Am Standort Sanderau der Friedensreich-Hundertwasser-Schule haben Schülerinnen und Schüler eine dreitägige Qualifizierung zu Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern absolviert. Ermöglicht wurde die Ausbildung von den Maltesern. Heute, am 17.10.2026, ist das auch an der Uni Würzburg ein Thema, denn gute Erste Hilfe beginnt nicht erst in der Klinik, sondern oft mitten im Schulalltag.

Christian Krügel, Leiter des Bereichs Schulsanitätswesen bei den Maltesern, unterstützte die Ausbildung. Ausbilderin Aisha Lewis vermittelte die theoretischen Grundlagen und leitete praktische Übungen an. Auf dem Programm standen unter anderem die Versorgung von Wunden, verschiedene Erste-Hilfe-Handgriffe und -Techniken sowie das richtige Verhalten in Notfallsituationen.

Üben, bis die Handgriffe sitzen

Die Jugendlichen wendeten die erlernten Maßnahmen in unterschiedlichen Situationen praktisch an. Dabei arbeiteten sie während der gesamten Ausbildung engagiert und konzentriert mit. Gerade bei Erster Hilfe muss es schließlich schnell gehen – da hilft kein langes Überlegen, wenn jemand plötzlich stürzt oder sich verletzt.

Mit ihrer Qualifizierung übernehmen die Schülerinnen und Schüler künftig Aufgaben im Schulsanitätsdienst. Sie können bei kleineren Verletzungen und Notfällen unterstützen und Mitschülerinnen und Mitschülern als Ansprechpersonen dienen. Die Schule begrüßt die neuen Schulsanitäter.

Bei den Maltesern sind die Lehrinhalte des Schulsanitätsdienstes modular aufgebaut. Durch Differenzierung und Schwerpunktsetzung lassen sie sich an unterschiedliche Lernbedürfnisse anpassen. Schule und Malteser legen Ausbildungsumfang und Durchführung jeweils individuell fest.

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Vom Erste-Hilfe-Kurs bis zur Urkunde

Voraussetzung für alle Schülerinnen und Schüler ist ein Erste-Hilfe-Kurs, der auch für den Führerschein verwendet werden kann. Die Basisqualifikation „Ersthelfende im Schulsanitätsdienst“ umfasst die Organisation eines Schulsanitätsdienstes, Eigen- und Fremdschutz sowie den Umgang mit Patientinnen und Patienten.

Darauf kann die Aufbauqualifikation „Malteser Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter“ folgen, in der weitere Erste-Hilfe-Themen vertieft werden. Die Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung. Als Nachweis erhalten die Teilnehmenden eine Urkunde, die unter anderem einem Lebenslauf beigefügt werden kann. Damit das Wissen nicht einrostet, werden regelmäßige Fortbildungen des Schulsanitätsdienstes empfohlen. Betreuungslehrkräfte können auf Wunsch ebenfalls an der Fachausbildung teilnehmen.

Ein Baustein der schulischen Erste Hilfe

Schulleitungen müssen eine sachgerechte Erste-Hilfe-Versorgung an der Schule sicherstellen. Nach einem Unfall sind unverzüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten und, falls nötig, ärztliche Versorgung zu veranlassen. Dafür müssen ausreichend viele ausgebildete Lehrkräfte als Ersthelfer zur Verfügung stehen; außerdem muss die Schulleitung regelmäßige Fortbildungen dieser Ersthelfer sicherstellen.

Damit der Schulsanitätsdienst, kurz SSD, wirksam in die schulische Erste-Hilfe-Organisation und in den Unterricht eingebunden wird, sollte die Schule ein eigenes Konzept entwickeln. Meist wird der SSD als Arbeitsgemeinschaft und/oder im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts angeboten.

Sichtbar wird seine Arbeit vor allem bei Einsätzen: während Unterrichtsveranstaltungen, in den Pausen, bei Schulfesten und bei schulischen Sportveranstaltungen. Jede Schule kann selbst entscheiden, wie sie den SSD organisiert und einsetzt. Auch bei Alarmproben und Maßnahmen zur Krisenprävention kann eine Beteiligung sinnvoll sein.

Unterstützung durch Hilfsorganisationen

Für die Ausbildung der Schülersanitäter bietet sich die Zusammenarbeit mit einer Hilfsorganisation an. Diese übernimmt nicht nur die Ausbildung, sondern kann auch fachliche und organisatorische Unterstützung leisten – so wie die Malteser an der Friedensreich-Hundertwasser-Schule.

Interessierte Schulen können sich an regionale Stellen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) oder des Malteser Hilfsdienstes (MHD) wenden. Die Anforderungen an Erste-Hilfe-Kurse für Lehrkräfte und deren Finanzierung sind geregelt.