RWTH Aachen und Universität Duisburg-Essen bauen Forschungsbrücken nach Indien aus
An der RWTH Aachen begann für Prof. Dr. Rudolf Juchelka die Beschäftigung mit Indien – heute wirkt sie bis nach Duisburg. Während seiner Tätigkeit am Geographischen Institut der RWTH Aachen kam Juchelka erstmals mit Indien-Themen in Kontakt. Der damalige Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Friedrich Stand war Indien-Spezialist: Er behandelte das Land in regionalen Lehrveranstaltungen und veröffentlichte eine weiterhin vielfach genutzte Indien-Länderkunde bei der WBG.
Seitdem greift Juchelka regelmäßig Indien-Themen in seinen Lehrveranstaltungen auf. Es geht um regionale Disparitäten, Stadtentwicklungsprozesse indischer Megastädte und um Bengaluru beziehungsweise Bangalore, das als „Silicon Valley Indiens“ bezeichnet wird.
Indien als Schwerpunkt der Universität Duisburg-Essen
Die Universität Duisburg-Essen baut ihre Internationalisierungsaktivitäten in Südasien mit Schwerpunkt Indien aus. Unter der Koordination von Prof. Dr. Doris Segets aus der Fakultät für Ingenieurwissenschaften sollen bestehende Aktivitäten verschiedener Fakultäten und Fachgebiete gebündelt werden. Zugleich sollen neue Kooperationen in Forschung, Studium und Transfer entstehen.
Zentraler Anknüpfungs- und Austauschpunkt in Indien ist das vom DAAD betriebene Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus, kurz DWIH, in Neu-Delhi. Das Institut für Geographie ist über den Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie, insbesondere Verkehr und Logistik, von Beginn an beteiligt. Geleitet wird der Lehrstuhl von Prof. Dr. Rudolf Juchelka.
Aktuell bestehen wissenschaftliche Kontakte zur Bangalore University, Department of Geography. Ansprechpartner ist Prof. Dr. Ashok Hanjagi, Lehrstuhlinhaber und Institutsdirektor. Für Studierende und Forschende klingt das zunächst nach Organisationssprache; dahinter stehen aber konkrete Wege für Austausch, gemeinsame Projekte und neue Verbindungen zwischen Hochschulen.
Ein Netzwerk, das weiter wächst
Die indisch-deutsche Forschungskooperation hat in den vergangenen Jahren deutlich an Umfang und Bedeutung gewonnen. Dazu beigetragen haben das Wachstum, die Professionalisierung und die zunehmende Internationalisierung des indischen Wissenschaftssektors. Indien zählt heute in mehreren akademischen Disziplinen zu den führenden Forschungsnationen.
Deutsche Forschende interessieren sich deshalb zunehmend für Kooperationen mit indischen Kolleginnen und Kollegen. Umgekehrt wird in Indien die internationale Ausrichtung und Modernisierung des deutschen Wissenschaftssystems aufmerksam verfolgt. Der Austausch läuft also nicht in nur eine Richtung.
Zur Unterstützung neuer Forschungskooperationen wurde 2006 das DFG-Büro Indien gegründet. Zu seinen heutigen Hauptaufgaben gehört es, Informationen über den Aufbau gemeinsamer Forschungsprojekte bereitzustellen und Förderangebote für indisch-deutsche Forschungsteams einzurichten.
Dabei kooperiert das DFG-Büro Indien insbesondere mit dem Department of Science and Technology (DST), dem Department of Biotechnology (DBT), der Indian National Science Academy (INSA) sowie den Forschungsräten unter dem Dach des Ministry of Human Resource Development (MHRD). Zwischen Lehrveranstaltungen über Megastädte, Kontakten nach Bengaluru und Förderstrukturen in Indien liegt damit ein ziemlich großes Feld – aber genau dort entstehen die nächsten Gespräche.
