Am 20. Mai 2026 versammelten sich etwa 100 Studierende der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) und Unterstützer in Neuruppin, Brandenburg, um für die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung zu demonstrieren. Unter dem Motto „Psychotherapie sichern – Weiterbildung finanzieren!“ machten sie auf die unklare berufliche Zukunft von Absolvent*innen aufmerksam.
Der Anlass der Demonstration ist die Reform des Psychotherapeutengesetzes von 2019, die die Finanzierung der Weiterbildung stark verändert hat. Dies führt zu Unsicherheiten für den psychotherapeutischen Nachwuchs und drohenden Versorgungslücken für Patient*innen. Besonders kritisiert wird die Honorarkürzung für Therapieplätze mit Kassensitz, die seit dem 1. April 2026 in Kraft ist. Professor Thomas Stamm, Prodekan für Studium und Lehre an der MHB, äußerte sich unzufrieden über die Unsicherheiten, die mit dieser Entwicklung einhergehen.
Studierendenstimmen und Herausforderungen
Die Studentin Nadine Schworck und die Demo-Mitorganisatorin Laurence Löffler verdeutlichten während der Veranstaltung die bestehenden Herausforderungen. Beide machten auf die ungewisse Zukunft bezüglich Weiterbildungsplätzen aufmerksam und betonten die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem insgesamt. Ein Vergleich mit dem Medizinstudium wurde gezogen: Nach dem Abschluss könnten viele Studierende aufgrund der fehlenden Finanzierung keine Fachausbildung anfangen. Jährlich kommen rund 2.500 ausgebildete Psychotherapeut*innen aus den Hochschulen, die nicht in ihrem Beruf arbeiten können.
Die Demonstration erhielt zusätzliche Unterstützung durch zahlreiche Redebeiträge, darunter Dr. Stefan Roßbach-Kurschat von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg sowie MHB-Absolvent Philip Kühntopp und Christoph Bosse von der Ostdeutschen Psychotherapeutenkammer. Diese Redner trugen dazu bei, die Wichtigkeit der Themen sichtbar zu machen und die Anliegen der Demonstrierenden zu unterstreichen.
Bundesweite Solidarität und Kooperation
Die Protestaktion in Neuruppin war Teil eines bundesweiten Aktionsmonats, der sich mit der Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung befasst. Die Studierenden demonstrieren zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen wie dem PsyFaKo und dem PTW-Forum, um die Notwendigkeit einer klaren und nachhaltigen Finanzierung auch auf politischer Ebene anzusprechen.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen ist die Zukunft des psychotherapeutischen Nachwuchses ungewiss. Die Demonstration in Neuruppin hat einmal mehr gezeigt, dass die Studierenden sich für ihre berufliche Perspektive starkmachen und für eine wirksame Lösung eintreten.
Für weiterführende Informationen lohnt sich ein Blick auf die Berichterstattung von MHB, die die Situation der Studierenden eingehend beleuchtet. Auch andere Plattformen informieren über die Problematik, die hinter der Finanzierung der Weiterbildung steht.