Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat Michael Weber mit einer der begehrten Humboldt-Professuren ausgezeichnet, die jährlich an führende internationale Forscher in allen Disziplinen vergeben werden. In diesem Jahr zählt Weber zu den sieben Empfängern dieser prestigeträchtigen Auszeichnung. Bis zu 5 Millionen Euro werden den dreißig Preisträgern jährlich zur Verfügung gestellt, um ihre Forschung in Deutschland zu betreiben. Das Programm wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert, mit dem Ziel, weltweit anerkannte Wissenschaftler nach Deutschland zu bringen, um langfristige und wirkungsvolle Forschung aufzubauen. Dies wird von der Stiftung als ein entscheidender Beitrag zur Stärkung der deutschen Forschungslandschaft angesehen, wie esmt.berlin berichtet.
Michael Weber wird am European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin arbeiten und dort das neue „European Expectations Center“ gründen. Dieses Forschungszentrum wird sich auf Inflationserwartungen und wirtschaftliches Verhalten konzentrieren und soll Ende 2026 eröffnet werden. Weber ist bekannt für seine Forschung zu Themen wie Inflationserwartungen und Haushaltsfinanzen. Seine Arbeit untersucht, wie Verbraucher und Unternehmen Inflation wahrnehmen und wie diese Wahrnehmungen ihre wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflussen. Die Forschungsarbeiten werden internationale Umfragen umfassen und sowohl akademische als auch politikorientierte Ergebnisse liefern, um den Dialog zwischen Forschern, politischen Entscheidungsträgern und Wirtschaftsführern in Europa und darüber hinaus zu fördern.
Forschungsschwerpunkte und deren Bedeutung
Weber ist international anerkannt für seine systematische Untersuchung von Inflation und deren wirtschaftlicher Wirkungen. Seine Forschung zeigt, dass wirtschaftliche Entscheidungen oft weniger auf Daten und mehr auf Bauchgefühl basieren. Besonders die Wahrnehmung von Preisen hat weitreichende Auswirkungen auf das Konsum- und Sparverhalten, was wiederum die politische Effektivität beeinflussen kann. Hierbei verbindet Weber makroökonomische Theorie mit Verhaltensökonomie und Umfragedaten.
Ein wichtiger Aspekt seiner Arbeit ist die Differenzierung zwischen den negativen und positiven Aspekten von Inflation. Haushalte neigen dazu, hauptsächlich die negativen Folgen, wie den Wertverlust von Ersparnissen, zu bewerten, während die Vorteilsaspekte für Kreditnehmer oft in den Hintergrund treten. Durch experimentelle Studien hat Weber herausgefunden, dass maßgeschneiderte Informationen signifikante Veränderungen im finanziellen Selbstbild und Verhalten der Menschen bewirken können.
Zudem kritisiert er die Kommunikationsstrategien der Zentralbanken. Einfache und verständlich formulierte Inflationsziele könnten das Vertrauen in geldpolitische Institutionen stärken. Weber befasst sich ebenso mit der Diversität in Entscheidungsgremien der Geldpolitik und deren Einfluss auf die Glaubwürdigkeit sowie Akzeptanz dieser Institutionen.
Die Verleihungszeremonie und Reaktionen
Jörg Rocholl, der Präsident der ESMT, äußerte, wie bedeutsam Webers Forschung für aktuelle wirtschaftliche Fragestellungen ist. Weber selbst hat in einer ersten Reaktion auf die Auszeichnung betont, dass er sich geehrt fühle, die Humboldt-Professur zu erhalten und seine Forschung am ESMT fortzusetzen. Die offizielle Zeremonie zur Verleihung der Professur wird um 19 Uhr live auf dem YouTube-Kanal der Humboldt-Stiftung übertragen.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung unterstützt jährlich über 2.000 Wissenschaftler und verfügt über ein globales Netzwerk von mehr als 30.000 Humboldtianern, darunter 63 Nobelpreisträger. Michaels Webers Berufung an die ESMT stellt einen weiteren Schritt dar, um Deutschlands Stellung als führender Standort für Wirtschaftsforschung zu stärken, was im Bericht von humboldt-foundation.de hervorgehoben wird.