werkzeugen, darunter KI-Chatbots, die sofortiges Feedback bieten können, sowie Reasoning-Modelle zur Unterstützung logischer Problemstellungen. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat solche Technologien getestet und berichtet über positive Effekte auf das Lernen, insbesondere durch die Förderung von Blended Learning, das personalisierte und flexible Lernerfahrungen bietet.

Die Forschung zeigt, dass KI auch interaktive Unterstützung rund um die Uhr ermöglichen kann und gleichzeitig Lehrenden sowie Verwaltungspersonal Einblicke in die Anwendung dieser Technologien bietet. Ein Beispiel ist das Projekt StudyBuddy, das Lernenden durch einen KI-basierten Bot Unterstützung bieten möchte. Der bot verfolgt einen individualisierten Ansatz, um freundschaftliche Beziehungen aufzubauen und die Lernmethoden zu optimieren.

Herausforderungen und Chancen

Die Implementierung von KI-gestützten Innovationen ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Kritische Aspekte wie mangelnde Anpassbarkeit und Individualisierung in bestehenden Chatbots werden diskutiert, ebenso wie die Transparenz bei KI-Bewertungen in Projekten wie DEEP WRITE, das gezielt die Argumentationskompetenz von Studierenden verbessern möchte. Auch das Projekt AIM@LMU, das ein Nebenfach zu Künstlicher Intelligenz an der Ludwig-Maximilians-Universität in München einführen möchte, sieht sich Herausforderungen durch die heterogene Hörerschaft und unterschiedliche Vorkenntnisse der Studierenden gegenüber.

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Trotz dieser Schwierigkeiten ist klar, dass der Einsatz von KI in der Hochschulbildung viele Vorteile bietet. Kompetenzen im Umgang mit diesen Technologien werden immer wichtiger und sollten bereits in Schulen und Ausbildungsberufen vermittelt werden. Hagemanns Erfahrungen und Ansätze zeigen, dass durch eine Kombination aus persönlicher Interaktion und modernen Technologien eine neue Form des Lehrens möglich ist, die den Anforderungen einer sich schnell verändernden Welt gerecht wird.

Der Erfolg von Hagemann hat nicht nur seine Motivation erhöht, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten für eine bessere Integration in sein Institut und unterstützt seine weitere akademische Laufbahn. Die Diskussionen über die Zukunft der Lehre werden davon profitieren, dass mehr Lehrende wie Hagemann bereit sind, kreative Ansätze auszuprobieren und den Dialog mit ihren Studierenden aktiv zu fördern.

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