Weiblicher Widerstand im Mittelalter: Forschungsteam startet neues Projekt!
Was macht die Wissenschaftlerinnen Anja Becker und Britta Bußmann? Auf diesen Fragen liegt der Fokus ihrer gemeinsamen Arbeit, die sich um die Sichtbarmachung von weiblichem Widerstand in der mittelalterlichen Literatur dreht. Die beiden kennen sich seit etwa 20 Jahren und haben sich in Göttingen kennengelernt. Ihr gemeinsames Interesse für die Thematik führte zur Gründung einer Online-Zeitschrift mit dem Titel „Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung“, die sich der narratologischen Untersuchung mittelalterlicher Texte widmet. Der thematische Fokus auf widerständige Frauen schafft Verbindungen zu modernen Diskursen, die nicht zu unterschätzen sind.
Seit November des vergangenen Jahres arbeiten Becker, die vor zwei Jahren nach Bremen berufen wurde, und Bußmann intensiv an einem Forschungsprojekt. Dieses Projekt untersucht die Narrative des weiblichen Widerstands in der deutschen Literatur des Mittelalters. Becker betont, dass die Erarbeitung eines neuen Forschungsfeldes nur im Team möglich ist und sie alleine nicht dazu in der Lage gewesen wäre. Bußmann wiederum hebt hervor, dass das Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann, was die Relevanz für die gesamte Literatur unterstreicht.
Tagung „Weiblicher Widerstand in literarischen Texten des Mittelalters“
Ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit wird auf einer bevorstehenden Tagung stattfinden, die vom 21. bis 23. September 2026 in Bremen organisiert wird. Diese Veranstaltung mit dem Titel „Weiblicher Widerstand in literarischen Texten des Mittelalters“ soll die Sichtbarmachung und Kartographierung weiblichen Widerstands in den literarischen Texten jener Zeit vorantreiben. In diesem Rahmen werden die Erzähltechniken und Funktionen des Widerstands in und außerhalb der Literatur untersucht, was neue Erkenntnisse über historische Narrative vermitteln könnte.
Interessierte sind eingeladen, Vortragsangebote aus verschiedenen Bereichen der mediävistischen Literaturwissenschaft und der historischen Sprachwissenschaft einzureichen. Die Einreichungsfrist für Arbeitstitel und Abstracts läuft bis zum 16. November 2025, und die Vorschläge können an die E-Mail-Adressen anja.becker@uni-bremen.de und britta.bussmann@uni-oldenburg.de gesendet werden. Weitere Informationen sind im Call for Papers zu finden, der auf der Website der Universität Bremen verfügbar ist.
Becker und Bußmann haben das langfristige Ziel, ihr Projekt zu einem größeren Vorhaben auszubauen, um schließlich eine Förderung, beispielsweise von der DFG, zu beantragen. So könnte die umfassende Erforschung des weiblichen Widerstands in der mittelalterlichen Literatur weiter vertieft werden, und die bedeutenden Stimmen aus dieser Epoche werden nicht vergessen.
Für all jene, die sich für die spannende Schnittstelle von Geschlechterforschung und Literaturwissenschaft interessieren, ist die bevorstehende Tagung sicherlich ein interessanter Anlaufpunkt. Northwest Alliance berichtet ausführlich über die Arbeit von Becker und Bußmann, während H-Net die Details zur Tagung bereitstellt.
