Professor Andreas Keller und sein Team von der Universität des Saarlandes haben sich dem Kooperationsnetzwerk (CRN) angeschlossen, um die Forschung zur Parkinson-Krankheit voranzutreiben. Dieses Engagement wird durch die Initiative „Aligning Science Across Parkinson’s“ (ASAP) unterstützt, die eng mit der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research (MJFF) zusammenarbeitet.
Das Hauptaugenmerk des CRN liegt auf dem Verständnis der Heterogenität der Parkinson-Krankheit und den unterschiedlichen Krankheitsverläufen bei Patienten. Diese Erkenntnisse sollen zur Entwicklung präziserer Diagnosen und effektiverer Therapien führen. Ein zentrales Ziel der Forschung ist es, neue Ressourcen für die globale Forschungsgemeinschaft zu schaffen, um technische Hürden in der Arzneimittelentwicklung zu überwinden.
Forschungsschwerpunkte
Andreas Keller, der seit über einem Jahrzehnt zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer forscht, hat seinen Fokus auf die Untersuchung von microRNAs gelegt. Diese Moleküle spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung genetischer Informationen in Zellen. Im Rahmen der aktuellen Forschung werden über hundert Terabyte an Daten von Parkinsonpatienten analysiert.
Ein innovativer Ansatz in Kellers Forschung ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), um diese umfassenden Daten auszuwerten und potenzielle RNA-basierte Wirkstoffe zu identifizieren. Diese RNA-Kandidaten werden in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Weizmann-Institut in Israel und der Columbia University in den USA weiter getestet. Erfolgreiche Kandidaten sollen anschließend in Laboruntersuchungen an Versuchstieren erforscht werden.
Individualisierte Therapieansätze
Ein bedeutender Aspekt der Forschung ist die Berücksichtigung verschiedener Faktoren, die den Krankheitsverlauf beeinflussen, darunter Alter, Geschlecht, Zelltyp, genetischer Hintergrund und Umwelteinflüsse. Das Ziel besteht darin, individuelle Wirkstoffe und Therapien auf Basis einer umfassenden Wissensdatenbank zu entwickeln. Diese Datenbank wird Informationen über Parkinson-Erkrankte sowie Blutproben und Hirngewebeanalysen enthalten.
Wirksamkeit und Innovation könnten durch die Einbindung von KI-gestützten Methoden zur Auswertung der Parkinsondaten und zur Erstellung einer molekularen Wissensdatenbank erheblich gesteigert werden. Auch Wissenschaftler wie Tal Iram vom Weizmann-Institut und Philip De Jager sowie Vilas Menon von der Columbia University tragen aktiv zu diesem Forschungsprojekt bei. Die umfassende Förderung von neun Millionen Dollar (ca. 7,7 Millionen Euro) fließt dabei überwiegend an die Universität des Saarlandes.
Aktuelle Entwicklungen in der Parkinson-Forschung
Mit rund 400.000 Betroffenen in Deutschland ist Parkinson die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach Alzheimer. Die Fortschritte in der Parkinson-Forschung versprechen nicht nur eine Verlangsamung des Nervenzellabsterbens, sondern könnten auch zu ehrgeizigen Zielen wie einer potenziellen Heilung der Krankheit führen.
Eine kommende Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) e.V. wird am 24. April 2024 wichtige Themen wie die Einführung eines Bluttests zur Früherkennung von Parkinson und neue Entwicklungen bei Sensoren und Bildgebung behandeln. Referenten der Konferenz werden unter anderem hochrangige Experten wie Prof. Dr. Joseph Claßen und Prof. Dr. Alexander Storch sein.
Diese Entwicklungen und Verstärkungen in der Forschungslandschaft sind ein vielversprechender Schritt in Richtung effektiverer Therapien und einer besseren Lebensqualität für Menschen, die unter Parkinson leiden.