Westhoff’s Abschied: Ein Meister der Photosynthese verlässt die HHU!
Am 3. Juli 2026 verabschiedete sich Prof. Dr. Peter Westhoff nach vier Jahrzehnten an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) in Düsseldorf mit einer eindrucksvollen Abschiedsvorlesung. Sein Thema „Von einzelligen Grünalgen zur Kulturpflanze Mais – eine Forschungsreise mit der Photosynthese“ spiegelte seine langjährige Forschungsarbeit wider, die das Verständnis der Photosynthese revolutionierte. Im Anschluss an die Vorlesung fand ein informelles Zusammenkommen im Botanischen Garten statt, dessen Leitung Westhoff seit 2010 innehatte.
Westhoff, geboren 1951 in Warburg-Welda, durchlief eine bemerkenswerte akademische Laufbahn. Nach seinem Studium in Biologie, Chemie und pädagogischer Psychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen erlangte er 1977 das Lehramtsstaatsexamen, gefolgt von seiner Promotion 1980 und Habilitation 1985 in Botanik an der HHU. Ein Forschungsaufenthalt an der Ludwig-Maximilians-Universität München schloss sich an. 1988 übernahm er den Lehrstuhl für Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen an der HHU.
Forschungsschwerpunkte und Errungenschaften
Westhoffs Forschungsarbeit richtete sich vor allem auf die Photosynthese, insbesondere die evolutionäre Entwicklung der C4-Photosynthese. Diese spezielle Form der Photosynthese, die Pflanzen an trockenen Standorten entwickelt haben, ermöglicht eine effektive CO2-Fixierung, auch bei geschlossenen Stomata. Im Gegensatz zur C3-Photosynthese, die in einer Zelle stattfindet, erfolgt die CO2-Fixierung bei der C4-Photosynthese in zwei unterschiedlichen Zelltypen: Mesophyllzellen und Bündelscheidenzellen. Diese räumliche Trennung reduziert die Photorespiration im Vergleich zur C3-Photosynthese und ist entscheidend für die Anpassung an trockene, warme Klimabedingungen. Pflanzen wie Mais, Zuckerrohr und verschiedene Melden-Arten weisen die C4-Photosynthese auf und profitieren von dieser Anpassung in der CO2-Fixierung.
Westhoff etablierte die Gattung Flaveria als Modellsystem zur Erforschung der C4-Mechanismen. Seine Arbeiten bildeten die Grundlage für die Übertragung der C4-Photosynthese auf Nutzpflanzen, ein Ziel, das die Effizienz der Landwirtschaft erheblich verbessern könnte. Zudem war er von 2007 bis 2012 Sprecher des Sonderforschungsbereichs SFB 590 und Mitinitiator des Exzellenzclusters CEPLAS, das 2012 ins Leben gerufen wurde.
Akademische und administrative Führungsrollen
In seiner akademischen Laufbahn übernahm Westhoff zahlreiche leitende Funktionen an der HHU. So war er von 2004 bis 2007 Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie Prodekan und geschäftsführender Leiter der Wissenschaftlichen Einrichtung Biologie. Von 2014 bis 2020 arbeitete er als Prorektor für Forschung und Transfer und war zudem Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zwischen 2006 und 2012. Während dieser Zeit galt er als geschätzter Gutachter für verschiedene Forschungsinstitutionen, darunter das Bundesforschungsministerium und die französische Agence Nationale de la Recherche.
Für seine Verdienste wurde Westhoff 2013 in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Seine Kolleginnen und Kollegen im Exzellenzcluster CEPLAS würdigten ihn als exzellenten Wissenschaftler und offenen Gesprächspartner. In einer Dankesrede äußerte die HHU-Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck ihre Wertschätzung für Westhoffs Engagement und seine nachhaltige Prägung der Universität.
Mit ihm geht nicht nur ein herausragender Wissenschaftler, sondern auch ein leidenschaftlicher Förderer von Nachwuchswissenschaftlern, dessen Einfluss auf die Pflanzenforschung und die deutsche Wissenschaftspolitik nachhallen wird.
