Am 11. Mai 2026 berichten die Fachleute der Technischen Universität Braunschweig, dass das deutsch-schwedische Studierendenprogramm REXUS (Research Experiments USing Sounding rockets) erfolgreich eine vielversprechende Experimentreihe im Bereich der Raumfahrtforschung durchgeführt hat. Die studentische Initiative ExperimentalRaumfahrt-InteressenGemeinschaft (ERIG) e.V. hatte die Möglichkeit, ein eigenes Experiment zur Untersuchung von Materialeigenschaften im All zu realisieren. Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren wurde dieses Experiment in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Raumfahrtsysteme (IRAS) entwickelt.
Der erfolgreiche Flug fand an Bord der Höhenforschungsrakete REXUS 35 statt, die eine Höhe von etwa 75 Kilometern erreichte. REXUS-Raketen, die jedes Jahr vom Esrange Space Center in Schweden starten, bieten Studierenden aus ganz Europa die Gelegenheit, ihre eigenen Forschungsprojekte in annähernder Schwerelosigkeit durchzuführen. Das REXUS-Programm wird sowohl von der Deutschen Raumfahrt-Agentur (DLR) als auch von der schwedischen Raumfahrtagentur (SNSA) finanziert.
Experiment MARTINI und seine Ziele
Ein besonders interessantes Projekt war MARTINI, das sich mit dem Verhalten von Resin, einem speziellen Kunstharz, unter Schwerelosigkeit auseinandersetzte. Dieses Material ist als nicht-newtonsche Flüssigkeit bekannt, deren Viskosität sich unter Krafteinwirkung verändert. Ziel des Experiments war es, die Viskosität von Resin unter Mikrogravitation zu erfassen, um künftige Anwendungen im 3D-Druck im Weltraum zu unterstützen.
Für die Durchführung des Experiments entwickelte das Team eine speziell angefertigte Mischkammer, in die das Resin während des Raketenflugs injiziert wurde. In der Mikrogravitation verrührte ein Motor das Material, und das entstehende Drehmoment sorgte für die Bestimmung der Viskosität. Der gesamte Ablauf lief vollautomatisch ab, und eine integrierte Kamera dokumentierte den Prozess zur späteren detaillierten Auswertung.
REXUS—Ein Weg für Studierende
Die Teilnahme am REXUS-Programm gibt Studierenden die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in der Raumfahrt zu sammeln und reale Missionsabläufe kennenzulernen. Dies ist von großer Bedeutung, da jedes Jahr nur eine begrenzte Anzahl an Teams ausgewählt wird. In diesem Jahr fanden die Starts der Forschungsraketen REXUS 35 und REXUS 36 am 10. und 12. März 2026 statt, wie das DLR berichtet.
Insgesamt wurden acht Teams ausgewählt, darunter fünf von deutschen Hochschulen, um ihre Experimente in der Schwerelosigkeit durchzuführen. Die Flugdauer der REXUS-Raketen beträgt etwa sieben Minuten, wobei in dieser Zeit Experimente für zwei Minuten in annähernder Schwerelosigkeit durchgeführt werden können. Die Projekte decken ein breites Spektrum ab, von der Untersuchung des Schmelzverhaltens von Germanium über die Entwicklung eines Hitzeschilds bis hin zu Forschungen im Bereich der Wundheilung unter Weltraumbedingungen.
Das REXUS-Programm zeigt eindrücklich, wie durch die Unterstützung führender Raumfahrtorganisationen Studierende in den Prozess der Raumfahrtforschung eingebunden werden können. Dieses Engagement hat das Potenzial, die nächste Generation von Raumfahrtingenieuren und Wissenschaftlern entscheidend zu prägen.
Die Initiative ERIG plant bereits weitere spannende Projekte. Studierende, die Interesse haben, sind herzlich eingeladen, sich daran zu beteiligen und ihre Ideen in die Realität umzusetzen.