Wer in Osnabrück studieren und in eine Wohngemeinschaft ziehen will, schaut beim Durchblättern von Wohnungsanzeigen inzwischen genauer hin. In vielen deutschen Hochschulstädten steigen die Preise für WG-Zimmer. Eine bundesweite Vergleichsstudie zeigt zugleich: Osnabrück gehört in Niedersachsen zu den günstigeren Städten für Studierende.

Die Auswertung basiert auf Wohnungsinseraten und soll zeigen, mit welchen Wohnkosten Studierende in Osnabrück rechnen müssen. Konkrete Preisangaben für Osnabrück enthält der bereitgestellte Artikel wegen einer Bezahlschranke allerdings nicht. Klar ist nur die Einordnung innerhalb Niedersachsens – und dass ein normales WG-Zimmer auch andernorts längst kein Schnäppchen mehr ist.

Deutschlandweit kostet das WG-Zimmer rund 510 Euro

Die Zahlen für das Wintersemester 2026/27 veröffentlichte das Moses Mendelssohn Institut (MMI) am 19. September 2026. Gemeinsam mit WG-Gesucht.de untersuchte es 90 deutsche Hochschulstandorte mit jeweils mehr als 5.000 Studierenden. Reine Fern- und Verwaltungshochschulen blieben außen vor.

Im studierendengewichteten Mittel kostet ein WG-Zimmer rund 510 Euro im Monat. Im Sommersemester 2026 waren es 512 Euro, im Wintersemester 2025/26 505 Euro. Binnen eines Jahres entspricht das einem Anstieg von rund einem Prozent. Im Wintersemester 2016/17 lag der Wert noch bei rund 349 Euro.

Für die Untersuchung wurden 3.870 Inserate bestehender Zwei- bis Drei-Personen-WGs ausgewertet. Berücksichtigt wurden unbefristet angebotene Zimmer, keine Tauschangebote. Bei den Preisen handelt es sich um Warmmieten, in denen überwiegend Strom, Internet, Möblierung sowie die technische Ausstattung gemeinschaftlich genutzter Räume enthalten sind. Die Wohnungen beruhen in der Regel nicht auf frisch abgeschlossenen Mietverträgen.

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Ausgewiesen werden erstes Quartil, Median und drittes Quartil. Der Deutschlandwert wird nach der Zahl der Studierenden an den jeweiligen Standorten gewichtet. Das klingt trocken, entscheidet aber darüber, ob große Hochschulstädte in der Statistik stärker ins Gewicht fallen als kleine.

Die Mitte wird dünner

Die Preisunterschiede zwischen den Hochschulstandorten sind im Zehnjahresvergleich gewachsen. Das lässt sich laut MMI nicht allein mit dem allgemein gestiegenen Preisniveau erklären. Nur noch 20,7 Prozent der Studierenden wohnen an Standorten, deren Median höchstens zehn Prozent vom Deutschlandwert abweicht. Im Wintersemester 2016/17 waren es 35,4 Prozent.

46,1 Prozent studieren an Orten, an denen die Preise mehr als zehn Prozent unter dem Deutschlandwert liegen. Bei 33,2 Prozent liegen sie mehr als zehn Prozent darüber. Der Abstand zwischen dem unteren und dem oberen Viertel der Standortmediane ist binnen zehn Jahren um rund 27 Prozent gewachsen.

Zum oberen Preissegment zählen zwölf von 90 Standorten. Ihr Median liegt mehr als zehn Prozent über dem Deutschlandwert. Dort studiert rund ein Drittel der untersuchten Studierenden, obwohl diese Standorte nur 13,3 Prozent der Gesamtzahl ausmachen. Die Mediane reichen von 565 Euro in Bonn bis 850 Euro in München.

Hochschulstandort Median für ein WG-Zimmer
München 850 Euro
Berlin 650 Euro
Hamburg 650 Euro
Köln 640 Euro
Frankfurt am Main 630 Euro

Berlin, München, Hamburg, Köln und Frankfurt am Main vereinen rund 558.000 Studierende und damit knapp 70 Prozent der Studierenden im oberen Preissegment. Bereits im Wintersemester 2016/17 gehörten neben diesen fünf Städten auch Stuttgart, Düsseldorf und Freiburg zu dieser Gruppe.

