Ulm feiert Kanzler Dieter Kaufmann: Ein Abschied nach 21 Jahren!
Die Universität Ulm hat am 26. Juni 2026 ihren langjährigen Kanzler Dieter Kaufmann in den Ruhestand verabschiedet. Nach 21 Jahren an der Spitze der Verwaltung, in denen er die finanziellen Geschicke der Universität leitete, blickte Kaufmann in seiner Abschiedsrede auf über 40 Jahre im Wissenschaftsmanagement zurück. In diesem Rahmen betonte er die zentrale Rolle von Universitäten als Orte der Freiheit für Forschung und Lehre und hob die bedeutenden Entwicklungen der Universität Ulm in den letzten zwei Jahrzehnten hervor.
Kaufmann dankte in seiner emotionalen Ansprache den Wissenschaftlern, Beschäftigten und Partnern für ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit. Besonders die Neugestaltung der Studiengänge sowie die Etablierung von Forschungsverbünden und internationalen Kooperationen standen im Fokus seiner Rückschau. Zudem kündigte er an, auch im Ruhestand weiterhin mit der Wissenschaft verbunden zu bleiben und mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen.
Herausragende Leistungen und Anerkennung
Die Verabschiedung wurde von zahlreichen hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft und Politik begleitet. Universitätspräsident Michael Weber berichtete von der positiven Entwicklung unter Kaufmanns Leitung. Die Zahl der Absolventen stieg von 800 im Jahr 2005 auf 1.800 im Jahr 2025. Zudem wuchs die Anzahl der Professuren um 30%, die Landesmittel um 60% und die Drittmittel sogar um 150%.
Kaufmann spielte eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung wichtiger Initiativen, darunter der Internationalen Graduiertenschule für Molekulare Medizin und dem Exzellenzcluster POLiS. Zahlreiche Weggefährten würdigten ihn als verlässlichen Partner. Ministerialdirektor Dr. Hans J. Reiter und Professor Walter Rosenthal von der Hochschulrektorenkonferenz hoben seinen Einfluss auf die Hochschulpolitik hervor.
- Albert Berger, Kanzler der Technischen Universität München, lobte Kaufmanns Rolle in der Bundesvereinigung.
- Dr. Heide Ahrens von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstrich Kaufmanns Engagement und Urteilsfähigkeit.
- Der Personalratsvorsitzende Magnus Wuggazer verwies auf die Zusammenarbeit, die von Offenheit und Respekt geprägt war.
- Heidi Krolopp, Leiterin von Dezernat I, bedankte sich für seine sorgfältige Finanzsteuerung.
Als symbolisches Geschenk erhielt Kaufmann eine „Ulmer Gulden“-Torte. Die Feier zeichnete sich durch minutenlangen Applaus für die Verdienste des scheidenden Kanzlers aus.
Ein Rückblick auf die Karriere von Dieter Kaufmann
Dieter Kaufmann wurde 1956 in Tübingen geboren und studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Stuttgart. Nach seiner Ausbildung war er in unterschiedlichen Funktionen im Finanzmanagement an der Universität Stuttgart aktiv, bevor er 2005 als Kanzler zur Universität Ulm wechselte. In seiner Zeit dort wurde er 2012 einstimmig und erneut 2021 als Kanzler bestätigt. Nicht nur auf universitärer Ebene war Kaufmann aktiv; er nahm verschiedene wichtige Rollen ein, darunter als Mitglied im Medizinausschuss des Wissenschaftsrats der Bundesregierung und als Bundessprecher der Kanzlerinnen und Kanzler deutscher Universitäten.
Sein langjähriger Einfluss auf die Hochschulpolitik spiegelt sich auch in der Entwicklung von Rahmenbedingungen für die akademische Bildung in Deutschland wider. Der Hochschulpakt 2020, initiiert von Bund und Ländern, dient dazu, Hochschulen für steigende Studierendenzahlen zu öffnen und die Qualität von Studium und Lehre zu verbessern. Diese Initiative ist Teil der Reformen, die Kaufmann als Entscheidungsträger im Hochschulbereich mitgestaltet hat, ebenso wie der Nachfolgevertrag „Studium und Lehre stärken“.
Der Abschied von Dieter Kaufmann markiert nicht nur das Ende einer Ära an der Universität Ulm, sondern auch einen bedeutsamen Moment für die gesamte Hochschulbildungslandschaft in Deutschland, die von seiner über Jahrzehnte währenden Arbeit geprägt ist.
Die Universität Ulm und die breite Hochschulgemeinschaft können auf die nachhaltigen Erfolge zurückblicken, die unter seiner Führung erreicht wurden, und hoffen auf eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung in der Zukunft.
