Am 4. Mai 2026 wurde ein bedeutender Schritt in der Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) vollzogen. Prof. Dr. Dr. Lars Bonitz wurde auf die neu geschaffene Professur für Digitale Zahnmedizin, Simulation und Künstliche Intelligenz berufen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Integration von innovativen Technologien in die zahnmedizinische Ausbildung zu fördern.
Der Schwerpunkt von Prof. Bonitz liegt auf der Einbindung von Simulation und Künstlicher Intelligenz (KI) in Forschung, Studium und Patientenversorgung. Ein zentrales Ziel seiner Arbeit ist es, zukünftige Mediziner:innen auszubilden, die KI aktiv und sicher in der Diagnostik, Dokumentation und Entscheidungsfindung nutzen können.
Innovative Lehrmethoden und Curricula
Ein wesentliches Element seiner Professur ist die Entwicklung eines eigenen Curriculums für Zahnmedizinstudierende an der UW/H. Dieses Curriculum soll den Studierenden ermöglichen, mit digitalen Modellen von Kiefer und Zähnen zu arbeiten, Daten zu analysieren und Behandlungen am Computer zu simulieren.
Darüber hinaus werden Promovierende in speziellen Seminaren über die Nutzung von KI in der Wissenschaft informiert. Dies soll sicherstellen, dass auch die Forschung einen klaren Bezug zur digitalen Zahnmedizin hat und KI-gestützte Techniken bei der wissenschaftlichen Arbeit berücksichtigt werden.
Fortschritte in der Bildgebung und Risikominderung
Ein weiterer Fokus von Prof. Bonitz liegt auf der Forschung an neuen bildgebenden Verfahren, wobei insbesondere die Entwicklung eines MRT (Magnetresonanztomographie) für die Zahnmedizin im Mittelpunkt steht. Diese Technik stellt eine strahlenfreie Alternative zum herkömmlichen Röntgen dar und soll gesundheitliche Risiken reduzieren, die durch ionisierende Strahlung entstehen können. Oft sind Röntgenbilder mehrfach erforderlich, was das Risiko erhöht.
Am Klinikum Dortmund befindet sich eines der weltweit ersten MRT-Geräte speziell für die Zahnmedizin. Hier wird KI eingesetzt, um komplexe und verrauschte MRT-Bilder zu analysieren, damit Ärzt:innen präzise Details wie Knochenveränderungen oder Entzündungen erkennen können. Diese technologischen Fortschritte versprechen nicht nur eine bessere Patientenversorgung, sondern auch eine erhebliche Verbesserung der Diagnosesicherheit.
Prof. Dr. Dr. Lars Bonitz strebt an, die digitale Zahnmedizin an der UW/H weiter auszubauen. Sein Ziel ist es, neue Technologien schneller in die Ausbildung und die praktische Patientenversorgung zu integrieren, um so die Zukunft der Zahnmedizin nachhaltig zu gestalten.