Thomas Chatterton Williams kommt nach Würzburg. Der US-amerikanische Autor, Publizist und Journalist liest am Mittwoch, 11. November 2026, aus seinem neuen Buch und spricht anschließend über die wachsende Polarisierung öffentlicher Debatten. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr und endet um 20:30 Uhr.

Williams lebt in New York und Paris und schreibt unter anderem für The Atlantic, das New York Times Magazine, The New Yorker und Le Monde. Der Abend findet auch vor dem Hintergrund des 250. Jahrestags der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten statt, der 2026 begangen wird.

Debatten zwischen Gerechtigkeit und Sprachfreiheit

Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: Wie lässt sich die zunehmende Polarisierung öffentlicher Debatten erklären? Und wann schlägt der Ruf nach mehr Gerechtigkeit im gesellschaftlichen Zusammenleben in sein Gegenteil um?

Williams’ neues Buch trägt im englischen Original den Titel Summer of Our Discontent: The Age of Certainty and the Demise of Discourse und erschien 2025. Die deutsche Ausgabe heißt Toxische Gerechtigkeit: Die neue Polarisierung der Debatten und das Scheitern eines großen Traums; übersetzt wurde sie von Stephan Kleiner, ebenfalls 2025 erschienen.

Darin setzt sich Williams kritisch mit dem zeitgenössischen Antirassismus auseinander und benennt nach Angaben des Hanser-Verlags blinde Flecken antirassistischer Bewegungen. Er plädiert für eine „Post-Race-Theory“, die Gleichberechtigung statt Sonderbehandlung anstrebt. Auch frühere Probleme der Woke-Bewegung hält er weiterhin für relevant. Aus ihnen, so die bei Sascha Chaimowicz wiedergegebene These, sei die neue Härte der politischen Rechten entstanden.

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Über den Ton seiner Bücher gehen die Einschätzungen in eine ähnliche Richtung: Joseph Hanimann zufolge legt Williams mehr Wert auf sorgfältige Erklärung als auf Polemik und Provokation. Jakob Hayner bezeichnet ihn als besonders klugen und stilistisch versierten Autor zu Identitätsfragen des 21. Jahrhunderts. Ganz ohne Reibung dürfte der Abend trotzdem nicht bleiben – dafür sind die Fragen zu aufgeladen.

Lesung im Burkardushaus

Gesprochen wird über die Bedeutung freier Meinungsäußerung ebenso wie über Respekt und religiöse, politische und weltanschauliche Toleranz. Moderiert wird die Veranstaltung von Professorin Catrin Gersdorf, Lehrstuhlinhaberin für Amerikanistik.

Kooperationspartner sind die Domschule Würzburg, der Lehrstuhl für Amerikanistik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, das Kolleg Moderne & Gegenwart der JMU und die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft e. V. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Veranstaltungsort ist das Burkardushaus – Tagungszentrum am Dom, Am Bruderhof 1, 97070 Würzburg. Trotz abgelaufener Anmeldefrist ist eine Anmeldung weiterhin möglich. Wer also noch keinen Haken an den Abend gemacht hat, kann offenbar noch dazukommen.