Vom 7. bis 18. September 2026 startet an der Technischen Universität Chemnitz ein interdisziplinäres Bildungsangebot zur patientennahen Diagnostik. Diese Summer School vereint zukunftsweisende Technologien der Diagnostik und wird Studierende aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringen. Das Projekt, gefördert im Rahmen des WIR!-Bündnisses „DIANA“ vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), zielt darauf ab, die Ausbildung und Qualifizierung von Studierenden für den wachsenden Bereich der medizinischen, technologischen und wirtschaftlichen Diagnostik zu fördern.
Teilnehmer können sich ab sofort online anmelden. Die Präsenzveranstaltung findet an der Professur für Mikrofertigungstechnik statt und wird durch Exkursionen nach Leipzig und Mittweida ergänzt. Workshops, Gruppenarbeiten und praxisnahe Lehrformate zu aktuellen Entwicklungen der Point-of-Care-Test (POCT)-Diagnostik werden die Inhalte der Summer School prägen. Hierbei wird ein ganzheitliches Verständnis von POCT als System vermittelt, das technologische Grundlagen, Fertigungsprozesse, Analysemethoden sowie rechtliche Rahmenbedingungen umfasst.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit für innovative Diagnostik
Die wachsende Nachfrage nach schneller und wohnortnaher medizinischer Diagnostik ist eine direkte Folge des demografischen Wandels und bestehender Versorgungsengpässe. Das DIANA-Bündnis zielt darauf ab, diese Herausforderung anzugehen, indem es ein Netzwerk zur Herstellung und Anwendung innovativer Point-of-Care-Diagnostik etabliert. In der Region zwischen Chemnitz und Leipzig hat die PoC-Diagnostik das Potenzial, einfache, kostengünstige und zuverlässige Messdaten direkt vor Ort beim Patienten bereitzustellen, was zu erheblichem Zeitgewinn bei medizinischen Entscheidungen führen kann, wie iwu.fraunhofer.de zeigt.
Im Verlauf der Summer School wird ein interdisziplinärer Austausch zwischen Studierenden der Medizin, Ingenieur- und Lebenswissenschaften sowie angrenzenden Disziplinen gefördert. Dies ist entscheidend, um hochintegrierte PoC-Test-Systeme weiterzuentwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Partnern, darunter das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI und das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, wird durch das Maschinenbaunetzwerk VEMASinnovativ unterstützt.
Die Bedeutung der Point-of-Care-Diagnostik
Das Bedürfnis nach schneller Diagnostik hat eine lange Geschichte in der Medizin, bereits im Mittelalter wurden Urinuntersuchungen durchgeführt. Die Entwicklung von Blutzuckermessgeräten im 20. Jahrhundert leitete einen entscheidenden Wandel ein, da sie eine schnelle und präzise Messung von Glukosewerten ermöglichten. Dies trug wesentlich zur Vermeidung akuter Komplikationen, wie Hypoglykämien, bei.
Der Fortschritt setzte sich in den folgenden Jahrzehnten fort, mit der Einführung mobiler Geräte, die in unterschiedlichen medizinischen Umgebungen eingesetzt werden können, sei es am Patientenbett, im Rettungsdienst oder in ambulanten Einrichtungen. Die Integration molekularer Methoden in die Diagnostik, die zuvor nur in Speziallaboren verfügbar waren, zeigt den ständig wachsenden Innovationsdruck in diesem Bereich.
Mit der Summer School an der TU Chemnitz wird eine wertvolle Plattform geboten, um zukünftige Fachkräfte auf die Herausforderungen und Chancen der PoC-Diagnostik vorzubereiten. Die Teilnahme ist kostenfrei, wobei die Zahl der Plätze auf 20 limitiert ist. Interessierte Studierende können für weitere Informationen direkt mit den Ansprechpersonen, Prof. Dr. Andreas Schubert und Dr. Philipp Steinert, Kontakt aufnehmen.