Die Robotik im Gesundheitswesen entwickelt sich rasant und wird ein zentrales Thema in der medizinischen Versorgung der Zukunft. Ein herausragendes Projekt, das sich diesen Herausforderungen widmet, ist „Mensch – Du – Maschine!“ (MeMa), das von der Professur für Medizinische Ethik an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam ins Leben gerufen wurde. Der Startschuss für das Projekt fällt am 9. Mai, im Rahmen des Potsdamer Tags der Wissenschaften auf dem Campus Golm.
Das Ziel von MeMa ist es, die Herausforderungen von Robotik und Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Diese Diskussionen sind nicht auf akademische Kreise beschränkt, sondern finden auch in öffentlichen Räumen und im Theater statt. Damit wird ein breites Publikum einbezogen, einschließlich der ländlichen Bevölkerung Brandenburgs. Prof. Dr. Robert Ranisch, der das Projekt leitet, hebt hervor, dass Pop-Up-Stationen in acht Regionen Brandenburgs eingerichtet werden, um mit den Bürgern über Robotik im Gesundheitswesen ins Gespräch zu kommen.
Interaktive Erfahrungen und Workshops
An den Pop-Up-Stationen haben die Passanten die Möglichkeit, robotische Systeme, die bereits im Gesundheitswesen eingesetzt werden, zu berühren und zu testen. Zudem ist ein generationenübergreifender Theaterworkshop für den Herbst geplant, bei dem Jugendliche zusammen mit Senioren szenische Miniaturen mit Robotern entwickeln. Die Ergebnisse dieses Workshops werden anschließend in der Orangerie Oranienburg präsentiert, ergänzt durch ein wissenschaftliches Programm.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist die Einrichtung eines „Zukunftsraums Gesundheit“ im Potsdam Science Park. Dieser soll im Jahr 2026 eröffnet werden und langfristig Roboter sowie die verschiedenen Szenarien aus dem Projekt präsentieren. Der Raum wird kostenfrei für Bürger, Schulklassen, Seniorengruppen und Fachkräfte zugänglich sein.
Die Rolle der Digitalisierung
Die digitale Transformation im Gesundheitswesen spielt eine entscheidende Rolle in der zukünftigen medizinischen Versorgung. Laut einer Studie des Bundeszentrums für Gesundheit muss das Gesundheitssystem aktuell auf die Einhaltung hoher Standards bei der Nutzung digitaler Technologien achten. Diese Herausforderungen umfassen unter anderem den sicheren Umgang mit Gesundheitsdaten und die Integration neuer digitaler Angebote in die bestehende Versorgungsstruktur.
In diesem Zusammenhang haben digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) an Bedeutung gewonnen. Diese Anwendungen sollen die Patientenversorgung verbessern und den Austausch zwischen Gesundheitsdienstleistern fördern. Die Bundesregierung gibt im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie der Gesundheitsversorgung ein klärendes Signal, indem sie gesetzliche Rahmenbedingungen formt, die patientenzentrierte digitale Innovationen fördern.
Das Wissenschaftsjahr 2026, das sich auf die Zukunft der Medizin konzentriert, ist eine Plattform für die Kommunikation aktueller Forschungsthemen und umfasst zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen. Es wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg, die 2018 gegründet wurde, hat das Ziel, innovative medizinische Versorgungsangebote und Studiengänge zu entwickeln, die den Anforderungen der digitalen Zeit gerecht werden.
Insgesamt zeigen die neuartigen Ansätze und interaktiven Formate des Projekts, dass die Verbindung von Robotik, Künstlicher Intelligenz und aktueller Forschung in der Gesundheitsversorgung ein spannendes Kapitel für die medizinische Zukunft aufschlägt. Die aktive Einbindung der Bürger und die Förderung eines Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stehen im Mittelpunkt dieser wichtigen Initiative.