Am 26. Juni 2026 fand an der Hochschule Magdeburg-Stendal der Studientag „Soziale Arbeit gegen Rechtsextremismus – Prävention, Intervention, Haltung“ statt. Dieser wichtige Event zog 280 Teilnehmende aus verschiedenen Hochschulstandorten in Deutschland an, die sich mit demokratie- und menschenfeindlichen Einstellungen auseinandersetzten. Unter den Anwesenden war auch Professorin Dr. Vicki Täubig sowie Studierende des Masterstudiengangs Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Rostock. Ziel des Studientages war es, zukünftige Fachkräfte auf die Herausforderungen vorzubereiten, die extrem rechte Einflussnahmen in der Sozialen Arbeit mit sich bringen.

Der Studientag begann mit einem Impulsvortrag, gefolgt von circa 35 Workshops und einem Markt der Möglichkeiten. Besonders hervorzuheben sind zwei Workshops, die von Studierenden der Universität Rostock geleitet wurden. Der erste mit dem Titel „Inklusions- und menschenrechtsorientierte Kinder- und Jugendhilfe: Widersprüche zu extrem rechter (Nicht-)Sozialpolitik“ thematisierte die Herausforderungen, die extrem rechte sozialpolitische Tendenzen für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe darstellen. Der zweite Workshop, „Umgang mit (extrem) rechtsorientierten Kindern und Jugendlichen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit: Ergebnisse eines studentischen Forschungsprojekts“, erarbeitete Reaktionsmöglichkeiten für Fachkräfte auf rechtsorientierte Adressat:innen. Viele Teilnehmende resümierten, dass das Thema nicht nur verbindet, sondern auch wertvolle Impulse liefert.

Herausforderungen der Radikalisierungsprävention

<pEine Teilnehmende machte auf die Tatsache aufmerksam, dass bislang keine umfassend empirisch gesicherten Gegenstrategien zur rechten Landnahme in der Sozialen Arbeit existieren. Dies hat Konsequenzen, da die Prinzipien von Inklusion und Menschenrechten zunehmend unter Druck geraten durch rechtsextreme Ideologien. Der Studientag ist das Resultat jahrelanger Entwicklungen und ist aus dem Forum „Rechte Landnahmen und Demokratiefeindlichkeit in der Sozialen Arbeit“ hervorgegangen. Dabei erfolgt eine Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) und der Kommission Sozialpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE).

In einem anderen Kontext hebt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) die Schnittmengen und Unterschiede zwischen Sozialer Arbeit und Radikalisierungsprävention hervor. Jens Ostwaldt und Mathieu Coquelin betonen, dass die Radikalisierungsprävention auf das Verhindern von problematischem Verhalten fokussiert, während die Soziale Arbeit Ermöglichung und Unterstützung anstrebt. Diese Diskrepanz kann dazu führen, dass Präventionsprojekte zwar als empowernde Sozialarbeit wahrgenommen werden, jedoch klar als Präventionsmaßnahme geframet werden müssen, um Fördermittel zu erhalten.

Methoden und Ansätze in der Praxis

Ostwaldt nennt in diesem Zusammenhang drei übertragbare Methoden der Sozialen Arbeit für die Radikalisierungsprävention: multiperspektivische Fallarbeit, Sozialraumorientierung und funktionale Äquivalente. Zudem wird die Beziehungsarbeit in der Sozialen Arbeit als bedeutend für die Radikalisierungsprävention angesehen. Eine zusätzliche Herausforderung sind die zunehmenden staatlichen Förderprogramme, die jedoch oft nicht den tatsächlichen Bedürfnissen der Träger entsprechen. Ostwaldt fordert eine Trennung von Präventionsförderung und Regelstrukturen, um die Flexibilität der Träger zu erhöhen.

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Die Professionalisierung in der Radikalisierungsprävention bleibt ein ungelöstes Problem, besonders in der Primärprävention. Die BAG RelEx arbeitet an der Etablierung von Standards für die Professionalisierung in diesem Bereich. Die Wichtigkeit des Verständnisses von Religion, insbesondere des Islam, in der Arbeit mit Jugendlichen wird dabei ebenfalls thematisiert. Coquelin wünscht sich eine Entfristung der Förderungen im neuen Demokratiefördergesetz, um die Rahmenbedingungen für Fachkräfte zu verbessern.

Wie in einem Artikel von Jens Ostwaldt in der Zeitschrift „Theorie und Praxis der sozialen Arbeit“ erläutert wird, stellt die Radikalisierung und der Extremismus das demokratische Zusammenleben in Deutschland und weltweit infrage. Der Artikel analysiert das Verhältnis zwischen Sozialer Arbeit und Radikalisierungsprävention und bietet Einblicke in die Entwicklung eines Handlungsfeldes, das es ermöglicht, die beiden Bereiche synergistisch zu betrachten. Diese Themen bleiben von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Arbeit im Bereich Soziale Arbeit und Radikalisierungsprävention, und der Austausch zwischen den Fachkräften wird weiterhin essenziell sein, um effektive Strategien zu entwickeln.

uni-rostock.de berichtet, dass die Ergebnisse und Diskussionen aus dem Studientag nach wie vor für die Praxis der Sozialen Arbeit von zentraler Bedeutung sind. Ebenso betont bpb.de die Notwendigkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit den Bedingungen und Herausforderungen, die sich aus dem Verhältnis zwischen Radikalisierungsprävention und Sozialer Arbeit ergeben. Der Artikel von Jens Ostwaldt thematisiert in fachportal-paedagogik.de schließlich die theoretischen und praktischen Aspekte dieser Entwicklung und die Wichtigkeit eines gemeinsamen Handelns gegen Extremismus.