Am 3. Juli 2026 wird die Bedeutung der Demokratiebildung in Schulen erneut in den Fokus gerückt. In der Wissenschaftsetage des Potsdamer Bildungsforums findet eine Tagung unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft bilden“ statt. Organisiert wird die Veranstaltung von Lehramtsstudierenden der Universität Potsdam, die sich intensiv mit der Frage auseinandersetzen, wie demokratische Werte in den Schulalltag integriert werden können.

Die Tagung ist für den 10. Juli 2026 zwischen 10 und 17 Uhr angesetzt. Sie richtet sich an Studierende aus Brandenburg und Berlin sowie an interessierte Gäste. Immer mehr Schulen stehen vor der Herausforderung, gesellschaftliche Themen wie Polarisierung, soziale Ungleichheit und extremistische Strömungen zu adressieren. Es wird zunehmend deutlich, dass Lehrkräfte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch die Verantwortung tragen, Werte zu fördern, die für eine funktionierende Demokratie unerlässlich sind.

Themen der Tagung

Ein zentrales Anliegen der Tagung ist die Untersuchung der Potenziale für Demokratie im Schulalltag. Hierzu werden verschiedene Themen behandelt, darunter die Verantwortung im künftigen Lehrberuf und innovative Ideen für die pädagogische Praxis. Es werden Workshops angeboten, die sich unter anderem mit offenen Unterrichtsformen zur Förderung von Selbstständigkeit sowie Konfliktbewältigung in und mit Medien beschäftigen.

Als besonderen Programmpunkt berichten ehemalige Schüler eines Senftenberger Gymnasiums über ihr Engagement im Projekt „#FürDemokratieGegenExtremismus“. Diese persönlichen Einblicke sollen dabei helfen, den Teilnehmern ein bildhaftes Verständnis für die praktische Umsetzung von Demokratiebildung zu vermitteln.

Herausforderungen und Perspektiven

Rückblickend auf die Entwicklung der Demokratiebildung in Schulen zeigt sich, dass die politischen Sozialisationsfunktionen der Schule seit den 1970er-Jahren immer wieder diskutiert werden. So wurde beispielsweise die Einführung von Lernmittelfreiheit und das BAföG für Schüler:innen als Erfolge gewertet. Dennoch blieb der Weg zur Chancengerechtigkeit im dreigliedrigen Schulsystem oft steinig. Die Kritik an mangelhaften Mitbestimmungsrechten und diskriminierenden Begabungstheorien blieb über die Jahrzehnte bestehen.

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In den 1980er-Jahren kam es zu einem Umdenken, das mit dem Konzept „Die Schule neu denken“ von Hartmut von Hentig und dem Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ einherging. Dennoch wurde die Demokratieerziehung immer wieder von bürokratischen Hürden und unzureichenden Mitteln behindert. Trotz der Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur Stärkung der Demokratieerziehung bleibt die praktische Umsetzung oft hinter den Erwartungen zurück.

Die bevorstehende Tagung in Potsdam könnte neue Impulse liefern, um diesen Herausforderungen zu begegnen und die Demokratiebildung in Schulen nachhaltig zu verbessern. Die Teilnahme ist kostenfrei, und Interessierte können sich direkt bei den Organisatoren Martin Bücher und Svenja Kröning unter den angegebenen E-Mail-Adressen anmelden.

Ein weiterer Aspekt ist die Begleitung der Veranstaltung durch die Illustratorin Hannah Schrage, die mit Graphic Recordings die besprochenen Inhalte visuell festhält. Diese innovative Methode könnte dazu beitragen, die komplexen Themen in anschaulicher Form zu dokumentieren und den Austausch von Ideen und Erkenntnissen zu fördern.