Die Forschung zur Gewebeheilung gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere durch die Arbeiten von Prof. Dr. Kerstin Bartscherer an der Universität Osnabrück. Seit April 2021 hat sie die Professur für Tierphysiologie inne und wurde 2025 im Rahmen des „Momentum“-Programms der VolkswagenStiftung gefördert, um die Regeneration von Haut zu erforschen. Ihr Schlüsselinteresse liegt in der Frage, warum einige Tiere wie Stachelmäuse Gewebe narbenfrei regenerieren können, während Menschen und andere Säugetiere durch Narbenbildung eingeschränkt sind.

Ein bemerkenswertes Beispiel sind Stachelmäuse, die in der Lage sind, Teile ihrer Rückenhaut bei leichter mechanischer Belastung abzuwerfen und nachwachsen zu lassen. Dieser Prozess wird als Regeneration definiert, bei dem die zelluläre Struktur und Funktion komplexer Gewebe neu aufgebaut werden. Die Forschung von Prof. Dr. Bartscherer beinhaltet den Vergleich der Zellreaktionen verschiedener Tiere auf Verletzungen. Hierzu gehört die Charakterisierung spezieller Zelltypen der Stachelmäuse, die eine narbenfreie Regeneration durch Aktivierung bestimmter Gene ermöglichen.

Die Herausforderungen der Forschung

Ein zentrales Ziel dieser Forschung ist es, diese besonderen Zelltypen aus menschlichen Stammzellen nachzubauen, um die Erkenntnisse in Zelltherapien für den Menschen umzusetzen. Besonders interessant ist die Nutzung von Hautorganoiden, die aus menschlichen Stammzellen gezüchtet werden. Diese Organoide enthalten verschiedene Zelltypen, einschließlich Nervenzellen und Haarfollikel, und sollen das Verhalten regenerativer Zellen im menschlichen Gewebe untersuchen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entstehung von schwarzem Hautkrebs (Melanom) mithilfe patientenspezifischer Hautorganoide.

Die Anwendung dieser innovativen Zelltherapien könnte insbesondere Brandopfer betreffen, vor allem bei großflächigen Verbrennungen. Dennoch stehen der Forschung Herausforderungen gegenüber, wie die langen Genehmigungsprozesse für Tierversuche und die momentan unausgereiften menschlichen Modelle, die ohne Blutgefäße und Immunsystem-Interaktion auskommen müssen.

Die Rolle von Tierversuchen in der Forschung

Im Kontext der regenerativen Medizin ist auch die Diskussion über Tierversuche relevant. Laut dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) flossen 2019 über 970 Millionen Franken in die Forschung, wobei knapp 140 Millionen Franken in Projekte mit Tierversuchen investiert wurden. Rund 40 Prozent dieser Mittel fließen in die Forschung mit Zellen und Geweben, wobei belastende Tierversuche, die Wunden verursachen, 22 Prozent des Budgets ausmachen. Im kommenden Folgeprojekt wird der Anteil der Forschung mit Tieren voraussichtlich rund 70 Prozent betragen.

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Die Detailliertheit und Komplexität dieser Forschungen zeigen, wie notwendig und herausfordernd die Suche nach neuen Erkenntnissen im Bereich der Gewebeheilung ist. Die Arbeiten von Prof. Dr. Bartscherer und die finanziellen Investitionen für Forschung mit Tierversuchen unterstreichen die wichtigen Schritte, die in diesem Bereich gemacht werden, um Medizin und Therapien für Patienten zu verbessern.

Für weitere Informationen über die Forschung zur Gewebeheilung informiert uni-osnabrueck.de. Für Details zu Tierversuchen und der Finanzierung von Forschungsprojekten besuchen Sie snf.ch und um die Entwicklung von Zelltherapien zu verfolgen, lohnt sich ein Besuch auf helmholtz.de.