Die Goethe-Universität Frankfurt hat eine umfassende Studie zur Diversität, Diskriminierung und den Karrierebedingungen von Wissenschaftler*innen durchgeführt. Diese Untersuchung, die im Herbst 2023 mit 726 Teilnehmenden stattfand, soll die Bedürfnisse von Wissenschaftler*innen aller Karrierestufen systematisch erfassen. Insbesondere werden die Erfahrungen von Wissenschafler*innen mit Migrationshintergrund, Behinderungen und aus LGBTQ+-Communities fokussiert. Wie puk.uni-frankfurt.de berichtet, mangelt es in Deutschland bisher an Daten zur Diversität im Wissenschaftssystem, im Gegensatz zu Ländern wie Kanada.

Die Erhebung umfasste vor allem wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Lehrkräfte für besondere Aufgaben (72%), gefolgt von Professor*innen (18%) sowie Stipendiat*innen, Promovierenden und Habilitand*innen (9%). Lehrbeauftragte machten dabei einen Anteil von 1% aus. Die Ergebnisse der Studie sollen am kommenden Diversity-Tag der Goethe-Universität am 19. Mai 2026 präsentiert werden.

Wichtige Erkenntnisse der Studie

Erste zentrale Erkenntnisse zeigen, dass die Mehrheit der Befragten mit ihrer Arbeitssituation sehr zufrieden ist, insbesondere in Bezug auf Forschung, Lehre und das Verhältnis zu Studierenden. Trotz dieser Zufriedenheit gibt es jedoch einen klaren Bedarf an systematischem Onboarding, um neuen Mitarbeiter*innen den Einstieg zu erleichtern. Zudem betonen die Ergebnisse die Notwendigkeit von Wissen, Sensibilisierung und klaren Verfahrenswegen zur Stärkung der Diversität und Bekämpfung von Diskriminierung.

Die Universität plant, die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen, um ihre Diversity-Policies weiter zu verbessern. Dies passt zu den allgemeinen Bemühungen in Deutschland, die Gleichheit in der Wissenschaft zu fördern, wie auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft bestätigt. Auf deren Webseite erklärt dfg.de, dass Chancengleichheit und Vielfalt entscheidend für die Weiterentwicklung der Forschung sind.

Gleichstellung in der Wissenschaft

Ein Blick auf die aktuelle Situation der Frauen in der Wissenschaft zeigt, dass der Anteil von Frauen mit steigender akademischer Karriereleiter abnimmt, ein Phänomen, das oft als „Leaky Pipeline“ bezeichnet wird. Laut Informationen des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (bmftr.bund.de) sind 46% der Doktorandinnen weiblich, während nur 29% der Professorinnen sind. Das Ministerium hat sich zum Ziel gesetzt, diese Ungleichheit zu beseitigen und hat Programme gestartet, die eine bessere Vertretung von Frauen in der Wissenschaft anstreben.

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Beispiele hierfür sind das Professorinnenprogramm und die Initiative „Vielfalt verbindet“, die darauf abzielt, Chancengerechtigkeit zu fördern und Frauen in MINT-Berufen zu unterstützen. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen politischen Rahmens, der darauf abzielt, die Vielfalt in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu stärken und Deutschland auf dem internationalen Forschungsmarkt wettbewerbsfähiger zu machen.

Die anstehende Präsentation der Studie der Goethe-Universität wird zweifellos neue Perspektiven und Anregungen zur Verbesserung der Diversität und Gleichstellung in der Wissenschaft liefern und könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um faire Karrieren in der akademischen Welt leisten.