Die RPTU hat sich dem Netzwerk „Familie in der Hochschule e.V.“ (FidH) angeschlossen, um die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und familiären Verpflichtungen zu fördern. Wie RPTU berichtet, wurde der Beitritt im März von dem Präsidium der RPTU beschlossen. Dies geschah auf Vorschlag des Referats für Chancengerechtigkeit und des Familienservice. Stellvertretend für die RPTU unterzeichnete Vizepräsidentin Melanie Steffens die Charta des Netzwerks.

Mit diesem Schritt wird die bestehende Initiative „familiengerechte Hochschule“ ergänzt, ersetzt sie jedoch nicht. Das Audit überprüft die internen Prozesse der Hochschule und verleiht entsprechende Zertifikate. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Mitgliedschaft im FidH eine externe Vernetzung mit über 130 Mitgliedshochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese Vernetzung fördert den Austausch und die Entwicklung von Best Practices.

Arbeitsgruppen und Angebote für Hochschulen

Antworten auf Herausforderungen wie Schwangerschaft oder Mutterschutz im Studium sollen in spezialisierten Arbeitsgruppen (AGs) der FidH erarbeitet werden. Beispiele für solche AGs sind:

  • AG Nachteilsausgleich: Fokussiert auf Schwangerschaft und Mutterschutz im Studium.
  • AG familienbewusste Führung: Entwickelt Instrumente für Personal- und Führungskräfte.
  • AG Pflege von Angehörigen: Schafft Synergien im Bereich der Pflege.

Durch den Beitritt profitieren Mitglieder von Leitfäden, Handreichungen sowie Potenzialanalysen zur Familienorientierung. Zudem können Hospitationen und interne Fortbildungen organisiert werden, die den Austausch von Best Practices ermöglichen. Melanie Steffens betonte die Verpflichtung der RPTU zur Weiterentwicklung der Angebote und zur Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen.

Der Beitritt soll die Familiengerechtigkeit langfristig in der Hochschulentwicklung der RPTU verankern. Die Bekanntgabe dieses bedeutenden Schrittes fand während der Jahrestagung mit dem Titel „Verantwortung neu denken – Zukunft gestalten im demografischen Wandel“ an der Universität Mainz statt.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Herausforderungen während der Pandemie

Eine Studie des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zur Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie in der Corona-Pandemie hat die Herausforderungen für Hochschulpersonal und Studierende mit Familienverantwortung beleuchtet. Der CHE und der Verein „Familie in der Hochschule“ ermittelten bewährte Maßnahmen zur Familiengerechtigkeit. Im Sommer 2020 wurden Verantwortliche für Familiengerechtigkeit an deutschen Hochschulen befragt.

Die Universität Göttingen hat beispielsweise mehrere Good Practices implementiert, darunter:

  • Einführung einer universitären Notfallbetreuung während der Schließungen von Kitas und Schulen.
  • Ein kontaktarmes Buchungs- und Schließsystem für Lern- und Studiengebäude.
  • Besondere Berücksichtigung von Studierenden mit Kindern bei der Raumvergabe.
  • Flexiblere Beurlaubungsmöglichkeiten aufgrund fehlender Kinderbetreuung.

Zusätzlich wurden Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigten ergriffen, wie die Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Möglichkeiten für Homeoffice. Die Hochschulen mit struktureller Verankerung der Familiengerechtigkeit konnten erfolgreicher neue Unterstützungsinstrumente schaffen. Dabei wurde deutlich, dass die Flexibilisierung in der Hochschulverwaltung stärker möglich ist, als oft angenommen.

Allerdings wurden auch bestehende Missstände in der Karriereförderung und Personalentwicklung während der Pandemie sichtbar. Die Doppelbelastung von Professorinnen und weiblichem wissenschaftlichem Nachwuchs durch Care-Arbeit rief eine Forderung nach einer Honorierung dieser Aufgaben in Berufungs- und Einstellungsverfahren hervor. Ziel ist es, die Leistungen von Wissenschaftler*innen mit familiären Verpflichtungen angemessen zu würdigen.
Weitere Informationen zu den Maßnahmen und Herausforderungen finden Sie auf Humboldt-Universität zu Berlin und Universität Göttingen.