Die Universität Bielefeld hat im April 2026 ihren zweiten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, der umfassend die nachhaltigen Aktivitäten in den Bereichen Studium und Lehre, Forschung sowie Betrieb beleuchtet. Der Bericht zeigt Fortschritte, Herausforderungen und künftige Schwerpunkte auf, die durch eine klare Nachhaltigkeitsstrategie gefordert werden, um die Universität auf einen nachhaltigeren Weg zu führen. Prof. Dominik Schwarz, Rektoratsbeauftragter für Nachhaltigkeit, betont die Notwendigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen aktiv anzustoßen und zu gestalten, wie in dem Artikel von der Universität Bielefeld berichtet wird.
Der Bericht dokumentiert signifikante Fortschritte: Innerhalb der letzten vier Jahre konnten die Treibhausgasemissionen um über 20 Prozent gesenkt werden, und rund 11 Prozent Fernwärme wurden eingespart. Zudem zeigen sich über zwei Drittel der Studierenden und Mitarbeitenden bereit, umweltfreundliche Verkehrsmittel wie den öffentlichen Nahverkehr, das Fahrrad oder das Laufen zu nutzen. Trotz dieser positiven Aspekte bleiben Herausforderungen bestehen. Der Stromverbrauch konnte nur unwesentlich gesenkt werden, und die Anstrengungen reichen nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Auch ist die Treibhausgasbilanz unvollständig, da Emissionen durch Beschaffungen nicht erfasst werden.
Künftige Schwerpunkte und Infrastruktur
Die aktualisierte Nachhaltigkeitsstrategie setzt klare Akzente auf Energiesparen und Klimafolgenanpassung. Prof. Schwarz hebt hervor, dass der Bereich Mobilität eine geringere Priorität hat, da viele Rahmenbedingungen außerhalb der Universität liegen. Um den Verbrauch besser zu ermitteln, plant die Universität den Aufbau einer Zählerinfrastruktur sowie eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung für Labore. Klimafolgenanpassung soll zudem in Bautätigkeiten und Infrastrukturprojekten Berücksichtigung finden.
Prof. Schwarz ermutigt alle Mitglieder der Universität, ihre alltäglichen Entscheidungen nachhaltiger zu gestalten und bei Hindernissen die Universität zu informieren. Diese aktive Beteiligung ist ein zentraler Punkt der neuen Strategie, die auf die Mitarbeit und das Engagement aller setzt.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Verbindung der Hochschulen zur Nachhaltigkeit ist nicht neu. Bereits im Jahr 2002 riefen die Vereinten Nationen die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ aus, die bis 2014 ging. Ziel der Dekade war es, das Konzept der Nachhaltigkeit in Bildungseinrichtungen zu stärken. In Deutschland fand ein Runder Tisch mit über 100 Mitgliedern statt, der auch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) umfasste. Die HRK verabschiedete 2009 eine Empfehlung zu „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“, die die Bedeutung von Forschung, Lehre und interdisziplinärem Zusammenspiel beschreibt, wie auf hrk.de erläutert wird.
Die Bonner Erklärung, die 2014 auf der Abschlusskonferenz der BNE-Dekade verabschiedet wurde, forderte die Hochschulen dazu auf, sich zu einem nachhaltigen Entwicklungskonzept zu bekennen und dieses in ihre institutionellen Strukturen zu integrieren. Mit dem Auslaufen der BNE-Dekade startete das Weltaktionsprogramm „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ als Nachfolgeaktivität, das die Wichtigkeit der Bildung im Wandel hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft unterstreicht.
Insgesamt zeigt die Universität Bielefeld mit ihrem neuen Nachhaltigkeitsbericht und der dazugehörigen Strategie, dass Bildung nicht nur an Wissen, sondern auch an Verantwortung gebunden ist. Die Arbeit an einer nachhaltigen Universität ist ein kontinuierlicher Prozess, der die Beteiligung und das Engagement aller erfordert.