PHP-Sicherheitslücke legt Websites von Behörden und Hochschulen lahm
Am Donnerstagmorgen, dem 22. Oktober, waren mehrere Websites weiterhin nicht erreichbar. Auslöser war eine schwerwiegende Sicherheitslücke in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP, die seit dem Vortag für Ausfälle und vorsorgliche Abschaltungen sorgt.
Bereits am Mittwoch, dem 21. Oktober, hatten zahlreiche Behörden und Anbieter ihre Internetdienste vorsorglich vom Netz genommen. Zeitweise betroffen waren unter anderem die Website der Landesregierung Baden-Württemberg, mehrere Universitätsseiten im Land und auch die Internetpräsenz des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Stadt Baden-Baden bleibt zunächst offline
Die Stadt Baden-Baden nahm ihre Website am Donnerstagmorgen ebenfalls vorsorglich vom Netz. Eine erste Einschätzung hatte ergeben, dass die Seite zunächst nicht betroffen war. Nach einer erneuten Bewertung der Lage ließ der kommunale IT-Dienstleister Komm.ONE die Website dennoch abschalten.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutete das: Die Stadtverwaltung blieb telefonisch und per E-Mail erreichbar, online ging vorerst nichts. Einen Termin für die Wiederfreischaltung nannte die Stadt nicht.
Auch die Websites der Polizei Baden-Württemberg waren am Donnerstagmorgen gegen 9.30 Uhr nicht erreichbar. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe bestätigte technische Probleme, durch die der Zugriff erschwert oder teilweise unmöglich war. Einen Zusammenhang mit der PHP-Sicherheitslücke konnte er allerdings nicht bestätigen.
KIT-Seiten wieder online
Am KIT hatte sich die Lage bereits am Mittwochabend entspannt. Die KIT-Websites waren gegen 17.30 Uhr wieder online. Nach Angaben eines Universitätssprechers hatte das KIT vorbeugend reagiert und seine Internetangebote deshalb zeitweise abgeschaltet.
Der Lehrbetrieb war dadurch kaum beeinträchtigt. Das Semester begann erst in der folgenden Woche, entsprechend liefen auf dem Campus noch keine regulären Lehrveranstaltungen. Auch interne Prozesse waren nur geringfügig betroffen. Für Studierende blieb damit vor allem eines: kurz nachsehen, ob die Seite wieder lädt – und dann weiter.
Die unterschiedlichen Reaktionen zeigen, wie schnell eine Sicherheitslücke in einer verbreiteten Grundlage digitaler Angebote sichtbar werden kann. Während manche Einrichtungen ihre Seiten nach einer Prüfung wieder freischalteten, blieben andere lieber offline, sobald sich die Einschätzung der Lage änderte. In Baden-Baden war es genau dieser zweite Blick, der zur Abschaltung führte.
