Prof. Thorsten Wagener, Ph.D., wurde am 7. Mai 2026 mit der renommierten John Dalton-Medaille der European Geosciences Union (EGU) ausgezeichnet. Die Übergabe fand im Rahmen der EGU General Assembly in Wien statt. Wagener, der für seine bedeutenden Beiträge zur Analyse hydrologischer Systeme und zur Bewertung hydrologischer Modelle bekannt ist, hat eine Vorreiterrolle in der Wasserforschung eingenommen.
Als Initiator des „Potsdam WaterHub“ und Alexander von Humboldt-Professor an der Universität Potsdam widmet sich Wagener der Bewertung hydrologischer Bedingungen sowie der Vorhersage künftiger Risiken. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe entwickelt er prozessbasierte und empirische Modelle zur Simulation des Wasserkreislaufs. Er nutzt dabei moderne Werkzeuge für globale Sensitivitätsanalysen, um die Vorhersagekraft hydrologischer Modelle zu verbessern.
Innovationen in der Wasserforschung
Die Forschung von Wagener und seinem Team befasst sich mit der aufregenden Diskussion über „Hyper-Auflösung“ im Vergleich zu „smarten Modellen“. Hierbei steht das Ziel im Vordergrund, Prognosen für jeden Ort auf jeder räumlichen Skala zu ermöglichen, was entscheidend für die moderne Entscheidungsfindung ist. Um dies zu erreichen, müssen Parameter regionalisiert und skalenunabhängige Modelle entwickelt werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung, Validierung und Integration von hydrologischen Multiskalen-Modellen. Diese Modelle berücksichtigen die räumliche Heterogenität von Erdoberflächen- und Untergrundeigenschaften wie Bodenbeschaffenheit, Topographie und Vegetation. Eine der größten Herausforderungen in der Wasserforschung ist die Abschätzung von Stoff- und Energieflüssen auf regionaler Skala.
Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, setzen Wagener und sein Team auf effiziente Modelle mit geringer Parameterkomplexität. Diese sollen die Übertragbarkeit über verschiedene Skalen und Standorte verbessern und darüber hinaus die relevanten physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse in Interaktionsökosystemen identifizieren.
Bedeutung des Wassermanagements
Die Relevanz von nachhaltigem Wassermanagement kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wasser stellt die wichtigste Ressource für den Menschen dar. Ohne Wasser ist kein Leben möglich. Es ist für Trinkwasserversorgung, landwirtschaftliche Produktion, Energieerzeugung und industrielle Tätigkeiten unerlässlich. Dennoch sieht sich die Welt mit einer erschreckenden Wasserknappheit konfrontiert. Schätzungen zufolge leiden etwa 50 % der Weltbevölkerung saisonal unter schwerer Wasserknappheit, während 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser haben.
Angesichts dieser Herausforderungen hat die Bundesregierung das Bundesprogramm „Wasser: N“ ins Leben gerufen. Dieses Programm stellt rund 350 Millionen Euro für sektorenübergreifende Wasserforschung zur Verfügung. Ziel ist es, Wasserangebote und -nachfragen auszugleichen und die Ressource nachhaltig zu schützen. Themenschwerpunkte sind sauberes Wasser, intakte Ökosysteme, Wasserextremereignisse und optimiertes Wassermanagement.
Durch Forschung und Projekte in diesen Bereichen soll der schnelle Transfer von Innovationen in die Praxis gewährleistet werden. Diese Bemühungen unterstützen die Bundesregierung auch bei der Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie.
Die bedeutenden Ergebnisse der Wasserforschung sind im Innovationsatlas Wasser dokumentiert. Hier werden auch die geopolitischen und sozialen Risiken, die aus Wasserkrisen resultieren, behandelt. Internationale Zusammenarbeit ist dabei unerlässlich, um nachhaltige Lösungen für die bestehenden Wasserprobleme zu entwickeln. Deutschland fördert aktiv die internationale Vernetzung in der Wasserforschung, beispielsweise durch EU-Partnerschaften und Forschungskooperationen in Afrika, um diese Themen global anzugehen.