Am 22. April 2026 ist die Virtualität in der akademischen Landschaft nicht mehr wegzudenken. Sie prägt sowohl die Lebenswelt als auch das Selbstverständnis von Universitäten. Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1567 hat in dem kürzlich erschienenen Band „Virtuelle Universität“ ein Konzept entwickelt, das sich der kritischen Reflexion und Nutzung von Virtualität in der Universität widmet. Rund 50 Forschende sind in 13 Teilprojekten aktiv und arbeiten an den Themen Wissensinhalte, Praktiken und Vernetzungsdynamiken.

Wie news.rub.de berichtet, umfasst der Begriff der Virtualität nicht nur technische Infrastrukturen, sondern auch spekulative und alternative Möglichkeiten des Seins. Der Band, herausgegeben von Dr. Patrizia Breil und Prof. Dr. Florian Sprenger, reflektiert, wie Virtualität die Veränderungen in Forschung und Lehre beeinflusst. Universitäten, traditionell Institutionen des Austauschs, haben sich während der Pandemie als Orte der Virtualität bewiesen, indem sie ihren Betrieb weitgehend aufrechterhalten konnten.

Die Rolle der Virtualität in der Wissenschaft

Universitäten sind seit jeher Orte der Kommunikation in Abwesenheit. Diese Kommunikation wurde historisch durch Bibliotheken, den Buchdruck und E-Mail unterstützt. Die Herausgebenden des Bandes stellen fest, dass die virtuelle Universität nicht einfach eine digitale Repräsentation bestehender Institutionen ist. Vielmehr ist sie ein Raum der Imagination, der Kritik und des Austauschs. Dieser Ansatz spiegelt sich auch im neu eingeführten Begriff „Virtual Humanities“ wider, der den interdisziplinären Charakter der Beiträge des Bandes kennzeichnet.

Die Kapitel des Bandes befassen sich mit einer Vielzahl von Medien, Formaten, Institutionen und Infrastrukturen, die die virtuelle Universität prägen. Dabei wird auch die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Universität thematisiert. Der SFB stellt geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven einem rein instrumentellen Verständnis von Virtualität entgegen, was die Diversität der behandelten Themen unterstreicht.

Originalveröffentlicht wurde der Band von Patrizia Breil und Florian Sprenger unter dem Titel „Virtuelle Universität – Geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Zugänge“ im Verlag transcript in Bielefeld, ISBN 978-3-8376-5934-4. Diese Publikation bietet wertvolle Einblicke in die aktuelle Forschung zu Virtualität an Universitäten und deren weitreichenden Auswirkungen auf die Wissenschaft.

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Insgesamt wird deutlich, dass die virtuelle Universität nicht nur ein technologisches Phänomen ist, sondern auch einen tiefgreifenden kulturellen und gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt. Die Reflexion über Virtualität ist für die Zukunft der akademischen Welt von zentraler Bedeutung, um den Herausforderungen und Möglichkeiten eines zunehmend digitalen Zeitalters gerecht zu werden.