Die mentale Gesundheit von Studierenden steht im Fokus aktueller Diskussionen, und immer mehr Berichte zeigen alarmierende Trends in diesem Bereich. Eine neue Umfrage an der Universität Potsdam bestätigt die besorgniserregenden Zustände unter den Studierenden. Laut einem Bericht der Universität Potsdam hat sich die Zahl der Studierenden mit Burnout-Gefahr zwischen 2015 und 2023 verdoppelt. Dies geschieht parallel zu einer seismischen Verschiebung in den Gesundheitsberichten der Techniker Krankenkasse, die eine dramatische Zunahme von Burnout- und Depressionserkrankungen unter der jungen Bevölkerung dokumentiert.

Im Sommersemester 2025 führten das Projekt „Feel Good Campus“ sowie die Professur für Sozial- und Präventivmedizin eine Umfrage unter über 1200 Studierenden durch. Ziel war es, die Belastungen der Studierenden zu ermitteln und die Daten nach Fakultäten zu differenzieren. Die Ergebnisse zeigen, dass 42,5 % der Befragten erhöhte Depressionswerte angaben, während 51,8 % hohe Angstwerte berichteten. Überraschend ist die Erkenntnis, dass nichtbinäre Teilnehmende mit fast 60 % erhöhten Depressionswerten und über 70 % hohen Angstwerten besonders betroffen sind.

Die Auswirkungen von Studienbedingungen

Studierende, die als erste in ihrer Familie studieren, zeigen ebenfalls eine höhere Anfälligkeit für Depressionen. Die Umfrage bestätigt zudem, dass Studierende mit chronischen körperlichen Erkrankungen häufiger über Angstzustände klagen. „Lesender „Erster-Gewinner“ sind demnach ebenfalls häufig einem erhöhten psychischen Stress ausgesetzt, was auf strukturelle Ungleichheiten im Bildungssystem hinweist.

Im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung schätzen nur 51 % der Studierenden ihre Gesundheit als sehr gut oder gut ein. Lehrende und Mitarbeitende der Universität weisen darauf hin, dass das allgemeine Wohlbefinden der Studierenden sinkt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind Expert*innengespräche und ein Think Lab mit Studierenden zur Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs geplant. Das langfristige Ziel ist es, Gesundheitsfragen in das Studium zu integrieren.

Psychische Belastung an anderen Universitäten

Die Situation an anderen Hochschulen ist ähnlich besorgniserregend. Laut einem Gesundheitsbericht der Süddeutschen Zeitung ist mittlerweile mehr als jeder dritte Studierende in Deutschland von Burnout bedroht. An der Technischen Universität München (TUM) müssen Maschinenwesen-Studierende strenge Prüfungen ablegen, die bei Nichterfüllung zur Exmatrikulation führen können. Dies potenziert den Druck auf die Studierenden.

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Einer dieser Studierenden, Leo, bestand die notwendigen Prüfungen, entwickelte aber trotz der Erfolge eine Depression. Diese wurde durch private Ereignisse und den Stress im Studium ausgelöst. Die Münchener Universitäten bieten Hilfsprogramme an, um Studierenden mit psychischen Problemen Unterstützung zu bieten. Im vergangenen Jahr haben 1467 Studierende die psychotherapeutische Beratungsstelle in München in Anspruch genommen.

Die steigenden Zahlen beziehen sich nicht nur auf die Betroffenen, sondern auch auf die gesellschaftliche Wahrnehmung dieser Herausforderungen. Der Anteil der Studierenden, die an Psychotherapeuten verwiesen werden, stieg von 50 % auf 73 % im ersten Halbjahr 2025. Die gängige Empfehlung lautet, eine Balance zwischen Arbeit, Freizeit und Schlaf zu finden – ganz im Sinne der 3×8-Regel, die gleichmäßig Zeit für Arbeiten, Freizeit und Schlaf anregt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse aus den Umfragen und Berichten zu einer dringend benötigten Sensibilisierung führen und Maßnahmen zur Verbesserung der mentalen Gesundheit von Studierenden auf den Weg gebracht werden.