YJEA Student Conference diskutiert Europas Weg zwischen Integration und Fragmentierung
Europa bekommt an diesem Wochenende einen eigenen Hörsaal-Marathon. Vom 30. Oktober bis 1. November 2026 treffen sich Studierende zur YJEA Student Conference 2026 im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt. Das Thema lautet „Integration or Fragmentation? The European Union’s Next Chapter“.
Drei Tage lang diskutieren die Teilnehmenden mit Vertreterinnen und Vertretern aus EU-Institutionen, Wissenschaft und Think-Tanks über die weitere Entwicklung der Europäischen Union. Die Goethe-Universität unterstützt die Konferenz offiziell, organisiert wird sie vom AStA der Goethe-Universität. Für die inhaltliche Gestaltung ist das Young Journal of European Affairs (YJEA) verantwortlich – ein von Studierenden herausgegebenes und europaweit publiziertes Peer-Review-Journal.
Großes Interesse aus Europa
Zehn Studierende der Goethe-Universität und 15 weitere Studierende aus zehn europäischen Ländern arbeiten an der Konferenz mit. Das Interesse war deutlich größer: Mehr als 180 Bewerbungen aus 41 Ländern gingen ein. Rund 50 Teilnehmende reisen von ausländischen Universitäten an, dazu kommen voraussichtlich 50 bis 100 Gäste aus der Rhein-Main-Region.
Das Programm verbindet Keynotes, Podiumsdiskussionen, praxisnahe Workshops und Student Paper Workshops. Dort stellen Studierende eigene Forschungsarbeiten vor und diskutieren sie. Inhaltlich geht es um die Sicherheit und Außenbeziehungen der EU, Geoökonomie, Wettbewerbsfähigkeit und Handel sowie um die inneren politischen und wirtschaftlichen Fliehkräfte der Union.
Der Veranstaltungsort ist das Hörsaalzentrum im 3. Stock, Theodor-W.-Adorno-Platz 5, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Registrierung beginnt am Freitag, 30. Oktober, um 14:00 Uhr. Am Sonntag, 1. November, endet die Konferenz gegen 13:00 Uhr; laut Programm schließen sich um etwa 12:45 Uhr Abschlussworte und ein offener Community-Austausch an.
Von der Lage der Union bis zur Quantenkonkurrenz
Der Freitag steht unter dem Titel „Where the Union stands“. Zwischen 14:00 und 15:00 Uhr läuft die Registrierung, anschließend begrüßen YJEA, AStA und Goethe-Universität die Gäste. Um 15:30 Uhr spricht Dr. Stefan Lock, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, in seiner Keynote zur aktuellen Lage der EU.
Danach folgt ein Panel zur wirtschafts- und sicherheitspolitischen Neuausrichtung der EU, unter anderem mit Dr. André Wolf, Stefan Lock und Pierre-Antoine Laprat. Parallel leitet Natalia Is’kovych von SupportUkraineNOW ein Strategiespiel zur hybriden Kriegsführung. Am Abend stehen Workshops zur europäischen Außenpolitik mit Julian Plottka, zur Unterstützung der Ukraine mit Marie Gregor von Project NADIYA e.V. sowie zur Arbeit von Thinktanks mit Sophia Russack und Júlia Pőcze vom CEPS auf dem Plan. Von 19:30 bis 22:00 Uhr ist ein Empfang für Teilnehmende und Mitwirkende vorgesehen.
Am Samstag, 31. Oktober, lautet das Motto „Security, economy and Europe from within“. Nach Kaffee und Ankunft ab 09:00 Uhr präsentieren Studierende unter anderem Arbeiten zu möglichen rechtlichen Grenzen einer EU-„assoziierten Mitgliedschaft“ Kanadas, zu Fernand Dehousse und der Entstehung des Europäischen Parlaments, zur Autonomie des Europäischen Auswärtigen Dienstes sowie zur zivilrechtlichen Haftung für Klimaschäden.
Es folgen Panels zu Sicherheit und Außenbeziehungen sowie zu Geoökonomie. Nach Networking-Lunch und ausgewählten Kaffeegesprächen geht es um die Übertragung wissenschaftlicher Forschung in Policy-Papiere und um eine Keynote des Europaabgeordneten Reinis Pozņaks. Weitere Diskussionen behandeln Wettbewerbsfähigkeit, Handel und gleiche Wettbewerbsbedingungen, die Unterstützung einer gemeinsamen europäischen Außenpolitik durch junge Menschen, Quantentechnologie und den geopolitischen Wettbewerb zwischen China und Europa sowie die Frage nach innerer Integration oder Fragmentierung der EU.
Geplante Workshops widmen sich der Verhandlung und Konsensbildung in der internationalen Politik, dialogorientierten Konferenzen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz, der Entwicklung eines Policy Papers aus Forschungsergebnissen, Desinformation und ihren Auswirkungen auf Europa sowie der Arbeit von Thinktanks. Ein Kooperationsworkshop von sinc.europaea und Yourope, Konferenzessen und Networking runden den Samstag ab. Am Samstag spricht außerdem Prof. Dr. Martin Heidenreich von der Universität Oldenburg darüber, ob der European Green Deal einen Wendepunkt der europäischen Klimapolitik darstellt.
