Wählerisches Essverhalten, auch als „Picky Eating“ bekannt, stellt eine erhebliche Herausforderung für viele Eltern dar, insbesondere für Familien mit autistischen Kindern. Diese Problematik kann zu schweren Nährstoffmängeln und einem erhöhten Stresslevel im Alltag führen. Vor diesem Hintergrund hat Sofya Bajaa, Doktorandin an der Constructor University, ein innovatives Programm entwickelt, das als „Schmetterling Nutritional Behavior Intervention (NBI)“ bekannt ist. Dieses Programm zielt darauf ab, schwerwiegendes selektives Essverhalten bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zu behandeln, und dies mit bemerkenswerten Ergebnissen.
Die von Bajaa durchgeführte Studie umfasste drei Familien mit autistischen Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren. Zu Beginn konsumierten diese Kinder fast ausschließlich verarbeitete Lebensmittel. Im Rahmen des 10-wöchigen Programms, das insgesamt 28 Sitzungen umfasste, wendeten die Forscher ein Co-Therapeuten-Modell an. Dabei wurden die Eltern parallel zu professionellen Therapeuten geschult. Die Studie integrierte auch Verhaltenstechniken wie positive Bestärkung sowie eine schrittweise Heranführung an neue Lebensmittel.
Ergebnisse der Intervention
Die Ergebnisse der Studie waren vielversprechend. Die Lebensmittelakzeptanz der Teilnehmenden stieg von 8–15 % auf 76–91 %. Zudem zeigte sich eine Verringerung von Verhaltensauffälligkeiten bei den Mahlzeiten um 41–67 %. Bemerkenswert ist auch die gesunde Gewichtszunahme und die Fortschritte der Teilnehmenden, die auch nach Abschluss des Programms anhielten. Darüber hinaus wurde eine Verbesserung der Gesamtwerte für die Schwere der Autismus-Symptome festgestellt.
Ein weiterer Aspekt der Studie umfasste neurophysiologische Untersuchungen, die darauf abzielten, die Mechanismen des selektiven Essverhaltens besser zu verstehen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse könnten neue Zugänge für die Therapie von Essstörungen bei autistischen Kinder eröffnen.
Omfassendes Therapieprogramm
Das umfassendere „Schmetterling Programm“ beinhaltet neun therapeutische Dimensionen. Dazu gehören beispielsweise Hydrotherapie, Reittherapie und Psychodrama. Dieses vielseitige Therapieangebot wurde während Bajaa’s Masterstudiums entwickelt und unterzog sich einer strengen empirischen Überprüfung, um die Effektivität sicherzustellen.
In Anbetracht des direkten Einflusses wählerisches Essverhalten auf die Lebensqualität von Kindern und ihren Familien könnte das NBI-Programm eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung und dem Wohlbefinden von autistischen Kindern spielen. Das Engagement von Forscherinnen wie Sofya Bajaa ist essenziell, um diese Herausforderungen zu adressieren und innovative Lösungen zu entwickeln. Dies könnte nicht nur betroffenen Familien helfen, sondern auch die Forschung auf diesem wichtigen Gebiet vorantreiben.
Weitere Informationen über die Entwicklungen in der Autismusforschung und über Essstörungen finden Sie in den Berichten von Constructor University.