Am 14. Mai 2026 sieht sich die Philipps-Universität Marburg mit einer besorgniserregenden Zunahme von Schmierereien und Gewaltaufrufen konfrontiert. Insbesondere werden Inhalte veröffentlicht, die nicht nur misogyn und antisemitisch sind, sondern auch Outing-Schmierereien beinhalten. Diese Vorfälle sind nicht nur Ausdruck einer gefährlichen gesellschaftlichen Tendenz, sondern verletzen auch die Grundwerte der Universität.
Die Universität hat in Reaktion auf die Vorfälle alle bekannten Fälle zur Anzeige gebracht und die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Professor Dr. Thomas Nauss, Präsident der Philipps-Universität Marburg, verurteilt die Vorfälle scharf und betont, dass solches Verhalten nicht nur gegen die universitären Prinzipien verstößt, sondern ebenfalls die freiheitlich demokratische Grundordnung in Frage stellt. Die Werte von Zusammenhalt, gegenseitiger Unterstützung und Ressource teilen sind essenziell für den respektvollen Austausch von Meinungen im akademischen Diskurs.
Ermittlung und Reaktion
Die Universität hat klargestellt, dass Outing, Drohungen und Gewalt an ihrer Institution nicht toleriert werden. Sie sieht sich als Teil des demokratischen Rechtsstaates und ruft zur Solidarität gegen diese Formen der Aggression auf. Dies steht auch im Einklang mit den eigenen Leitlinien zur Förderung eines respektvollen und inklusiven Umfelds.
Die Amadeu Antonio Stiftung hat seit 2002 antisemitische Vorfälle in Deutschland dokumentiert und führt eine Chronik, die seit 2008 veröffentlicht wird. Diese Chronik ist wichtig, um die verschiedenen Facetten von Antisemitismus sichtbar zu machen und beinhaltet eine Einordnung der Vorfälle in konkrete Typen, basierend auf der Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance von 2016. Das Ziel dieser Dokumentation ist es, die Frage „Was ist Antisemitismus?“ mittels Beispielen zu beantworten.
Ressourcen für Betroffene
Die Chronik des Amadeu Antonio Stiftungsprojekts erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird laufend aktualisiert. Für Betroffene von antisemitischen Vorfällen bietet die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Unterstützung. Des Weiteren gibt es Handlungsmöglichkeiten gegen Antisemitismus, die in einem Flyer bereitgestellt werden.
Die Philipps-Universität Marburg und die Amadeu Antonio Stiftung arbeiten in einem gemeinsamen Umwelt, das Respekt und Toleranz fördert. Die Universität appelliert an alle Mitglieder ihrer Gemeinschaft, sich aktiv gegen jegliche Form von Diskriminierung und Gewalt einzusetzen und somit zu einem sicheren Raum für alle zu beitragen.