Eine internationale klinische Phase-2-Studie zur Wirkung des Mikro-RNA-Blockers CDR132L zeigt vielversprechende Ergebnisse bei Patienten mit Herzinfarkt und Pumpschwäche. Das Team um Prof. Dr. Dr. Thomas Thum an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersuchte, wie die Blockade der MikroRNA-132 (miR-132), die als zentraler Regulator für krankhaften Herzmuskelzuwachs bekannt ist, chronische Herzschwäche rückgängig machen könnte. Diese Studie wurde am 10. Mai 2026 auf dem Kongress der Heart Failure Association (HFA) in Barcelona vorgestellt und in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlicht.

Die HF-REVERT-Studie, die in sieben europäischen Ländern sowie dem Vereinigten Königreich an rund 80 Studienzentren durchgeführt wurde, randomisierte 294 Patienten innerhalb von drei bis 14 Tagen nach einem Herzinfarkt in drei Gruppen: zwei Gruppen erhielten CDR132L in unterschiedlichen Dosierungen, während die dritte Gruppe ein Placebo erhielt. Die Auswertung konzentrierte sich auf 280 der Patienten, die mindestens eine Dosis erhalten hatten. Die Ergebnisse zeigen, dass CDR132L sowohl in Bezug auf Sicherheit als auch Verträglichkeit positive Ergebnisse lieferte, ohne schädliche Nebenwirkungen auf Leber, Nieren oder das Herz zu verursachen.

Hintergrund zur Studie

Die innovative Therapie befasst sich mit zellulären Prozessen, da übermäßige Aktivität der MikroRNA Erkrankungen wie die Herzschwäche auslösen kann. CDR132L stellt zudem die erste Therapie auf Basis von nicht-kodierender RNA in Phase-II-Studien bei Herzerkrankungen dar. Einschließlich der Behandlung durch Standardmedikationen erhielten die Patienten drei intravenöse Infusionen über einen Zeitraum von 28 Tagen. Die Rekrutierung begann im Juli 2022 und wird bis März 2024 fortgeführt.

Die Patienten, die in die Studie aufgenommen wurden, waren zwischen 30 und 80 Jahre alt und hatten eine linksventrikuläre systolische Dysfunktion nach einem spontanen Typ-1-Herzinfarkt. Die Auswertung umfasste verschiedene Parameter, einschließlich Echokardiogramme und biochemische Marker wie NT-proBNP und Troponin, um die Herzfunktion detailliert zu bewerten.

Molekularer Schalter und neue Erkenntnisse

Zusätzlich zu den Ergebnissen zur CDR132L-Therapie entdeckte das Forschungsteam von Prof. Dr. Dr. Thomas Thum eine zirkuläre RNA (circRNA), die Entzündungen und Vernarbungen des Herzmuskels nach einem Herzinfarkt reguliert. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant, angesichts der Tatsache, dass jährlich über 300.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt erleiden, was oft zu Gewebeabsterben führt.

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Das zirkuläre RNA-Molekül circHIPK2 wurde als bedeutend für entzündungsfördernde Prozesse identifiziert. Die Experimente zeigten, dass die Ausschaltung von circHIPK2 die Herzleistung verbessert und die Entzündungsreaktionen verringert. Diese Entdeckungen könnten Hinweise auf neue RNA-basierten Therapien geben, die die Behandlungshorizonte für Herzinfarkte und chronische Herzinsuffizienz entscheidend verändern könnten.

Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der HF-REVERT-Studie nicht nur die funktionelle Wirksamkeit von CDR132L, sondern erweitern auch das Wissen um molekulare Mechanismen, die potenziell therapeutisch genutzt werden können, um die Regeneration des Herzens nach einem Infarkt zu unterstützen.