Am 27. November 2026 wird es an der Freien Universität Berlin um die Frage gehen, was Gesundheit eigentlich zusammenhält: Menschen, Tiere und ihre gemeinsame Umwelt. Der Fachbereich Veterinärmedizin lädt ab 16:00 Uhr zu einem öffentlichen Symposium anlässlich seines 75-jährigen Bestehens ein.

Veranstaltungsort ist das Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin, Arnimallee 22, 14195 Berlin. Der U-Bahnhof Dahlem-Dorf der Linie U3 liegt in der Nähe. Der Eintritt ist kostenfrei; um eine Anmeldung bis zum 13. November 2026 wird gebeten.

One Health als gemeinsamer Auftrag

Unter dem Leitgedanken „One Health: Mensch – Tier – Umwelt“ widmet sich das Symposium der Verbindung von Human- und Veterinärmedizin. Im Mittelpunkt stehen die gemeinsame Verantwortung für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt sowie aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen. Die Festveranstaltung soll außerdem die Geschichte der Berliner Veterinärmedizin beleuchten und Perspektiven für vernetzte Gesundheitsforschung und Gesundheitsversorgung entwickeln.

Den Auftakt machen zwei Impulsvorträge. Prof. Dr. Roger Stephan von der Universität Zürich spricht über „One Health als Auftrag der Veterinärmedizin von morgen“. Prof. Dr. Susanne Hartmann von der Freien Universität Berlin widmet sich dem Thema „One Health: Bewusstsein schärfen für weit verbreitete, aber vernachlässigte Krankheiten“.

Anschließend moderiert Prof. Dr. Lothar H. Wieler die Podiumsdiskussion zu „One Health“. Wieler war langjähriger Präsident des Robert Koch-Instituts. Mit ihm diskutieren Prof. Dr. Thomas Mettenleiter von der Leopoldina, Prof. Dr. Fabian Leendertz vom Helmholtz-Institut für One Health in Greifswald, Prof. Dr. Jürgen Zentek von der Freien Universität Berlin und Una Europa, Prof. Dr. Christa Thöne-Reineke von der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Brigitte von Rechenberg aus Zürich sowie Dr. P. Cornelius Bohl OFM beziehungsweise P. Cornelius Bohl OFM vom Franziskanerkloster Fulda.

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Ein Grußwort spricht der Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Dr. h. c. Günter M. Ziegler. Das Symposium findet unter dem Patronat der Leopoldina und des Universitätsnetzwerks „Una Europa“ statt.

Von der Thierarzneischule bis heute

Der Anlass reicht zurück ins Jahr 1951: Damals wurde die Veterinärmedizinische Fakultät der Freien Universität Berlin gegründet. Zeitgleich feiert die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Veterinärmedizin in der Hauptstadt e. V. ihr 65-jähriges Bestehen; sie wurde 1961 gegründet.

Die universitäre Tiermedizin in Berlin hat allerdings deutlich ältere Wurzeln. Ihre Geschichte beginnt mit der École Vétérinaire beziehungsweise der Königlichen Thierarzneischule, die 1790 gegründet wurde. Damit blickt die Veterinärmedizin in Berlin auf eine 236-jährige Geschichte zurück. Das Promotionsrecht in Tiermedizin besteht seit 1910, das Habilitationsrecht seit 1912.

Veranstaltet wird das wissenschaftliche Symposium vom Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Veterinärmedizin in der Hauptstadt e. V. Gemeinsam mit ihnen treten die Tierärztekammer Berlin und die Berliner Tierärztliche Gesellschaft als Mitveranstalter auf.

Warum Mensch, Tier und Umwelt zusammengedacht werden

Der One-Health-Ansatz beruht auf einer schlichten, aber weitreichenden Beobachtung: Die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt ist eng miteinander verbunden. Deshalb arbeiten Humanmedizin, Veterinärmedizin und Umweltwissenschaften fachübergreifend zusammen. Ein Ziel ist, die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern.

Das gilt auch für Antibiotikaresistenzen. Sie machen vor den Grenzen zwischen Mensch, Tier und Umwelt nicht halt und können sich dort rasch verbreiten. Das Robert Koch-Institut ist deshalb mit Instituten und Behörden vernetzt, die Krankheitserreger bei Tieren, in Lebensmitteln und in der Umwelt überwachen.

Das RKI stellt Daten bereit und untersucht unter anderem Ursachen und Ansteckungsquellen von Infektionskrankheiten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, Infektionsquellen schnell zu beseitigen. Ein ziemlich großes Feld also für einen Nachmittag in Dahlem – und eines, bei dem die Grenzen zwischen Labor, Tierstall, Klinik und Umwelt nicht sauber in Schubladen passen.

Anmeldung und weitere Informationen: www.vetmed.fu-berlin.de/termine/2026/20262209-75-jahre-fb.html