In den letzten Tagen sorgte eine irreführende Werbung für einen Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glufosinat-Ammonium für Aufregung. Ein Onlineshop bewirbt dieses Mittel unter dem Namen der Universität Hohenheim, was prompt zu vielen Nachfragen bei der Hochschule führte. Prof. Dr. Ralf Vögele, Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften, ist über die Missbräuche des Namens und des Logos der Universität besorgt und stellt klar, dass die Universität in keinerlei Verbindung zu diesem Produkt steht. Die Werbung nutzt ein veraltetes Logo und vermittelt falsche Informationen über einen angeblichen Mitarbeiter, Dr. Klaus Hartmann, der nicht existiert. Eine Zusammenarbeit zwischen der Universität und dem Hersteller des beworbenen Produkts findet nicht statt, wie uni-hohenheim.de berichtet.
Die Aufregung über Glufosinat-Ammonium ist nicht unbegründet. Seit dem 31. Dezember 2015 ist der Einsatz des Wirkstoffs in Deutschland gesetzlich verboten, da die Zulassung ausgelaufen ist. In der gesamten Europäischen Union wurde die Genehmigung für Glufosinat bereits 2018 zurückgezogen, und seitdem wird in der EU von einer erneuten Zulassung abgesehen. Besonders besorgniserregend ist die Einstufung des Pestizids als reproduktionstoxisch, was von der Bundesregierung und der Europäischen Kommission bestätigt wurde. Viele Fachleute stufen Glufosinat als hochgefährlich ein, und es wird seltener verwendet als Glyphosat, wie foodwatch.org anmerkt.
Was ist Glufosinat?
Glufosinat, auch bekannt als Phosphinothricin oder unter dem Handelsnamen Basta®, wird als nicht-selektives Breitbandherbizid eingesetzt. Es wirkt effektiv gegen einkeimblättrige und zweikeimblättrige Pflanzen, indem es die Glutamin-Synthetase hemmt und dadurch einen Mangel an essentiellen Aminosäuren in den Pflanzen verursacht. Dieser Prozess führt letztendlich zum Absterben des Pflanzenteils. Die chemische Struktur des Glufosinat ist bemerkenswert, zumal sie eine Kohlenstoff-Phosphor-Kohlenstoff-Bindung enthält, und Glufosinat gilt als die erste in der Literatur beschriebene Aminosäure mit einer Phosphinsäure-Gruppe, wie wikipedia.org erläutert.
Nichtsdestotrotz müssen Landwirte in Deutschland darauf achten, dass sie die gesetzlichen Bestimmungen einhalten. Die Lagerbestände des verbotenen Pestizids durften bis etwa 2017 aufgebraucht werden, jedoch ist seitdem jeglicher Einsatz in der Landwirtschaft untersagt. Die Kontroversen um Glufosinat stehen in einem größeren Zusammenhang, in dem die Sicherheit von Pestiziden insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Menschen und die Umwelt immer wieder in der öffentlichen und politischen Diskussion stehen.
Im Zuge der verschärften gesetzlichen Regelungen und der allgemeine gesellschaftlichen Sensibilisierung, ist die Vermarktung von Pflanzenschutzmitteln, die eine nicht mehr gültige Zulassung haben, klar problematisch. Die Universität Hohenheim weist noch einmal eindringlich darauf hin, dass sie von solchen Verkaufsaktionen nichts wissen und dass die Bewerbungen mit ihrem Namen unrechtmäßig und irreführend sind. Die Situation rund um Glufosinat verdeutlicht die Herausforderungen und Risiken, die mit der Anwendung solcher Mittel verbunden sind.