Revolutionäre Fusionsforschung: Rostock startet Hochenergie-Initiative!
Am 18. Juni 2026 gründen die Universität Rostock und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) die High Energy Density Initiative (HEDI). Dieser wichtige Schritt zur Förderung der Fusionsforschung fand in Anwesenheit von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern und Ministerpräsident Michael Kretschmer aus Sachsen statt. Die Bundesregierung misst der Fusionsforschung eine zentrale strategische Bedeutung zu, da sie als vielversprechende Perspektive für eine klimaneutrale Energieversorgung gilt. HEDI zielt darauf ab, Rostock als Standort für Spitzenforschung zu stärken und hochqualifizierte Talente anzuziehen, wo neue Möglichkeiten in der Hochenergiedichtephysik erforscht werden.
Das HZDR wird ein Institut für Hochenergiedichtephysik in Rostock aufbauen, das zu 90% vom Bund und 10% vom Freistaat Sachsen finanziert wird. Mecklenburg-Vorpommern investiert insgesamt 20 Millionen Euro in HEDI und unterstützt den geplanten Forschungsneubau bis 2030. Die Forschung wird sich auf extreme Materiezustände konzentrieren, wie sie im Inneren von Planeten und Sternen vorkommen. Das Team wird die Materie unter extremen Bedingungen, insbesondere bei hohen Drücken und Temperaturen, untersuchen, um die Trägheitsfusion weiterzuentwickeln.
Forschungsschwerpunkt und erste Projekte
Die HEDI wird sich mit den Eigenschaften von warmer und heißer dichter Materie beschäftigen. Zu den ersten Projekten gehören „Mischungen leichter Elemente bei Megabar-Drücken“ und „Dynamische Eigenschaften heißer dichter Materie bei Gigabar-Drücken“. Die Initiative kooperiert eng mit dem European XFEL und weiteren internationalen Partnern, um die Forschung voranzutreiben. Zudem ist HEDI in die Hightech Agenda Deutschland und das Förderprogramm „Fusion 2040“ eingebunden. Eine Partnerschaft mit dem Fusionsunternehmen Marvel Fusion ist ebenfalls Teil des Programms.
Die Gründungsdirektoren, Prof. Ronald Redmer und Prof. Dominik Kraus, haben bereits die ersten Forschungsteams etabliert. Für 2027 ist die Besetzung einer dritten Professur für Angewandte Hochenergiedichtephysik geplant. Die Initiative wird nicht nur Forschung fördern, sondern auch Ausbildungsangebote für Studierende bereitstellen, die an aktuellen Projekten teilnehmen können.
Bedeutung der Fusionsforschung für die Energieversorgung
Ministerin Dorothee Bär, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Ministerpräsident Michael Kretschmer haben die Bedeutung der Fusionsforschung für die zukünftige Energieversorgung hervorgehoben. Schwesig unterstrich die Notwendigkeit der Energiewende, während Kretschmer die Innovationskraft Sachsens lobte. Wissenschaftsministerin Bettina Martin betonte die internationale Spitzenposition von Mecklenburg-Vorpommern in der Fusionsforschung. Prof. Elizabeth Prommer hob hervor, wie HEDI dazu beiträgt, hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden. Prof. Sebastian M. Schmidt sieht die Initiative als eine Chance, das Fusionsstrategie zu gestalten, während Prof. Dr. Dominik Kraus ein tiefes Verständnis für die Materie unter extremen Bedingungen als nötig erachtet.
Die Fusionsforschung in Deutschland wird durch den neu eingerichteten Beirat Fusionsforschung des BMFTR unterstützt, dessen Ziel es ist, strategische Fragen zur Umsetzung des „Förderprogramms Fusion 2040“ zu klären. Dieser Beirat soll eine gemeinsame Perspektive der Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft schaffen, um disruptive Ideen und neue Entwicklungen in der Fusionsforschung voranzubringen. Besetzung und Struktur des Beirats sind darauf angelegt, Industrie und Wissenschaft eng zu verzahnen, um die Innovationskraft zu stärken.
Der Aktionsplan Fusion ist Teil einer umfassenderen Strategie, die Deutschland als führenden Innovationsstandort für Fusionstechnologien etablieren soll. Bis Ende 2025 sind Maßnahmen zum Bau von Fusionskraftwerken in Deutschland geplant. Forscher und Unternehmen sind aufgefordert, innovative Ansätze zu erarbeiten, die für die klimaneutrale Energieerzeugung von entscheidender Bedeutung sind. Angesichts globaler Herausforderungen ist die Fusionsforschung nicht nur für Deutschland, sondern für die weltweite Energiewende von großer Bedeutung.
Durch die Stärkung der Fusionsforschung wird Deutschland im internationalen Wettbewerb um nachhaltige und innovative Energietechnologien konkurrenzfähiger. Der Markt für erneuerbare Energien wird bis 2035 voraussichtlich stark wachsen, und die Fusionsforschung spielt eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung. Mit dem Ziel, das Energiesystem klimaneutral, sicher und bezahlbar zu gestalten, ist die HEDI ein essenzieller Bestandteil dieses Wandels.
Weitere Informationen zu den Fortschritten und Strategien in der Fusionsforschung finden Sie auf den Seiten von Universität Rostock und BMFTR sowie weiterführende Informationen zur Fusionsforschung.