Im oberen Preissegment liegt das studierendengewichtete erste Quartil bei 525 Euro. Ein Viertel der beobachteten Angebote liegt darunter, drei Viertel darüber. In Hamburg beträgt dieses erste Quartil 560 Euro, in München und Frankfurt am Main jeweils 550 Euro, in Köln 540 Euro und in Berlin 530 Euro.

BAföG reicht vielerorts nicht bis zur Zimmerdecke

An allen zwölf Standorten des oberen Preissegments liegt das erste Quartil über der aktuellen BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro. Die ursprünglich für das Wintersemester 2026/27 geplante Erhöhung wurde auf das Sommersemester verschoben; derzeit gelten weiterhin 380 Euro. An zehn Standorten liegt das erste Quartil auch über der für das kommende Sommersemester vorgesehenen Pauschale von 440 Euro. Dort sind 91,3 Prozent der Studierenden des oberen Preissegments eingeschrieben.

Bundesweit liegt der Median an 76 von 90 Standorten über 380 Euro. Betroffen sind dort 84,4 Prozent der erfassten Studierenden. An 48 Standorten überschreitet bereits das erste Quartil diesen Betrag; dort studieren 55,1 Prozent der erfassten Studierenden.

Mit der vorgesehenen Pauschale von 440 Euro sähe es etwas weniger eng aus, aber eben nicht entspannt: Der Median liegt an 45 Standorten darüber, dort studieren 56,0 Prozent der erfassten Studierenden. An 21 Standorten überschreitet sogar das erste Quartil 440 Euro; betroffen sind 36,8 Prozent der Studierenden.

Auch der Studentenwohnreport 2026 von MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt zu einem ernüchternden Bild. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Mieten für studentisches Wohnen gegenüber dem Vorjahreszeitraum durchschnittlich um 2,6 Prozent. Wohnungen unter 40 Quadratmetern verteuerten sich um 3,5 Prozent, WG-Zimmer um 2,3 Prozent und möblierte Wohnungen auf Zeit um 2,0 Prozent.

Die Unterschiede zwischen den Hochschulstandorten sind erheblich. Für eine studentische Musterwohnung mit 30 Quadratmetern wurden in München rund 880 Euro monatlich genannt – der höchste Wert. Berlin, Frankfurt, Köln, Hamburg und Heidelberg lagen bei etwa 700 bis 720 Euro. Chemnitz kam mit rund 280 Euro am günstigsten weg. Bei einem hypothetischen 20-Quadratmeter-WG-Zimmer reichte die Spanne von rund 850 Euro in München bis rund 220 Euro in Chemnitz.

Die stärksten durchschnittlichen Mietzuwächse der vergangenen drei Jahre verzeichneten Hamburg und Saarbrücken mit jeweils 5,8 Prozent pro Jahr, gefolgt von Bochum mit 5,5 Prozent. Die derzeitige BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro deckt die Miete der 30-Quadratmeter-Musterwohnung nur in Chemnitz vollständig.

Für BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger, die nicht bei ihren Eltern wohnen, soll die Pauschale zum Sommersemester 2027 auf 440 Euro steigen. Ursprünglich war die Erhöhung bereits zum kommenden Wintersemester geplant, sie verzögerte sich jedoch wegen fehlender Einigung der Koalition über die Finanzierung.

Osnabrück bleibt im Niedersachsen-Vergleich günstig

Für Studierende an der Universität Münster, dem Ort dieses Berichts, sind die bundesweiten Zahlen ebenfalls ein ziemlich greifbarer Hinweis darauf, wie angespannt die Suche nach einem Zimmer ist. In Osnabrück fällt der Vergleich immerhin günstiger aus als in vielen anderen niedersächsischen Studentenstädten. Was dort konkret auf dem Mietzettel steht, lässt sich aus dem zugänglichen Artikel wegen der Bezahlschranke nicht ablesen.

Das MMI untersucht studentische Wohnungs- und Ausbildungsmärkte seit 2011. Das Hochschulstädtescoring erscheint seit 2013 jährlich zum Wintersemester. Eine DZHW-Studie kam 2023 zu dem Ergebnis, dass die vom MMI ermittelten jährlichen Preissteigerungen bei WG-Mieten die tatsächlichen Ausgabensteigerungen zwischen 2016 und 2021 mit einer Vorhersagegenauigkeit von 99 Prozent abbildeten. Für die Zimmersuche heißt das: Anzeige öffnen, Warmmiete prüfen – und lieber zweimal rechnen.