Zu den angekündigten Gästen zählen neben Reinis Pozņaks und Dr. Stefan Lock Theresa Chorbacher vom Europäischen Auswärtigen Dienst, Pierre-Antoine Laprat aus der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Kommission, Dr. André Wolf vom Centrum für Europäische Politik, Julian Plottka vom Institut für Europäische Politik, Johanna Flach von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Sophia Russack vom Centre for European Policy Studies, Prof. Dr. Daniel Mertens von der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Thomas Weck von der Frankfurt School of Finance & Management und Prof. Dr. Thomas König von der Universität Mannheim.
Der Sonntag trägt den Titel „Young voices“. Nach Kaffee und Gepäckaufbewahrung stellen Studierende Arbeiten zum spieltheoretischen EU-Beitritt mittel- und osteuropäischer Staaten 2004 und 2007, zur Entwicklung der EU-Erweiterungspolitik nach 2022 sowie zur Integration oder Fragmentierung des digitalen EU-Binnenmarkts vor. Das Abschluss-Panel von 11:15 bis 12:15 Uhr fragt nach jungen Stimmen in der europäischen Debatte. Eine studentische Keynote hält Robin Vandendriessche zur Beteiligung junger Europäer an dieser Debatte; dazu kommen Beiträge des European Student Think Tank und des JASON Institute.
Teilnahme, Kosten und Anreise
Bewerbungen für das allgemeine Publikum sind bis zum Konferenzbeginn möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro. Reise- und Unterkunftsstipendien können weiterhin beantragt werden; vergeben werden sie nach Bedarf, garantiert ist die Unterstützung nicht. Geförderte Übernachtungen sind für die Nächte am 30. und 31. Oktober in einem Mehrbettzimmer im a&o Hostel Frankfurt Ostend vorgesehen. Selbstzahlerplätze kosten etwa 60 Euro für beide Nächte.
Das vollständige Programm umfasst die Teilnahme an Fragerunden, Panels, Workshops und Networking. Bewerbungen als Präsentierende und Diskutierende sind geschlossen. Freiwillige können bei der Organisation, der Betreuung von Teilnehmenden, dem Programm, bei Sprecherinnen und Sprechern oder bei studentischen Präsentationen helfen.
Vom Frankfurter Hauptbahnhof fahren die S-Bahnen S1–S6, S8 oder S9 bis Hauptwache. Von dort geht es mit U1, U2, U3 oder U8 bis Holzhausenstraße – Uni Campus Westend und anschließend etwa zehn Minuten zu Fuß weiter. Vom Flughafen Frankfurt führt der Weg mit S8 oder S9 vom Regionalbahnhof bis Hauptwache, danach ebenfalls mit der U-Bahn bis Holzhausenstraße. Vom a&o Hostel Frankfurt Ostend fährt der Bus M32 bis Miquel-/Hansaallee; die Fahrzeit beträgt etwa 35–40 Minuten. Fahrkarten gibt es an RMV-Automaten sowie über die RMV- oder DB-Navigator-App. Das Deutschlandticket gilt im Nahverkehr.
Ein Journal, viele Partner
YJEA ist ein studentisches Open-Access-Journal zu europäischen Themen und wurde 2020 an der LMU München gegründet. Das Journal veröffentlicht Arbeiten von Studierenden und Nachwuchsforschenden und betreibt außerdem einen Blog zu EU-Politik und internationalen Karrieren.
Beteiligt sind EU-Institutionen wie die Europäische Kommission, der Europäische Auswärtige Dienst und das Europäische Parlament. Aus Forschung und Thinktanks kommen CEPS, das Centrum für Europäische Politik, das Institut für Europäische Politik, Polis180 und die Stiftung Wissenschaft und Politik hinzu. Vertreten sind außerdem die Frankfurt School of Finance & Management, die Université libre de Bruxelles, die Universität Innsbruck, die Universität Mannheim und die Universität Osnabrück.
Zum Kreis der zivilgesellschaftlichen und studentischen Initiativen gehören EPIS, European Guanxi, European Student Think Tank, European Studies Review, JASON Institute, Munich European Forum, People Spark, Project NADIYA, sinc.europaea, SupportUkraineNOW und Yourope.
Ein Europa zwischen Druck und Aufbruch
Die Konferenz fällt in eine Phase, in der Ursula von der Leyen die EU zugleich als stärker und gefährdeter denn je beschreibt. Europa müsse in einem Zeitalter großer Chancen und Risiken einen eigenständigen Weg gehen. Genau diese Spannung taucht im Frankfurter Programm wieder auf: bei Sicherheit und Außenbeziehungen, beim Handel, bei Klimapolitik,
