Sport hilft krebskranken Kindern: Neue Studie startet in Hildesheim!
Am 17. Juli 2026 haben die Universität Hildesheim und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet, das die Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf krebskranke Kinder, insbesondere solche mit Leukämie, untersucht. Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse über den Einfluss von Sport auf den Krankheitsverlauf zu gewinnen, insbesondere im Hinblick auf Schmerzmittelverbrauch, Krankenhausaufenthalte, Aktivitätslevel und psychisches Wohlbefinden. Diese sportwissenschaftliche Begleitstudie wird in Verbindung mit einer bundesweiten Leukämie-Studie durchgeführt, die Daten von Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) sammelt.
Die Leitung des Projektes obliegt Prof. Dr. Nicolas Kurpiers, einem Sportwissenschaftler an der Universität Hildesheim. Unterstützt wird das Vorhaben von Prof. Dr. Martin Stanulla, einem Kinderonkologen an der MHH, der die bundesweite Leukämie-Studie koordiniert und somit einen wichtigen Beitrag zur diagnostischen Basis des Projekts leistet. Die Forschung nutzt dabei retrospektiv vorhandene Daten seit dem Jahr 2000, um den Einfluss der körperlichen Aktivität systematisch zu analysieren. Erwartet wird, dass zwischen 2.000 und 3.000 Kinder an dieser Studie teilnehmen, deren Aktivitätslevel und Lebensqualität vor, während und nach der Behandlung dokumentiert werden.
Langfristige Ziele und Unterstützung
Das langfristige Ziel dieser umfassenden Forschung ist die Entwicklung konkreter Bewegungsempfehlungen für die Zeit während und nach der Krebstherapie, um die Behandlung und die Lebensqualität krebskranker Kinder nachhaltig zu verbessern. Die finanzielle Unterstützung des Projektes kommt von der Robert Tonn Stiftung sowie dem Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. Wolfgang Schröter, der Vorstandsvorsitzende der Robert Tonn Stiftung, betont das enorme Potenzial dieser Studie, um konkrete Verbesserungen in der Behandlung von krebskranken Kindern zu erzielen.
Das von der Universität Hildesheim und der MHH angestoßene Projekt nimmt eine wichtige Rolle in einem bislang wenig erforschten Bereich ein. Krebstherapien haben häufig erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität der betroffenen Kinder, weshalb Bewegung in diesen Kontext rückt. Prof. Dr. Martin Stanulla hebt hervor, dass die Bedeutung der körperlichen Aktivität zur Unterstützung des Heilungsprozesses zunehmend an Anerkennung gewinnt.
Bewegungsempfehlungen und deren Bedeutung
Bewegung kann für krebskranke Kinder eine entscheidende Rolle spielen. Sanfte, fließende und rhythmische Bewegungen können positive Effekte auf den Körper haben. Zu den empfohlenen Aktivitäten zählen Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern und Schwimmen, die auch für Kinder, die sich von einer Therapie erholen, gut geeignet sind. Diese Aktivitäten fördern nicht nur die physische Gesundheit, sondern können auch emotionalen Stress abbauen.
Darüber hinaus zeigen neuere Studien, dass spezielle Bewegungselemente wie Yoga oder Nordic Walking den Heilungsprozess unterstützen können. Moderate Step-Aerobic und asiatische Bewegungsformen wie Tai-Chi und Qigong erweisen sich ebenfalls als wohltuend und können zum psychischen Wohlbefinden beitragen. Diese Bewegungsformen sind nicht nur gesundheitsförderlich, sondern steigern auch die koordinative Leistungsfähigkeit und können helfen, Empfindungsstörungen wie Polyneuropathie positiv zu beeinflussen.
Mit diesen Ansätzen verfolgt das Projekt der Universität Hildesheim und der MHH nicht nur die Verbesserung der Behandlung, sondern auch eine umfassende Stärkung des Lebensgefühls krebskranker Kinder. Diese Forschung steht im Kontext der wachsenden Erkenntnisse über die Bedeutung von Bewegung und Sport in der Onkologie, wie auch die Krebshilfe feststellt. Ein interdisziplinärer Ansatz, der Psychologen, Sportwissenschaftler und Mediziner zusammenbringt, wird als Schlüssel für den Erfolg dieses wichtigen Forschungsvorhabens angesehen.
Das Projekt ist ein bedeutender Schritt in der Erforschung der positiven Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf krebskranke Kinder und könnte einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität dieser jungen Patienten leisten. Die Integration von Bewegung in die Therapie könnte letztlich nicht nur den Heilungsprozess fördern, sondern auch die Resilienz und Lebensfreude der betroffenen Kinder stärken.
